Nissan GT-R Track Pack, R35

Nissan GT-R Track Pack, R35

Donner und Doria

Der Nissan GT-R ist einer der besten Sportwagen der Welt. Beweis gefällig?

19. November 2012

Er gehört zu den besten Sportwagen - ja sogar Supersportwagen - der Welt und kommt nicht aus dem Hause Porsche oder Ferrari. Nein, kein Logo von Aston Martin, Jaguar, Maserati oder Lamborghini ziert seinen Kühlergrill. Vielmehr macht er allem, was sportlich, schnell und teuer auf Hochgeschwindigkeitspneus unterwegs ist, insbesondere eines: Angst.

Der Nissan GT-R ist einer der besten Sportwagen der Welt. Nicht mehr - und keinesfalls weniger.

Grandios sportlich

Das Fahrwerk mit seinen drei einstellbaren Modi bietet nicht nur nennenswerten Restkomfort, sondern auch den rechten Nährboden für sportlichsten Vortrieb. Vorne wurde mit besonders breiter Spur eine Doppelquerlenkerachse aus geschmiedetem Aluminium und Federbeinen verbaut. Hinten ist die Multilink-Konstruktion aus geschmiedetem Leichtbau nicht weniger aufwendig.

Das Handling ist eine Klasse für sich, wenn auch das hohe Gewicht von über 1,7 Tonnen und die Lenkung nicht ganz auf dem Niveau des 911er-Vorbilds sind.

Das Doppelkupplungs-Getriebe zeigt sich besonders bei langsamer Fahrt nur mäßig überzeugend. Gewaltige Kräfte und die Hoffnung des Motors, gleich zu Höchstleistungen aufgefordert zu werden, sorgen dafür, dass in Sachen Komfort beim Gangwechsel Wünsche offen bleiben. Die 632 Nm maximales Drehmoment zwischen 3.200 und 5.800 U/min und zwei züngelnde Turbos hoffen, dass das schnöde Trödeln auf dem mittleren Ring bald ein Ende hat, und es in freie Natur hinausgeht. Landstraße, Autobahn, Rennstrecke - egal. Hauptsache Dauerfeuer.

Mehr überzeugen kann die Bremsanlage, die bei geringer Temperatur und Beanspruchung zum Beispiel in der Innenstadt allerdings ähnlich ungelenk wie das Doppelkupplungs-Getriebe wirkt.

Was für ein Triebwerk

3,8 Liter Hubraum, sechs Zylinder, zwei Turbolader und jede Menge Wut im Nacken. 0 auf 100 in 2,8 Sekunden - diese Zahl muss man erst einmal sacken lacken. Weniger als drei Sekunden - das brennt sich noch mehr ins Hirn als eine Höchstgeschwindigkeit von 315 km/h.

404 kW / 550 PS traut man ihm selbst bei einem Blick auf das kastige Hinterteil und die vier bei genauerem Hinsehen immer größer werdenden Endrohre nicht zu.

Im Praxistest war es mit den in Aussicht gestellten 11,8 Litern Super nicht weit her. Unter 15 Litern war nichts zu machen, und bei flotter Gangart donnerten fast 17 Liter durch die Hochleistungseinspritzdüsen.

Allradantrieb für mehr Dynamik

Auf trockenem Untergrund ist der 4,67 Meter lange Nissan GT-R mit seiner gigantischen Leistung von 550 PS ein reiner Hecktriebler. Unterhalb von Tempo 10 wird der Japaner der leichteren Rangierbarkeit wegen immer ausschließlich über die Hinterachse angetrieben. Erst wenn die hinteren Räder die Haftung verlieren, kommt die Vorderachse zu vehementem Muskeleinsatz, die maximal die Hälfte der Motorleistung in sich aufnehmen kann.

Der Kraftfluss geschieht schnell und unmerklich für den Fahrer, der nur darüber mit der Zunge schnalzen kann, wie grandios der GT-R jedweden Antritt in den Asphalt bannt. Der Vortrieb findet gefühlt kein Ende. Egal, in welchem Geschwindigkeitsbereich man auch unterwegs ist.

Der Nissan GT-R ist in Sachen Fahrdynamik grandios. Das wird im japanisch verspielt wirkenden Cockpit mit Preiswertcharme schnell klar. Hier lieblose Analoguhren - da ein digitaler Multifunktionsbildschirm der jedem Computerspiel zur Ehre gereichen würde. Ordentliche, aber nur mäßig konturierte und einstellbare Sportstühle, ein griffiges Steuer und ein Starterknopf, der einen Taster zum Raketenabschuss erinnert, sind Insignien eines Supersportlers, der alles, nur nicht allzu dick auftragen möchte.

Basisversion reicht

Den besonders hungrigen Nissan GT-R Track Pack mit speziell belüfteter Hochleistungsbremsanlage, Innenraumdetails sowie optionaler Titan-Abgasanlage und Heckflügel aus Karbon (zusammen 13.300 Euro Aufpreis) für 103.800 Euro kann man sich getrost sparen. Der Standard-GT-R für rund 93.000 Euro ist ideal - nein, zumindest bei schneller Gangart fast perfekt.

Stärken 

  • grandiose Fahrleistungen
  • exzellentes Fahrwerk
  • variabler Allradantrieb

Schwächen 

  • hoher Preis
  • teure Wartungskosten
  • kaum Assistenzsysteme
  • Sitze
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff