Porsche Boxster S, Typ 981

Porsche Boxster S, Typ 981

Immer besser

Der neue Boxster bewältigt den Spagat zwischen Agilität und Komfort mit Bravour und rückt damit dem 911 Carrera zunehmend auf den Leib.

2. Oktober 2013

Fahrspaß wird beim Porsche Boxster seit der zweiten Modellgeneration groß geschrieben: Mittelmotor-Konzept, knackig-direkte Lenkung und ein Motor, der gut am Gas hängt. Das ist beim aktuellen Porsche-Zweisitzer nicht anders.

Im Gegenteil: Der Boxster S macht wirklich jeden Meter Spaß. Die 315 PS sind auch auf der Autobahn für 285 Tacho-km/h gut. Schon ganz ordentlich. Doch der Boxster ist für die Landstraße gemacht. Im Alpenvorland gibt es genug kurvige Passagen. Auf denen zeigt sich der Fortschritt der Modellreihe.

Im Vergleich zum Vorgänger liegt der Neue deutlich ruhiger, bei ungebremster Agilität. Ein Resultat des gewachsenen Radstandes und der breiteren Spur. Den Asphalt-Slalom beherrscht der Mittelmotor-Sportler Boxster wie ein Großer, ebenso wie das Bremsen.

Wer nicht ständig den Großglockner-Paß rauf und runter heizt, kann sich die mit rund 7.300 Euro sehr teuren, aber auch sehr standfesten Keramikbremsen sparen und das Geld in andere Extras stecken.

Angemessener Durst

Wer gerne etwas auffälliger unterwegs ist, sollte noch einmal gut 2.000 Euro für den Sportauspuff in die Hand nehmen und, wann immer es geht, die Klappen öffnen. Denn die satte Geräuschkulisse gibt dem Feuern über Alpenstraßen noch den nötigen Kick.

Dass der Tagesbetrieb auch nicht ein allzugroßes Loch in die Haushaltskasse reißt, steigert das Vergnügen noch. Bei unseren Testfahrten, bei denen es durchaus auf der linken Spur zur Sache ging, lag der Durchschnittsverbrauch bei 10,8 l/100 km. Angesichts des Leistungsvermögens und des Spaßfaktors ein akzeptabler Wert.

Allerdings muss dabei berücksichtigt werden, dass der Grundpreis gut 60.000 Euro beträgt. Nicht unbedingt ein Schnäppchen. Aber wer einmal den neuen Boxster bewegt hat, fragt sich, ob man wirklich noch ein 911 Carrera Cabrio braucht. Gerade auf Landstraßen ist der Unterschied marginal, in Kurven zeigt sich der Roadster sogar agiler.

Voll alltagstauglich

Der sprintfreudige Boxster hat aber auch eine andere, zahme Seite. Beim Stop-and-Go in der Stadt funktionieren sowohl das Doppelkupplungsgetriebe als auch das Start-Stopp-System reibungslos.

Die Alltagstauglichkeit des Zuffenhausener Roadsters zeigt sich auch in den beiden Kofferräumen, die insgesamt ein Volumen von 280 Litern haben. Da passen auch größere Koffer als nur Bordtrollys hinein.

Deutlich erwachsener

Die dritte Generation kommt deutlich erwachsener daher. Das liegt nicht nur an den Abmessungen und dem sechs Zentimeter längeren Radstand, sondern auch am Innenraum, der mit seiner Flugzeugoptik dem des 911 schon sehr ähnelt.

Ein markanter Unterschied ist, dass nur drei statt fünf verschachtelter Rundinstrumente dem Fahrer entgegenstrahlen. Auch die Informationen sind im Boxster nicht ganz so umfangreich wie im großen Bruder. Warum die Öltemperatur trotz intensiver Suche in den Untiefen der Menüs nicht zu finden ist, bleibt ein Geheimnis. Irgendeinen Unterschied muss es ja geben. Also achtsam Warmfahren.

Die Menüführung ist porschetypisch und die Sitze genauso bequem wie im Elfer. Das Dach verschwindet auch während der Fahrt bei Geschwindigkeiten bis zu 50 km/h.

Einige Spielereien sind noch an Bord: Eine virtuelle Kugel zeigt die G-Kräfte, die auf den Fahrer wirken. Als ob jemand Zeit hätte, dieses Mäusekino anzuschauen, wenn es mit Karacho um die Ecken geht.

Spaß ist das Stichwort

Mit dem nötigen Kleingeld lässt sich der muntere Roadster mit einem großen Arsenal an fahraktiven Extras ausrüsten, die die Asphalt-Gaudi nur noch steigern: z.B. variablen Dämpfer und die Sport- beziehungsweise Sport Plus-Taste.

Aktiviert man diese, schärft das den Boxster noch einmal nach. Dabei liefert auch die elektromechanische Servolenkung eine überzeugende Vorstellung. Mit ihr lässt sich der knapp 1,4 Tonnen schwere Sportler präzise auf die richtige Spur dirigieren.

Im täglichen Gebrauch zeigt sich auch gut die Spannbreite des Fahrwerks: Im Normal-Zustand ist der Zuffenhausener kommod genug, um auch längere Etappen zu bewältigen, ohne bei jeder Bodenwelle die Zahnwurzeln zu spüren.

Ergänzt wird der ganze Spaß noch durch das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe, das im Sport-Plus-Modus die Gänge so richtig schnell reinknallt aber über 2.800 Euro Aufpreis kostet. Mit den Schaltwippen macht das sportliche Agieren allerdings noch mehr Spaß.

Und da war es schon wieder, das Wort Spaß. Steht sinnbildlich für den neuen Boxster S.

Stärken

 
  • Komfortabel und sportlich
  • Verbrauch
  • Agilität

Schwächen

 
  • Lange Aufpreisliste
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll