Test Citroen DS5 BlueHDI 180

Facelift für den großen DS

Auf der Höhe der Zeit

Fünf Jahre gibt es den DS 5, nun bekommt er ein Facelift. Damit soll das Crossover aus Kompaktvan und Sportcoupé dem Zeitgeschmack vorauseilen. Ein erster Test zeigt, was der Premium-Citroën alles kann

 

20. Juli 2015

Das Design des DS 5 ruft keinen Wow-Effekt hervor, gefällt aber, denn vor allem die Front kann sich sehen lassen. Im Interieur haben die Franzosen die Kritik der Autofahrer beherzigt und zwölf Knöpfe aus der Mittelkonsole entfernt. Das Ergebnis ist ansehnlich, aber das Bedienkonzept ist verschachtelt.

Zentrales Eingabe-Instrument ist ein Sieben-Zoll-Touchscreen, eine manuelle Alternative gibt es nicht. Dass das Display bei Sonneneinstrahlung, die durch das optionale Panoramadach dringt, schlecht ablesbar ist, macht die Sache nicht besser.

Kennt man sich in dem neuen DS 5 noch nicht richtig aus, artet die Bedienung bisweilen in ein Suchspiel aus: Einige Schalter befinden sich im Dachhimmel des Automobils. Hat man sich einmal daran gewöhnt, ist das schnell verinnerlicht, aber intuitiv ist anders.
 

 

 
 

Keine ebene Ladefläche

Vorne ist man beim DS 5 trotz der hohen Sitzposition und des geringen Seitenhalts gut aufgehoben. Im Fond schaut die Sache etwas anders aus. Hinter normalgroßen Mitteleuropäern wird es um die Knie herum eng. Der Kofferraum fasst zwischen 468 Liter und 1.288 Liter.

Das ist ja ganz nett, setzt aber keine Maßstäbe: Mit dem Passat Variant kann der DS5 nicht mithalten, denn dessen Gepäckabteil schluckt mindestens 650 Liter und maximal 1.780 Liter.

Auch der erweiterte Ladeboden des Citroën ist leider nicht ganz eben. Allerdings ist das ein Manko, das selbst bei Oberklasse-Modellen der Konkurrenz anzutreffen ist.

Dieselmotor zerrt an den Rädern

Auf der Straße gefällt der Komfort des Fahrwerks, das jede Art von Wellen und Unebenheiten souverän schluckt. Das Lederlenkrad liegt gut in der Hand und die Steuerung gelingt einigermaßen präzise, auch wenn die Vorderräder bisweilen Probleme haben, die Kraft Dieselmotors auf die Straße zu bringen.

Immerhin zerren 133 kW / 180 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Newtonmetern, das bei 2.000 U/min bereitsteht, an den Vorderrädern. Die Stärke des DS 5 zeigt sich bei langen Autobahn- und Landstraßen-Etappen.

Dennoch lässt sich der 1.7-Tonnen schwere Franzose auch gerne zum Kurventanz bitten. Nur darf der Tango nicht zu enge und zu schnelle Drehungen beinhalten, denn da drängt das Flaggschiff nach außen.

Nicht alles, was glänzt, ist Alu

Das Interieur beeindruckt mit feinem Leder (Aufpreis: 3.490 Euro ), aufwendig unterschäumten Flächen und einer vernünftigen Verarbeitung. Doch im Detail offenbaren sich doch ein paar Schwächen. So sind etwa manche Knöpfe, zum Beispiel der obligatorische Start-Schalter, durch die Hartplastik-Anmutung nicht wirklich wertig. Auch bei den Applikationen im Cockpit ist bei weitem nicht alles Alu, was glänzt.

Wer will, kann sich die wichtigsten Fahrdaten auf einem Head-Display anzeigen lassen, das wie ein Visier aus dem Armaturenbrett klappt. Bei den Testwagen war dies nur in weißer Farbe möglich, doch die DS-Techniker versprachen uns, dass bis zum Verkaufsstart am 3. Juli auch eine Navigations-Vektorgrafik mit farbigen Dioden zu sehen sein wird.

App zeigt auch den Fußweg an

Hinsichtlich der Konnektivität können die Franzosen mit der Konkurrenz mithalten. Zwar ist eine Anbindung und Spiegelung des Smartphones aktuell nur für Geräte mit Android-Betriebssystem möglich, aber Apple Car Play soll in wenigen Monaten folgen. Und bei Citroën denkt man weiter: Die MyDS-App zeigt sogar den Fußweg zum Ziel. Die Software hilft auch beim Wiederfinden des Autos, wenn man sich im Großstadt- Dschungel verirrt hat.

Auch bei den Assistenzsystemen haben die Franzosen nachgelegt. Elektronische Wächter wie der Tote-Winkel-Assistent und die Rückfahrkamera sind bei der nicht ganz optimalen Rundumsicht des DS 5 natürlich sehr hilfreich. Beides gibt es im Paket zusammen mit einem Navigationssystem ab 1.490 Euro.

Wer den Spurhalte-Assistent dazuwählt, darf sich nicht wundern, wenn es beim Einparken plötzlich am Hinterteil summt: Das System teilt die Kollisions-Warnung nicht, wie zumeist üblich, über das Lenkrad, sondern über leichte Vibrationen im Sitzkissen mit.

Parksensoren serienmäßig

Der DS 5 kostet mit dem kräftigen Dieselmotor mindestens 36.990 Euro. Dafür gibt es in der Basisausstattung immerhin Parksensoren vorne und hinten, eine zwei Zonen-Klimaautomatik und ein Radio mit USB-Anschluss sowie Lenkrad- Fernbedienung.

Das Crossover Citroen DS5 mit Facelift in der Bildergalerie.

 

Stärken

 
  • Feines Leder im Innenraum
  • Design
  • neuer Diesel packt kräftig zu
  • harmonisches Fahrwerk

Schwächen

 
  • verschachteltes Bedienkonzept
  • neue Automatik raubt dem Motor Verve
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll