Lada Priora Kombi

Lada Priora Kombi

Der Megabilligheimer

Bei Lada denkt man an robuste Technik, wenig Komfort, Alltagstauglichkeit und null Image. Völlig zurecht: Der Priora Kombi legt alle Tugenden und Schattenseiten des Russen offen.

16. Januar 2012

In Russland ist noch immer jeder vierte Neuwagen ein Lada. In Deutschland führt die Marke ein Schattendasein, seit Renaults Tochter Dacia das Billigsegment bedient. Fast alle Ladas hierzulande hören auf den Namen Niva, die Kompaktlimousine Priora hat kaum jemand auf der Rechnung. Dabei gibt es den Priora seit einiger Zeit auch als Kombi - offizielle heißt er Lada 2171 - und so schlecht sieht das Auto gar nicht aus.

Platzangebot noch in Ordnung

Der 4,34 Meter lange Kombi ist gedacht als günstiges Auto, um von A nach B zu kommen, sowie für Familien mit schmalem Geldbeutel. Der Kofferraum schluckt immerhin 444 Liter, nicht viel im Kombi-Segment, aber mehr als beim Golf. Die Klappe hat keinen Griff, sondern muss per Knopfdruck oder mit dem Schlüssel entriegelt werden. Im Fond sitzt man als Erwachsener etwas beengt.

Das Interieur des Lada ist keine Überraschung: Die Verarbeitungsqualität und vor allem die Anmutung der Kunststoffe und Sitze sind mäßig, die Verstellung des Fahrersitzes hakelig. Immerhin ist die Cockpit-Qualität besser als im Offroad-Urgestein Niva. Die Ausstattung des Wagens ist spartanisch, auch wenn es gegen Aufpreis immerhin eine Klimaanlage und elektrische Fensterheber gibt. ABS hat der Russe an Bord, ESP ist aber nicht einmal gegen Aufpreis zu haben. Notiz am Rande: Lada bietet genau wie Dacia drei Jahre Garantie, ein Jahr mehr als viele deutsche Hersteller.

Das Beste am Lada ist sein Motor

Unter der Haube hat der Priora einen 1,6 Liter großen Vierzylinder mit 98 PS (72 kW) und 145 Nm Drehmoment. Diese Leistung reicht völlig aus, denn der Kombi wiegt leer nicht einmal 1,2 Tonnen. Die Maschine hängt gut am Gas, die Gänge wechselt man mit einem etwas hakeligen Fünfganggetriebe. Den Durchschnittsverbrauch gibt Lada mit 6,5 Litern pro 100 Kilometer an, in der Praxis sind es rund sieben Liter.

Gegen 2350 Euro Aufpreis bietet Lada einen Autogasumbau (LPG) an. Der Gastank sitzt dann wie üblich in der Reserveradmulde, mit einem Knopf im Cockpit schaltet man zwischen Benzin- und Gasbetrieb um. Ein Leistungsunterschied lässt sich dabei nicht feststellen. Der Verbrauch mit Gas liegt ungefähr 15 bis 20 Prozent über dem Benzinverbrauch.

Fahrkomfort ist nicht schlecht

Der Lada ist leicht zu fahren, doch das Fahrverhalten eines modernen Kompaktwagens von VW, Hyundai oder Renault darf man nicht erwarten. Bei hohem Tempo auf der Autobahn schlingert der Vorderwagen leicht hin und her, die Lenkung ist unpräzise und die Neigung zum Untersteuern überdurchschnittlich stark. Der Fahrkomfort ist ganz ordentlich. An vereinzelte polternde Geräusche muss man sich aber gewöhnen.

Für Basiswünsche

Fazit: Der Lada ist mit 9990 Euro einer der billigsten Kombis auf dem Markt. Fahrverhalten, Technik, Ausstattung - überall ist der Russe allenfalls befriedigend und manchmal mangelhaft. Pluspunkte sammelt der agile Motor mit optionalem Gasbetrieb.

Text: Press-Inform / Sebastian Viehmann