Autotest: Mercedes G500 4x42

Das Auto für nach dem Weltuntergang

Der totale Offroader

Dieser Koloss ist eine einzige Herausforderung – und was für eine. Nur ein Auto für alles. Ein fahrbarer Untersatz für Freizeit, Alltag, Winter- und Sommerurlaub oder die wochenendliche Jagd auf bergigen Landstraßen. Wenn, ja wenn man nur ein einziges Auto auswählen dürfte, dass für alles gewappnet ist. Die Wahl scheint leicht: der Mercedes G 500 4x42

26. Februar 2015

Die Erde ist kurz vor dem Untergang – oder besser: kurz danach. Trümmer und andere unüberwindbare Hindernisse machen den Weg an welches Ziel auch immer ebenso zu einer Herausforderung wie Angriffe von unbekannten Feinden. Ein düsteres Bild in einem Endzeitstreifen wie Mad Max. Ein Szenario wie gemalt für das neueste Spielzeug aus dem Hause Daimler, besser gesagt Magna.

Seit 1979 läuft hier in Graz die Mercedes G-Klasse vom Band. Jener längst zur Automobilikone erhobene Klettermaxe, der Armee, Scheichs, L.A.-Promis und Forstarbeitern gleichermaßen ein Lächeln ins Gesicht zaubert.

Aus dem rustikalen Nutzfahrzeug wurde speziell nach der Jahrtausendwende und der verspäteten Einführung auf dem US-Markt ein Lifestyle-Mobil ohne jeden Weichspülfaktor.

 

 
 

Setzt dem Kantholz die Krone auf

Reichten einst 72 bis 150 PS aus, um Kunden zu locken, bietet der mächtigste G in Kombination mit üppiger Lederausstattung wie im 65er AMG aktuell über 600 PS und als 6x6-Version für Wüstenausritte sogar drei Achsen und eine offene Ladefläche.

Wer es noch wilder, wer es noch spektakulärer will, der dürfte sich auf dem Genfer Automobilsalon Anfang März unsterblich verlieben. Der G 500 4x42 setzt dem österreichischen Kantholz die Krone auf.

„Noch ist nicht entschieden, ob er in Serie kommt“, unterstreicht der Mercedes G-Klasse-Verantwortliche Gunnar Güthenke und weiß doch, dass die Würfel längst gefallen sind. Das Untier kommt – und wie!

Keine Ende in Sicht – wo auch?

Auf dem Genfer Salon steht der Über-G noch als seriennahe Studie, doch bei den bisher gebauten vier Einzelstücken wird es nicht bleiben. Auch der Mercedes G 63 AMG 6x6, die leicht perverse Serienumsetzung eines australischen Armeemodells mit drei Achsen, V8-Doppelturbo und Portalachsen, sollte einst nur das Kleinstserienspielzeug für die Arabischen Emirate werden.

Letztlich wurden fast 150 verkauft, sodass kein Zweifel daran besteht, dass der G 500 4x42 im Studienstadium verharren dürfte.

Sein Auftritt ist martialisch: 45 Zentimeter Bodenfreiheit, Portalachsen, Verstellfahrwerk aus dem Rallyesport, sowie die bekannten drei Sperren, Untersetzung und die Leiterrahmenkonstruktion lassen irdische Hürden nicht mehr als Momentaufnahmen sein.

Das Ungetüm erklimmt die steilsten Hänge

Das Aggregat tut sein Übriges. So haben sich die experimentierfreudigen Ingenieure aus Graz an einem Neuankömmling im Daimler-Regal bedient. Der vier Liter große Doppelturbo treibt ab Sommer auch den AMG GT zu sportlichen Bestleistungen. Im G 500 4x42 leistet er stramme 422 PS und ein maximales Drehmoment von 610 Nm.

Dass das Ungetüm damit die steilsten Hänge erklimmt, ist jedoch nur die eine Seite der Medaille. Durch die um 30 Zentimeter verbreiterte Spur und den weiter nach unten gerückten Schwerpunkt der gigantischen drei Tonnen Leergewicht donnert dasEndzeitvehikel um Kurven, wie man es noch von keiner G-Klasse gesehen hat.

„Bei einem Unimog kann man mit den Portalachsen maximal 85 km/h schnell fahren“, erläutert Cheftechniker Erwin Wonisch. Er setzt hinzu: „Hier sind durch die breitere Spur und die doppelten Federbeine 210 km/h drin.“

Für den Ausflug ins Krisengebiet

Klar, ist die Lenkung nach wie vor alles andere als direkt, die Sitzposition mäßig und der Aufbau gigantisch, doch mit Laune und Volldampf geht es kurvige Passstraßen hinauf und wieder herab – immer wieder. Damit die Fahrdynamik ebenso weite Grenzen auslotet wie die Geländegängigkeit, hat das Erstlingswerk zwei Radsätze. Die 22-Zöller tanzen auf der Straße und grobstollige Beadlock-18-Zöller sind genau das Richtige für einen Ausritt im Krisengebiet.

Die Wattiefe: mächtige 100 Zentimeter. Wenn der G 500 4x42 Ende des Jahres Realität wird, sollte er fast 300.000 Euro kosten. Die Erfolgsgeschichte der Mercedes G-Klasse dürfte daher noch in diesem Jahr um das nächste Kapitel erweitert werden.

Das gilt auch für die Verkaufszahlen. „Mit 14.500 produzierten Autos waren wir vergangenes Jahr ausverkauft“, erläutert Gunnar Güthenke, „Spielraum nach oben gibt es aber noch.“ Bleibt abzuwarten, mit was die Grazer Kletterbande die Kunden in den nächsten Jahren lockt. Ein Finale der Mercedes G-Klasse ist nicht einmal in einem Endzeitstreifen in Sicht.

Der Monster-Offroader Mercedes G500 4x42 in der Bildergalerie.

 

Stärken

 
  • Brachiales Fahrverhalten im Gelände
  • beeindruckt dynamisch auf der Straße
  • Wattiefe und Bodenfreiheit

Schwächen

 
  • Monströser Preis

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Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff