Opel Meriva B

Opel Meriva B

Vitaminspritze

Nur wenige Monate nach der geglückten Markteinführung des Meriva stockt Opel das Motorenprogramm auf. Der neue 1,7 CDTI Ecotec verspricht mit 130 PS einen gehörigen "Vitaminstoß" ohne große Tankstellen-Reue.

24. März 2012

Schick ist er, der neue Meriva. Die neue Opel-Formensprache mit dem markanten Kühlergrill, den großen spitz zulaufenden Scheinwerfern und der ausgeprägten Schulterlinie macht aus dem Minivan zwar noch keinen Alfa Romeo aber steht ihm gut zu Gesicht. Auch im Cockpit ist die Opel-DNA allgegenwärtig, wie man an den Rundinstrumenten sowie der mit Schaltern und Knöpfen übersäten Mittelkonsole sieht. Die Verarbeitung ist einwandfrei. Das niedrig platzierte Armaturenbrett, die weit vorm Fahrer entfernte Windschutzscheibe sorgen für ein luftiges Raumgefühl. Vorne sitzt man leicht erhöht und wer den Meriva nicht nur nutzt, um die Enkel in die Schule zu bringen, sollte die Ergonomiesitze (295 Euro Aufpreis) wählen.

Große Variabilität

Generell ist bei dem 4,29 Meter langen Rüsselsheimer Variabilität angesagt. Dank gegenläufiger angeschlagener Türen kommt man entspannt in den Fond. Die Sitze lassen sich zu einer eben Ladefläche umlegen (dann wächst der Kofferraum von 400 auf 1.500 Liter) oder zu zwei Lounge-Sesseln verschieben. Hinten ist genug Platz, so dass es sich entspannt reisen lässt. Ab der getesteten Ausstattungslinie "Design Edition" ist auch das "Flex Ray System" serienmäßig, mit dem man in der Mittelkonsole unter anderem Getränkehhalter und Armlehne frei platzieren kann. Die Serienausstattung mit sechs Airbags, elektrisch verstellbaren Außenspiegel, ESP, einem CD-Radio und einer Klimaanlage ist in Ordnung. Wer gern zum Radeln geht, kommt um den praktischen FlexFix-Fahrradhalter (590 Euro) nicht herum, Parkpiepser vorne und hinten sind für 520 Euro zu haben.

Kultivierter Diesel

Der 1,7-Liter-Diesel ist deutlich kultivierter als früher und macht dem 1,4- Tonnen-schweren Meriva Beine. Ab 2.000 Umdrehungen pro Minute liegt das volle Drehmoment von 300 Nm an, vorher ist eine leichte Anfahrtsschwäche spürbar. Erst bei 196 km/h ist der Vortrieb zu Ende und beim Spurt von null auf 100 km/h knackt der Meriva mit dem neuen Top-Motor die 10-Sekunden- Marke. Die größeren Scheibenbremsen packen herzhaft zu, wenn schnell Geschwindigkeit abgebaut werden soll. Der Verbrauch ist mit knapp 6,5 Litern immer noch im Bereich des Tolerierbaren.

Strafferes Fahrwerk

Das Fahrwerk wurde für den kräftigen Diesel noch einmal nachgeschärft und ist jetzt straffer abgestimmt. Auch wenn harte Schläge deutlicher mit dem Rücken der Insassen kommunizieren, ist der Meriva deswegen noch lange nicht unkomfortabel. Ganz im Gegenteil: Mit der elektrohydraulischen Lenkung ist auch die Trägheit vergangener Jahre passé und der Meriva lässt sich erstaunlich flott um die Ecken zirkeln.

Fazit: Wer öfters lange Strecken abspult und den entspannten Komfort eines kräftigen Diesel schätzt, ist mit dem neuen 1.7-CDTI-Motor gut bedient. 22.820 Euro ist nicht wenig Geld, aber der Meriva bietet einiges und gerade die Variabilität überzeugt.

Stärken

 
  • luftiges Raumgefühl
  • große Variabilität
  • kultivierter Motor
  • gutes Fahrwerk

Schwächen

 
  • überfrachtete Mittelkonsole
  • leichte Anfahrtsschwäche
Text: Press-Inform / Hans-Jürgen Peters