Mercedes-Benz B180 CDI, W246

Mercedes-Benz B180 CDI, W246

Generationswechsel

Noch vor der A-Klasse hat Mercedes-Benz die komplett überarbeitete B-Klasse auf den Markt gebracht. Sie soll ältere Kunden genauso anziehen wie Familien.

30. März 2012

Mercedes versucht die Grätsche. Die neue B-Klasse soll wie gehabt die eher reifere Kundschaft binden, eine weniger langweilige Optik sie aber zugleich auch für Familien interessant machen. Entsprechend ist die neue B-Klasse zwar flacher und dynamischer geworden. Aber noch immer kommt sie als Kompaktvan daher. Mit weit öffnenden Türen, viel Platz für Passagiere und reichlich Gepäck.

Abesenkter Boden

Auch innen wurde die B-Klasse deutlich aufgewertet. Das Armaturenbrett wirkt hochwertig und aufgeräumt. Das frei stehende zentrale Multifunktionsdisplay erinnert an den iPad. Bedient wird es über einen Drehknopf am Mitteltunnel. Nahezu alle Parameter fürs Auto sind hier einstellbar - und natürlich Navigation und Audiosystem. Platz bietet die B-Klasse geradezu üppig - hinten sogar mehr als die C- oder E-Klasse. Dank des abgesenkten Bodens sitzt man in der neuen B-Klasse tiefer als in der alten. Der Kofferraum hat keine Ladekante und ist mit 486 Litern geräumig. Er lässt sich auf 1.545 Liter erweitern.

Schaltfaul unterwegs

Der Diesel unter der Fronthaube leistet 80 kW/109 PS und ein maximales Drehmoment von 250 Nm ab niedrigen 1.400 U/min. Das reicht für eine Höchstgeschwindigkeit von 190 km/h und den Spurt von 0 auf 100 km/h in 10,9 Sekunden. Und ist genug, um schaltfaul unterwegs sein zu können - man fühlt sich selten wirklich untermotorisiert. Der Diesel selbst bleibt dabei immer kultiviert und leise. Der Durst des 1,5-Tonners ist auch wegen der serienmäßigen Start-Stopp-Automatik relativ bescheiden. Mercedes gibt einen Durchschnitt von 4,4 Litern auf 100 Kilometer an, im Test waren es real 6,1 Liter Diesel.

Elektronik aus der Aufpreisliste

Federung und Fahrwerk sind komfortabel. Durch die Kurven geht es ohne übertriebene Seitenneigung, Kipp- und Wankbewegungen halten sich in Grenzen. Die Federung bügelt schlechte Straßen, Kopfsteinpflaster und Bodenwellen klaglos weg. Weniger gefällt die elektromechanische Servolenkung. Sie ist deutlich zu leichtgängig und zu schwammig. Deutlich besser: die manuelle 6-Gang-Schaltung. Sie lässt sich präzise, knackig und auf kurzen Wegen schalten. In der Aufpreisliste der B-Klasse finden sich nahezu alle Assistenzsysteme, die bislang vor allem den höheren Fahrzeugklassen vorbehalten waren: vom Abstandstempomaten über den Fernlichtassistenten bis zur Einparkautomatik. Dazu Internetzugang und ein direkter iPod-Anschluss. Die Elektronik überwacht den toten Winkel der Seitenspiegel und ob der Fahrer noch fit ist oder besser eine Pause einlegen sollte.

Hochwertig und wertbeständig

Billig ist die neue B-Klasse der Tradition des Hauses folgend nicht. Für den B 180 CDI muss man mindestens 27.578 Euro anlegen. Wer sich durch die Aufpreisliste wühlt, der wird auch locker die 40.000-Euro-Marke sprengen. Immerhin gibt es zu diesem Preis ein hochwertiges und wertbeständiges Auto, mit dem man ziemlich jede Herausforderung des Alltags meistern kann.

Stärken

 
  • viel Platz
  • großer Kofferraum
  • hochwertige Verarbeitung
  • bequeme Sitze
  • einfache Bedienung
  • laufruhiger Diesel
  • sicheres Fahrverhalten

Schwächen

 
  • eingeschränkte Sicht nach hinten
  • lange Aufpreisliste
Text: Press-Inform / Jürgen Wolff