Audi R8, Facelift

Audi R8, Facelift

Brenneisen

Auch Audi baut Supersportwagen. Der Gegner des Porsche 991 Turbo heißt Audi R8 V10 TSI. Der bietet beeindruckende Fahrleistungen und einen sensationellen Sound.

21. März 2012

Nur kurz zum Bäcker fahren und ein paar Brötchen für die Lieben holen. Muss auch in einem Supersportler, wie dem R8 5.2 V10 drin sein. Doch in dem Ring-Boliden wird das zu einem Ding der Unmöglichkeit. Der R8 an sich ist nicht einmal mehr neu und trotzdem gibt es an jeder noch so kleinen Straßenecke visuellen Applaus der Umgebung. Die Kinder vor dem Schulhof glotzen, zeigen mit Fingern auf den Fahrer, der das Schauspiel im dunklen Innenraum versteckt wahrnimmt. Väter fallen bei der Familienradtour fast vom Rad; einige vor Anerkennung; andere vor Bewunderung oder Missgunst. Ein paar ältere Damen verrecken sich ebenfalls den Hals. Dabei ist der R8 in einem volumentauglichen blaumetallic und nicht in wildem gelb oder italienischem rot lackiert.

Auffallen um jeden Preis?

Doch er fällt auf - und wie. Zum einen wegen seines Designs und den offensichtlichen Merkmalen eines Sportwagens - zum anderen wegen des sonoren Lärms, der das Wohngebiet an diesem sonnigen Morgen durchpflügt. Ein waschechter Sportwagen, der es mit den Besten der Besten aufnehmen kann, BMW eine Nase dreht und auch Porsche oder Mercedes tatenlos zusehen lässt. Das hätte man sich vor zehn oder 15 Jahren mit einem Vier-Ring-Logo nicht vorstellen können.

Audi R8 im Video

 

525 Pferde

Mit seinem bulligen Sauger nimmt er es mit den Stärksten der Starken auf. Denn mit den 420 PS des R8 4.2 FSI kann man in dieser Liga keinen mehr locken. Ein Liter mehr Hubraum, ein Zylinder-Plus von zwei Brennkammern, 105 PS mehr und eine Höchstgeschwindigkeit von über 315 km/h lassen einen auf Augenhöhe mit Ferrari 430 Scuderia Porsche 911 GT3 oder Mercedes SLS düsen. Mit dem Vorteil, dass der Allradantrieb bei den R8-Modellen weit mehr ist, als ein Marketing-Gadget. Denn nicht nur bei feuchter Piste oder welliger Landstraße lernt man am Steuer des R8 V10 die Vorteile des quattro-Konzepts auch in einem Sportwagen schnell schätzen. Man genießt den Spurt 0 auf 100 km/h in 4,3 Sekunden ebenso wie die Höchstgeschwindigkeit, die sich nach Tachoanzeige erst hinter der 320-km/h-Marke wieder einbekommt.

Klappt auch im Alltag

Auch wenn Audis R8 5.2 FSI durchaus Nehmerqualitäten im alltäglichen Straßenverkehr hat; ein Alltagsauto ist er nicht. Er will sportlich und will nicht untertourig gefahren werden. Der Drehzahlmesser fühlt sich über 5.500 U/min am besten an und auf bockiger Straße macht man sich auf dem Beifahrersitz keine Freunde. Daran ändert auch die elektronische Dämpferregelung Magnetic Ride nichts, die einem die freie Wahl zwischen Sport- und Normalmodus lässt. Ob man sich für ein automatisiertes Schaltgetriebe oder eine manuelle Gangwahl entscheidet, ist ebenfalls Sache von Neigung und Engagement. Für die Rennstrecke oder regelmäßige Kurvenritte auf kurvenreichen Straßen ist das sequentielle Getriebe die bessere Wahl.

Nichts für jeden

Ein schneller Sportwagentraum, der mit 142.400 Euro für viele unerschwinglich bleibt. Doch viele Konkurrenten sind in dieser Leistungsklasse noch einiges teurer.

Stärken

 
  • exzellente Fahrleistungen
  • sehr gute Verarbeitung
  • überlegene Straßenlage
  • Komplettausstattung
  • Allradantrieb

Schwächen

 
  • hoher Verbrauch
  • kleiner Kofferraum
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff