VW Golf VI

VW Golf VI

Volle Diesel-Power

Schon in den 80er Jahren brachte VW einen Golf GTD auf den Markt. Jetzt gibt es wieder einen - mit deutlich mehr Power und GTI-Allüren. Leider stimmt der Verbrauch nicht.

17. März 2012

70 PS - was heute nach Basiskost klingt, war 1982 richtig viel für einen Dieselmotor. Vor allem hatte der erste Golf GTD einen Turbolader an Bord. Optisch orientierte er sich am GTI. Das tut die Neuauflage auch, nur der rot umrandete Kühlergrill und die roten Bremssättel haben es nicht in den GTD geschafft. Der empfiehlt sich als Alternative für Piloten, die reichlich Fahrspaß wollen, aber den üppigen Benzindurst eines GTI nicht bezahlen wollen.

Innen ganz Golf

Der GTD zeigt im Innenraum seine gewohnten Golf-Qualitäten: Übersichtliches und hochwertiges Cockpit, straffe und körperbetonte Sportsitze, ein griffiges Lenkrad und überraschend viel Langstreckenkomfort. Auch im Fond können es zwei Passagiere aushalten. Im Laderaum stehen zwischen 350 und 1.305 Litern (bei umgelegten Rücksitzen) zur Verfügung. Dürftig ist die Übersicht nach hinten, die auch durch die großen Kopfstützen - was den Fond-Passagieren freilich zugute kommt - eingeschränkt wird.

VW Golf VI im Video

 

Große Power und großer Durst

Auf die 70 PS des Ur-GTD schlägt der neue satte 100 Pferdestärken drauf. 125 KW / 170 PS und 350 Nm maximales Drehmoment hören sich klasse an - bei trockener Straße. Denn der GTD ist nur mit Frontantrieb zu bekommen. So hat der starke Fronttriebler gelegentlich Traktionsprobleme. Lob verdienen die Sound-Designer: Das typische Brummen und Nageln ist nur bei kaltem Motor oder bei Drehzahlen über 4.000 Touren zu vernehmen.

Von 0 auf 100 km/h beschleunigt der Golf GTD in 8,1 Sekunden, Vmax ist bei 222 km/h erreicht. Der Testverbrauch pendelte sich bei rund sieben Litern pro 100 km ein. VW verspricht seinen Kunden allerdings einen Durchschnittsdurst von nur 5,3 Litern.

Nervositäten

Passend zum Charakter des Wagens ist das Fahrwerk des GTD straff abgestimmt. Mehr als 1,4 Tonnen Leergewicht sind kein Pappenstiel, doch die 170 Pferde haben das gut im Griff. Das einzige, was die Freude des Piloten trübt, sind die auch bei trockenem Untergrund spürbaren Antriebskräfte im griffigen Dreispeichen-Lenkrad. Daran ändert selbst die elektronische Differentialsperre wenig.

Teurer Diesel-Spaß

Der 27.475 Euro teure GTD kostet 800 Euro mehr als ein GTI, allerdings wird man den Preisnachteil an der Tankstelle schnell hereinfahren. Abgesehen von der mitunter mangelnden Traktion und dem relativ hohen Testverbrauch überzeugt der Wagen als GTI-Ersatz für Langstrecken-Piloten.

Stärken

 
  • gute Fahrleistungen
  • hervorragende Sitze
  • straffes Fahrwerk
  • hohe Alltagstauglichkeit
  • saubere Verarbeitung

Schwächen

 
  • enttäuschender Testverbrauch
  • hoher Preis
  • gelegentlich Traktionsprobleme
Text: Press-Inform / Sebastian Viehmann