Jaguar XFR

Jaguar XFR

Kraftmeier

Jaguar hat eine beeindruckende Sportwagenhistorie. Von dieser kann man sich bei einer Tour im 510 PS starken Jaguar XFR eindrucksvoll überzeugen.

12. August 2012

Auffallen um jeden Preis ist nicht die Sache des Jaguar XFR. Die zweitsportlichste Möglichkeit, einen XF zu bewegen, steht da in nahezu unschuldigem Silber. 20 Zöller, ein paar Spoiler und Schweller rundum - fertig. Allenfalls ein Sportpaket. Doch die vier Endrohre geben Hoffnung.

Und wenn der von einem Kompressor aufgeladene Achtzylinder einmal zum Leben erweckt ist, bricht es aus dem Briten heraus.

Wenig Hightech

Im Gegensatz zur teutonischen Konkurrenz lässt es die britische Sportlimousine deutlich bodenständiger angehen. Der Fahrer hat Gaspedal, zwei Fahrmodi, Lenkrad und Sechsstufenautomatik, um die opulente Motorleistung zu bändigen.

Manuelle Beeinflussungen von Fahrwerk, Getriebe und mehr sind zwar en vogue, gehen am 4,96 Meter langen Jaguar XFR jedoch weitgehend vorbei.

Er donnert los

Der aus anderen Modellen der Jaguar-Palette bestens bekannte Achtzylinder leistet Dank Kompressoraufladung im XFR mächtige 375 kW / 510 PS und ein gewaltiges Drehmoment von 625 Nm, das zwischen 2.500 und 5.500 U/min stetig anliegt.

Hört sich nach viel an - ist jedoch noch beeindruckender, wenn man am Steuer sitzt und den Kompressor frei atmen lässt. Er spurtet wenn gewünscht in knapp fünf Sekunden von 0 auf Tempo 100, allerdings wird man leider bei 250 km/h eingebremst. Der fünf Liter große Achtzylinder hätte noch genügend Power schneller zu rennen.

Die in Aussicht gestellten 12,5 Liter Superkraftstoff kann man auf dem Bordcomputer nur dann ablesen, wenn man leise und ruhig im Niemandsland vor sich hin rollt. Im realen Fahrbetrieb sind es 15 bis 17 Liter, die durch die Einspritzdüsen gejagt werden. Wer richtig schnell unterwegs ist, kratzt die 20-Liter-Marke nicht nur einmal.

Gelungenes Sportpaket

Es gibt am Fahrverhalten des Jaguar XFR nichts auszusetzen. Allein die Lenkung könnte etwas weniger leichtgängig sein und mehr manuelle Einflussmöglichkeiten auf Federung und Fahrprogramm wäre zeitgemäß.

Allrad wäre keine schlechte Option für den PS-Protzer. Je dynamischer man mit dem nur über die Hinterachse angetriebenen Sportler unterwegs ist, umso mehr spürt der Fahrer das Leergewicht von stattlichen 1,9 Tonnen.

Schwache Navigation

Der Preis des Jaguar XFR von 92.700 Euro passt gut zu seinem sportlichen Anspruch. Hier will man gegenüber der Konkurrenz nicht zurückstehen.

Dafür gibt es ein keinesfalls komplettes Ausstattungspaket, bei dem einige Assistenzsysteme fehlen und das überarbeite Navigationssystem nach wie vor nervt - und dann noch 2.490 Euro Aufpreis kostet.

Stärken 

  • beeindruckende Fahrleistungen
  • edles Interieur
  • ausgewogenes Fahrwerk
  • hoher Alltagsnutzen

Schwächen 

  • hoher Preis
  • sehr hoher Verbrauch
  • teure Extras
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff