Mercedes-Benz ML 400 CDI, W163

Mercedes-Benz ML 400 CDI, W163

Das Beste aus zwei Welten

Trotz der brachialen Optik brilliert die Mercedes-Benz M-Klasse dank des starken Diesel-Motors als Reise-Limousine. Aber auch im Gelände spielt der Allradler mit dem Stern seine Stärken aus.

15. Januar 2012

Zusammen mit dem BMW X5 macht die in den USA gebaute Mercedes-M-Klasse SUV (Sports Utility Vehicle) geländegängig. Seine Heimat sieht man der imposanten rollenden Trutzburg (4,64 Meter lang, 1,84 Meter breit und 1,82 Meter hoch) an und spürt sie auch im Innenraum. Dank des 2,82 Meter langen Radstands ist mehr als genug Platz für Fahrer und Passagiere. Eine dritte Sitzreihe (knapp 1.000 Aufpreis) macht den Mercedes zum Siebensitzer. Allerdings geht das dann auf Kosten Kofferraums, der zwischen 1.061 und 2.020 Litern schluckt und damit fast jeder Transport-Aufgabe gewachsen ist.

Busfahrer-Gefühle

Was die Optik verspricht, hält die Fahrerposition. Angemessen thront man über der Straße in bequemen Ledersitzen. Das etwas zu groß geratene Lenkrad, bei dem es keine Bedientasten gibt, lässt Busfahrer-Gefühle aufkommen. Das ist beim Cockpit anders: Im Laufe der Jahre wurden Verarbeitungsmängel und die Plastik-Landschaft ausgemerzt. Im Innenraum geht es nun standesgemäß edel zu: Leder und Edelholz dominieren. Die Bedienung ist im Großen und Ganzen schlüssig, hat aber kleinere Schwächen: Warum der Bordcomputer über dem Innenspiegel hängt und der Schalter für die Scheinwerfer-Waschanlage neben dem Zündschloss ein verschämtes Schatten-Dasein führt, lässt sich auch nach längerem Nachdenken nicht erschließen.

Airbags kosten extra

Die Ausstattung ist in Ordnung: Airbags und ESP kostenfrei dabei. Wer aber sein Modell auf Komfort trimmen will, muss tiefer in die Tasche greifen. Für Annehmlichkeiten wie Leder mit elektrischer Sitzverstellung sind 3.045 Euro Aufpreis fällig. Für das Navigationssystem sind es 2.256 Euro und Bi-Xenonlicht schlägt mit 1.125 Euro zu Buche. Dass wichtige und nutzvolle Ausstattungsmerkmale wie Parktronic (765 Euro), Regensensor (110 Euro) und Sidebags hinten (388 Euro) bei einem Grundpreis von 61.306 Euro extra berechnet werden, ist ärgerlich.Gegenteilige Gefühle kommen angesichts des Doppelturbo-Dieselmotor mit 250 PS und einem maximalen Drehmoment von 560 Nm auf. Das bärenstarke Aggregat hat mit dem 2,3 Tonnen schweren Automobil keinerlei Probleme und wuchtet das SUV in nur 8,3 Sekunden von null auf hundert km/h. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von 217 km/h lässt sich auch das eingebaute Überholprestige nutzen. Der Durchschnittsverbrauch von 12,5 Litern ist angesichts des Gewichts und der Fahrleistung wirklich in Ordnung. Leider schafft er nur die Schadstoffklasse Euro3.

Überragender Reisekomfort

Der Reisekomfort der M-Klasse ist wirklich beachtlich. Auch bei höheren Geschwindigkeiten jenseits der 160 km/h läuft er wie auf Schienen geradeaus. In den Kurven ist der ML 400 CDI allerdings nicht ganz so agil, wie der BMW X5 oder der Porsche Cayenne. Die Lenkung ist ebenfalls zu unpräzise. Im Gelände gibt sich der Allradler (permanente Kraftverteilung vorne/hinten: 48:52) ebenfalls keine Blöße. Eine Steigungsfähigkeit von 80 Prozent und eine mögliche Schräglage von 40 Prozent sind schon eine Ansage. Wird es trotzdem mal eng, hilft die Elektronik oder die zuschaltbare Geländeuntersetzung.

Fazit: Mit einem Preis von 61.306 Euro ist der ML 400 CDI alles andere als günstig. Doch die vielseitigen Einsatzmöglichkeiten und die Fahrleistungen machen erleichtern den tiefen Griff in die Tasche.

Stärken

 
  • großer Kofferraum
  • Starker Dieselmotor
  • Komfortables Fahrwerk
  • Geländegängigkeit

Schwächen

 
  • etwas groß geratenes Lenkrad
  • Schwächen beim Bedienkonzept
  • Schwammige Lenkung
Text: Press-Inform / Hans-Jürgen Peters