Skoda Fabia II Modellpflege

Skoda Fabia II Modellpflege

Geliebte Langeweile

Der Skoda Fabia ist einer, der den Kopf wie kaum anderer in der Kleinwagenklasse anspricht. Fehler? Fehlanzeige.

31. März 2012

Der Skoda Fabia ist seit Jahren eines der besten Autos auf dem überaus umkämpften Kleinwagenmarkt. Seine Schwächen sind rar gesät, die Preise fair und wer bevorzugt allein oder zu zweit unterwegs ist, braucht kaum mehr Auto um sich herum. Da sich die Laufleistungen der Fabia-Kundschaft zumeist pro Jahr deutlich unter 15.000 Kilometern bewegen, muss man gar nicht von einem Dieselmotor spinnen. Fahrspaß, günstigen Verbrauch und ein geradezu vorbildliches Gesamtpaket bietet der Skoda Fabia 1.2 TSI.

Die beste Wahl

Der Vierzylinder-Turbolader mit 63 KW / 86 PS macht den kleinen Fronttriebler zu einem flotten Auto, das auch auf Autobahnen und Landstraßen ausreichend Spaß bereitet. Ab 1.500 U/min steht das maximale Drehmoment von 160 Nm zur Verfügung; so geht es auch von unten heraus munter zur Sache. Ärgerlich, dass Skoda der Preiswertklasse ab Werk nur ein wenig zeitgemäßes Fünfgang-Getriebe mitgibt. Optional kann der stärkere Fabia 1.2 TSI mit 105 PS auch mit einem siebenstufigen Doppelkupplungs-Getriebe bestellt werden. Jedoch sind nicht nur in dieser Liga 2.400 Euro Aufpreis für die nicht notwenige Mehrleistung und das bessere Getriebe allzu viel Geld, um davon ernsthaft zu träumen. Skoda verspricht für den Fabia 1.2 TSI mit 86 PS einen Durchschnittsverbrauch von 5,2 Litern Super auf 100 Kilometern. In der Realität sind es selbst bei verhaltener Fahrweise knapp über sieben Liter. Gerade in der Innenstadt zeigt sich der Skoda Fabia mit deutlich über acht Litern überaus trinkfreudig.

Flotter Motor

Regenerative Bremsen oder eine Start-Stopp-Automatik gibt es nur beim Ökomodell Fabia Greenline. Die Höchstgeschwindigkeit des 1.2 TSI liegt bei knapp 180 km/h und den Imagespurt 0 auf 100 km/h schafft der Fronttriebler in ordentlichen 11,7 Sekunden. Überzeugen kann nicht nur der Durchzug des drehfreudigen 1,2-Liter-Triebwerks, sondern auch die Abstimmung des Fahrwerks. Das Einlenkverhalten der McPherson-Vorderachse über die etwas zu leichtgängige Servounterstützung ist tadellos. Die Verbundlenkerhinterachse bringt Ruhe ins Auto und den nötigen Komfort auf schlechten Wegen. Selbst auf Kopfsteinpflaster stört die alles andere als weiche Abstimmung nicht - im Gegenteil.

Überzeugt im Alltag

Die Sitze vorne sind prächtig und selbst im Fond können zwei Erwachsene mit etwas gutem Willen Platz nehmen. Es muss nicht immer eine Fahrt in den Urlaub sein. Der Laderaum schluckt zwischen 315 und 1.180 Liter. Dabei ist der Innenraum des Fabia wertig und aufgeräumt. Die Ablagen passen. Moderne Technik trifft zeitgemäßes Design aus dem von vielen als langweilig eingestuften Volkswagen-Regal.

Schwache Serienausstattung

So gut der Fabia mit seinem Gesamtpaket aus 1.2-TSI-Triebwerk, ausgewogenem Fahrwerk, Wendigkeit und Platzangebot auch unterwegs ist: Die Serienausstattung ist alles andere als erfreulich. So gibt es bei den Basisversionen Fabia und Fabia Classic an Bord nicht einmal das Nötigste. Heutzutage sollte man mit dem lokalen Händler schon wegen der starken Konkurrenz im Kleinwagensegment nicht mehr um standesgemäße Annehmlichkeiten wie Klimaanlage, beheizbare Spiegel, elektrische Fensterheber hinten und ein Radio feilschen müssen.

Der Kunde, der sich einen Kleinwagen aus der Liga VW Polo, Ford Fiesta, Skoda Fabia, Toyota Yaris oder Peugeot 207 kauft, will die üblichen Annehmlichkeiten längst auch genießen. Daher sollte es zumindest der 15.080 Euro teure Skoda Fabia 1.2 TSI Ambiente sein, damit ein gewisser Komfort vorhanden ist. Sechs Airbags, ESP und ABS sind ebenso serienmäßig wie Tempomat, Klimaanlage und Schaltpunktanzeige. Was braucht es mehr zum Kleinwagenglück? Das lackierte Dach vielleicht - für 270 Euro Aufpreis.

Stärken

 
  • gute Fahrleistungen
  • gutes Platzangebot
  • ausgewogenes Fahrwerk

Schwächen

 
  • hoher Verbrauch (Stadt)
  • schwache Serienausstattung
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff / Stefan Zaumseil