Opel Insignia

Opel Insignia

Elegantes Aushängeschild

Opel will mit dem Insignia an glorreiche Zeiten der oberen Mittelklasse anknüpfen. Damit das Unterfangen gelingt, haben die Rüsselsheimer einige Assistenzsysteme unter das ansehnliche Blechkleid gepackt.

15. Januar 2012

Die etablierte Konkurrenz in der Mittelklasse scheint übermächtig: Gegen den Audi A4 und BMW 5er anzukommen, ist das kein leichtes Unterfangen, auch wenn die Platzhirsche ein wenig in die Jahre gekommen sind. Doch der Insignia punktet gegen die beliebten Statussymbole mit einer sportlich flotten Linie, die sich mit der stark abfallenden Dachlinie und den wohlproportionierten Rundungen wohltuend vom kantigen Auftritt des Vorgängers Vectra unterscheidet.

Hochwertige Materialien

Der sportliche Auftritt ist Programm: Der Insignia ist etwas für den unkonventionellen Fahrer. Dabei hat er auch ganz gewöhnliche Werte: Der Innenraum gefällt durch hochwertige Materialien und durch eine angenehme Beleuchtung der Instrumente, die zum Wohlbefinden des Fahrers beiträgt. Das tun die exzellenten Sitze, die das Gütesiegel "Gesunder Rücken" völlig zurecht tragen jeden der 395 Euros Aufpreis wert sind. Dementsprechend angenehm sitzt es sich vorne. Dahinter ist zwar genug Beinfreiheit vorhanden, das lässt sich aber ab 1,80 Meter Körpergröße nicht mehr von der Kopffreiheit sagen. Unverständlich ist auch, warum die Bedienelemente doppelt sind. Einmal auf dem Mitteltunnel und dann noch einmal auf der Mittelkonsole, die mit den vielen kleinen Knöpfen hoffnungslos überfrachtet wirkt. Der Kofferraum ist mit einem Fassungsvermögen von 500 bis 1070 Litern durchaus ansehnlich, doch die viel zu kleine Luke erschwert das Beladen.

Opel Insignia im Video

 

Zu hoher Verbrauch

Viele Vernunftfahrer werden sich für den Kombi (= Sportstourer) und den etwas brummigen 160-PS-Diesel entscheiden. Für Spaßpiloten ist der 2.0 Turbo die erste Wahl. Die sollten aber gleich den Allradantrieb für knackige 3.180 Euro dazubestellen. Bei nassem Asphalt tut sich der Frontriebler schwer, die 220 PS und 350 Nm maximales Drehmoment bei 2.000 U/min auf die Straße zu bringen. Die Schattenseite der guten Laune zeigt sich an der Zapfsäule: Ein Durchschnittsverbrauch von 11,5 Liter Super auf 100 Kilometern ist trotz Winterreifen einfach zu viel.

Zerrende Vorderräder

Beim Fahrwerk hat Opel richtig gute Arbeit abgeliefert. Vor allem, wenn man im Sport-Modell die serienmäßige elektronische Dämpferabstimmung an Bord hat. Auch die Lenkung ist präzise; allerdings spürt man in schnellen Kurven schon das Zerren der Vorderräder. Ansonsten zieht der rund 1,6 Tonnen schwere Fronttriebler sicher seine Spuren. Nur die Schaltung könnte etwas präziser sein.

Der Insignia leistet sich ein paar Schwächen. Trotzdem sind die 32.005 Euro gut angelegtes Geld. Denn der Opel überzeugt durch ein vernünftiges Preis-Leistungsverhältnis.

Text: Press-Inform / Hans-Jürgen Peters