Suzuki Jimny, 3. Generation Modellpflege

Fahrbericht: Suzuki Jimny 1.3 DDiS, Generation I

Defender für Einsteiger

Der Suzuki Jimny ist als Spaßmobil gedacht, doch macht auch im härteren Geländeeinsatz so richtig Freude.

10. Juni 2012

Der geländegängige Suzuki Jimny ist in die Jahre gekommen. Fahranfänger lieben ihn, weil er so knuffig ausschaut. Die Technik ist alt, ja betagt und im Innenraum wird das am deutlichsten. Das Plastik dort wirkt eher billig. Links und rechts gibt's reichlich unverkleidetes, in der Wagenfarbe lackiertes Metall. Ablagen gibt es kaum. Die Plastikverkleidung zwischen den Vordersitzen ist, na, sagen wir mal: wackelig. Die Starrachse hinten sorgt für ein nicht immer völlig kalkulierbares Fahrverhalten. Und mit 17.700 Euro ist der Streifen-Jimny nicht gerade billig.

Kompromisse überall

Menschen mit mehr als körperlichem Mittelmaß werden selten die ideale Sitzposition finden, weil sich die Sitze nicht weit genug nach hinten verstellen lassen. An eine Höhenverstellung denkt schon niemand. Oder daran, dass sich das Lenkrad irgendwie justieren ließe. Wer etwas breiter geraten ist, muss Finger quetschen, um den Gurt einzurasten. Ein Gurt-Sensor fehlt gleich ganz - was eine Todsünde ist in Zeiten durchgenormter EuroNCAP-Crashtests. Die Schaltung mit dem langen Rührstab erinnert an die im Ur-Jeep und hakelt mit Fleiß.

Der Motor läuft

Das erstaunlich laufruhige 1,3-Liter-Motörchen reicht mit seinen 63 kW/86 PS völlig aus, um den Jimny flott die Dünen hoch zu jagen und ihn im Stadtverkehr mitschwimmen zu lassen. Der knappe Wendekreis macht ihn zudem sehr handlich. Dass er 14,1 Sekunden braucht, um aus dem Stand auf Tempo 100 zu kommen, spielt für Jimny-Fans nur eine untergeordnete Rolle. Die bescheidene Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h ebenso. Und auch, dass der Verbrauch von 7,1 Litern Super auf 100 Kilometer nicht gerade bescheiden ist. Den hat der Jimny mit anderen Offroadern gemein - nur dass bei seinem Anblick niemand so richtig daran denken mag.

Sicherheitsausstattung: wo?

Das Fahrwerk ist hart und poltert gerne. Hinten verzögern Trommelbremsen eher mäßig. ESP steht nicht mal in der Aufpreisliste. Airbags gibt es - genau zwei, vorne links und rechts. Die Heckklappe auf zu bekommen gleicht einer Staatsaktion, weil etliche Druckknöpfe aufzustemmen und Klettverschlüsse aufzureißen sind. Und dann gibt's immer noch einen Reißverschluss. Die beiden Verdeckhälften sind nur fummelig zu öffnen und mit Kraft zu schließen.

Anders sein

Doch ab 14.800 Euro bekommt man einen Geländewagen, der anders ist, als alle anderen. Der Allrad-Antrieb ist auf Knopfdruck zuschaltbar - und eine Geländereduktion. Das reicht zumindest für ein paar ruppigere Strecken abseits der Asphaltpisten. Und auch, wenn manche Teile nicht danach aussehen: Robust genug für solche Ausflüge ist der Suzuki Jimny allemal.

Stärken

 
  • geländetauglich
  • übersichtlich
  • fair gepreistes Basismodell

Schwächen

 
  • verheerende Sicherheitsausstattung
  • mäßige Verarbeitung
  • schlechtes Platzangebot
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff