Porsche 911 Carrera Cabrio, 991

Porsche 911 Carrera Cabrio, 991

Schick, schnell, komfortabel

Das neue 911er Cabrio überzeugt mit ansehnlichen Fahrleistungen, Sportlichkeit gepaart mit Komfort und einem schicken Dach mit interessantem Innenleben.

24. September 2012

Das Erste, was beim neuen Porsche 911 Carerra Cabrio auffällt, ist die schicke Silhouette. Die gleicht der des Coupés wie ein Ei dem anderen. Die schicke Stoffmütze hat nicht mehr viel mit den Verdecken vergangener Tage gemein. Elemente aus leichtem Magnesium geben dem klappbaren Dach eine feste Form.

Das Öffnen geht in etwa 13 Sekunden - und das bis zu einer Geschwindigkeit von etwa 60 km/h. Dank des automatischen Windschotts wird man auch bei schnelleren Geschwindigkeiten nicht aus dem Auto geweht. Das dürfte der gesetzteren Kundschaft gefallen.

Der Kofferraum verdient seinen Namen kaum, und die Sicht nach hinten wird durch das kleine Fenster etwas beeinträchtigt. Doch jeder 911er-Fahrer weiß: Für das Gepäck gibt es immer noch die Sitze hinter dem Fahrer, darin sitzen können höchstens Kinder oder sehr gelenkigen Erwachsene.

Gewohnt gutmütig

Aber ein Porsche definiert sich natürlich eher über Fahrleistungen und Agilität. Da ist alles ein bisschen besser geworden. Der Hecktriebler ist gewohnt gutmütig. Dabei macht sich die Verlängerung des Radstands um zehn Zentimeter positiv bemerkbar. Der intern als 991 bezeichnete Porsche liegt bei schnellen Geradeausfahrten und Unebenheiten spürbar ruhiger als der Vorgänger.

Das zeigt sich auch bei ambitionierten Kurvenfahrten. Im Zusammenspiel mit dem 350-PS-Motor macht die Kurvenhatz auf der Landstraße so richtig Spaß. Sport-Plus-Taste drücken, Kurve anvisieren, einlenken und durchzirkeln, dass es eine wahre Freude ist.

In den sportlichen Modi reagiert der 911er deutlich bissiger: Die Lenkung ist noch schärfer, das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe schaltet später, und Befehle des Gaspedals werden noch unmittelbarer in Vortrieb umgesetzt.

Die Bremsen packen fest zu. Für den Normalfahrer reicht die serienmäßige Stahlvariante. So spart man sich die 7.150 Euro Aufpreis für die Keramikbremsen.

Porsche 911 im Video

 

Genug Kraft

Kraft hat der neue 911er mit dem 3,4-Liter-Sechszylinder Boxer-Motor genug. Mit dem schnell schaltenden Doppelkupplungsgetriebe ist in 4,8 Sekunden die 100-km/h-Marke und in 16,4 Sekunden die 200-km/h-Grenze erreicht. Einen Platz auf der linken Spur garantiert die Höchstgeschwindigkeit von 284 km/h.

Mit einem Durchschnittsverbrauch von 12,3 Litern pro 100 km liegt das Cabrio knapp vier Liter über dem angegeben Wert, was sich aber in Anbetracht der Fahrleistungen durchaus sehen lassen kann.

Teures Vergnügen

Billig ist das Vergnügen allerdings nicht. Das Porsche 911 Carrera Cabriolet kostet mindestens 84.480,67 Euro. Mit ein paar Kreuzchen auf der Aufpreisliste knackt man schnell die 100.000-Euro-Grenze.

Parkpiepser kosten immerhin nur 300 Euro. Deutlich tiefer muss man mit 2.620 Euro für das Navi in die Tasche greifen, das Doppelkupplungsgetriebe kostet 2.950, die variablen Dämpfer 1.400 Euro.

Gelungenes Auto

Wie nicht anders zu erwarten ist das Carrera Cabrio ein sehr gelungenes Auto. Der Kompromiss zwischen Sportlichkeit und Komfort gelingt grandios und lässt dem Fahrer alle Optionen.

Stärken 

  • Agilität
  • schickes Stoffdach
  • ausgewogener Kompromiss zwischen Komfort und Sportlichkeit

Schwächen 

  • Aufpreisliste
  • wenig Platz im Fond
  • kleiner Kofferraum
  • eingeschränkte Sicht nach hinten
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll