Peugeot 308 sw, 2007-2011

Peugeot 308 sw, 2007-2011

Wochenende im Grünen

Die Franzosen sind bekanntlich ein besonders familienfreundliches Volk. Das beweist unter anderem der Peugeot 308 SW im Praxistest.

21. März 2012

In der Kompaktklasse führt am VW Golf kein Weg vorbei - national wie international. Doch bei den Kombis schwächeln die Wolfsburger scheinbar absichtlich und leiten die Kundschaft eher zu den hauseigenen Modellen Touran, Tiguan und Golf Plus weiter. Davon profitieren auch die Nebendarsteller der Konkurrenz - wie der Peugeot 308 SW. Die Zeiten, dass es innerhalb einer Peugeot-Produktreihe zwei Kombiversionen gab, gehören längst der Vergangenheit an. Aus 307 Break und 307 SW wurde beim Nachfolger der Alleskönner 308 SW - und der erfreut sich bei der bevorzugt familiären Kundschaft großer Beliebtheit. Ein Diesel lohnt nur für Vielfahrer und spätestens seitdem unter den Motorhauben verschiedener Peugeot-Benziner moderne Kooperationstriebwerke aus dem Hause BMW / Mini arbeiten, muss man sich nicht mehr zwangsläufig für einen Selbstzünder entscheiden.

Platz genug

Wer will, kann die Rückbank einzeln umklappen und so den Laderaum auf über 1.700 Liter erweitern. Noch praktischer sieht es aus, wenn der Beifahrersitz umgelegt wird. Das reicht für einen kleinen Umzug am Wochenende. In engen Parklücken gefällt die separat zu öffnende Heckscheibe. Auf kürzeren Strecken wird der Peugeot 308 SW gerne auch einmal zum Van, denn aus dem Boden des Kofferraums lassen sich für 620 Euro Aufpreis zwei Einzelsitze ausklappen. Die bieten zumindest für Personen bis 1,60 Meter von klein A nach klein B eine mobile Zufluchtsstätte. Fahrer und Beifahrer haben vorn deutlich mehr Platz, so eignet sich der SW auch für längere Strecken. Zwei Erwachsene und ein bis zwei Kinder jeden Alters stellen den sportlichen Tourer vor keinerlei Probleme. Die drei schmalen Einzelsitze im Fond sind auch auf längeren Fahrten noch bequem genug und der Laderaum ist mit 573 Litern mehr als ausreichend.

Peugeot 308 im Video

 

120 PS reichen aus - mehr nicht

Dabei ist das 1,6-Liter-Triebwerk genau die rechte Besetzung, wenn es kein Diesel sein soll und die Fahrleistungen nicht im Fokus des Piloten stehen. Der Basis-Vierzylinder leistet solide 88 KW / 120 PS, 140 Nm Drehmoment und zieht ab 3.000 U/min gut, aber deutlich vernehmbar, durch. Von unten heraus und bei höheren Drehzahlen oberhalb von 5.000 Touren sind gerade mit entsprechender Beladung keine Wunder mehr zu erwarten. Dann ist die Variante mit 155 PS die deutlich bessere Wahl. Doch auch der 308 SW 1.6 VTi schafft 189 km/h Spitze und 0 auf 100 km/h in 11,5 Sekunden. Während das Triebwerk einen durchweg guten Eindruck macht, können die unpräzise Lenkung und besonders die schwammige Fünfgang-Schaltung nicht überzeugen. Gerade bei höherem Autobahntempo sehnen sich Insassen einen sechsten Gang herbei, der Verbrauch und Geräuschniveau gleichermaßen senken würde.

Betont komfortabel

Peugeot verspricht für den Vierzylinder mit Direkteinspritzung einen Normverbrauch von 6,4 Litern. Noch besser Werte würden ein Sechsgang-Getriebe, Start-Stopp-Automatik oder regenerative Bremsen bringen. Doch diese Sparpotenziale bleiben bei dem modernen Triebwerk bis auf weiteres außen vor. Das Fahrwerk ist komfortabel abgestimmt. Im Grenzbereich neigt der Fronttriebler zu deutlichem Untersteuern.

Schwache Navigation

Der Grundpreis für den Peugeot 308 SW 1.6 VTi Premium liegt bei 21.300 Euro. Empfehlenswerte Extras sind Sitzheizung (nur vorn erhältlich für 210 Euro), Klimaautomatik (390 Euro) und Einparkhilfe rundum (500 Euro). Die mindestens 1.150 Euro für ein nicht einmal mittelprächtiges Navigationssystem kann man sich sparen und lieber im Zubehörhandel zugreifen.

Stärken

 
  • gutes Platzangebot
  • ordentliche Serienausstattung ab Premium
  • souveränes Fahrwerk
  • großer Kofferraum

Schwächen

 
  • unpräzise Schaltung
  • nur fünf Gänge
  • Panoramadach lässt sich nicht öffnen
  • laut im oberen Drehzahlbereich
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff