VW Golf TDI, Golf III

VW Golf TDI, Golf III

Der bessere GTI?

VW hat dem Golf TDI noch einmal nachgeschärft und 25 Extra-PS verpasst. Hat diese Kombination das Flair, dem GTI Fans abspenstig zu machen und wie schlägt sie sich im Alltag?

24. März 2012

Auf den ersten Blick ist der Golf mit dem potenten Selbstzünder nichts Besonderes. Er hat die gleichen etwas runderen Formen wie seine Brüder, nur das zweite rote "I" im TDI-Schriftzug zeigt, dass hier ein besonders schneller Diesel unterwegs ist. Das Cockpit mit Tacho und Drehzahlmesser ist ebenfalls bekannt. Die Schalter sind leicht erreichbar und die Bedienung eingängig. Die etwas umständliche Bedienung des Lichthebels, den man einrasten und zu sich ziehen muss, stört etwas.

ABS und zwei Airbags serienmäßig

Ansonsten sitzt es sich gewohnt bequem, hat vorne genügend, in der zweiten Reihe weniger Platz und freut sich über den Kofferraum, der zwischen 320 und 1.152 Liter fasst und über ein serienmäßiges ABS und zwei Airbags verfügt. Wer Seitenairbags will, muss noch 650 DM drauflegen. Eine gute Sitzposition ist schnell gefunden, da in der getesteten "Highline"-Variante das Lenkrad und der Fahrersitz höhenverstellbar sind, ebenso  dabei sind elektrisch einstell- und beheizbare Außenspiegel. Wie bei VW üblich gibt die Preisliste einiges her: Vier Türen inklusive elektrischer Fensterheber kosten 1.080 DM, eine Klimaanlage 3.440 DM und Nebelscheinwerfer 290 DM.

Zu weiches Fahrwerk

Wer sich für den 110-PS-TDI entscheidet, sollte sich überlegen, gleich das Sondermodell "GTI" zu ordern, denn das hat das Plus-Fahrwerk verbaut, das viel besser zum starken Selbstzünder passt, als das normale Fahrwerk. Das ist zwar komfortabel, aber einen Schuss zu weich. Das Mehr an Reisespaß macht sich in schnellen Kurven bemerkbar, wenn der starke Diesel schon relativ früh über die Vorderräder zum Kurvenrand drängt. Garniert wird das Ganze mit vertikalen und horizontalen Bewegungen der Karosserie, die nicht zum Sicherheitsempfinden beitragen.

Starker Motor

Der Motor selbst ist ein Sahnestück und sich lässt dank seines kraftvollen Drehmoments von 235 Nm, das bereits ab 1.900 U/min zur Verfügung steht (der Benziner-GTI hat 180 Nm bei 4.800 U/min) schaltfaul fahren, was den Verbrauch auf 6,4 Liter pro 100 Kilometer drückt. Wer dem TDI die Sporen gibt, erreicht nach 10,8 Sekunden die 100-km/h-Marke und kann bis zu 193 km/h schnell über die Straße flitzen.

Fazit: Die Zeiten, in denen Diesel gleichbedeutend mit stinkend und behäbig war, sind vorbei. Der neue Golf TDI macht Spaß und hat richtig Kraft. Der niedrige Spritverbrauch hilft Vielfahrern auch beim Sparen. Allerdings müssen erst einmal 33.520 DM nach Wolfsburg überwiesen werden.

Stärken

 
  • gute Serienausstattung
  • kraftvoller Motor

Schwächen

 
  • normales Fahrwerk zu weich
Text: Press-Inform / Hans-Jürgen Peters