Alfa Romeo Giulietta, ab 2009

Alfa Romeo Giulietta, ab 2009

Ciao Julia

Zum 100. Geburtstag hat Alfa Romeo eine Legende wiederbelebt. Doch bringt die rassige Giulietta mehr mit als nur Erinnerungen?

28. März 2012

Die kleine Julia der aktuellen Baureihe ist wieder in der Kompaktklasse zu finden. Mit 4,35 Metern Länge liegt sie zwischen VW Golf und Opel Astra. Wie gehabt stört nichts die Symmetrie des Alfa-Grills - auch die Giulietta darf wieder das Kennzeichen auf der linken Seite tragen. Innen bietet die Giulietta reichlich Platz - zumindest vorne und im Kofferraum, der mit 350 Litern Fassungsvermögen auf Golf-Niveau liegt. Sitze und Lenkrad lassen sich verstellen und auch größere Zeitgenossen sollten keine großen Probleme haben. Hinten geht es dagegen etwas enger zu.

Klein und unpraktisch

Die Türen hinten sind nicht unbedingt praktisch. Die Plastikgriffe sind an der C-Säule in den Türrahmen integriert und machen keinen stabilen Eindruck. Um die coupéhafte Linie zu erhalten, sind sie zudem relativ klein ausgefallen. Platz finden auf der geteilt umklappbaren Rückbank zwei Personen. Auch die Kniefreiheit ebenso wenig berauschend wie die Kopffreiheit. Etwas eng geht es auch bei den Pedalen zu. Die Instrumente lassen sich durchweg gut einsehen und erreichen. Allerdings sind vor allem Navi und Radio von einer intuitiven Bedienung weit weg.

Alfa Romeo Giulietta im Video

 

DNA zum Einstellen

Unter dem Blechkleid steckt aktuelle Konzerntechnik von Fiat. Mit der Giulietta kann man temperamentvoll und quirlig unterwegs sein - oder ruhig und gelassen. Die Antriebskräfte machen sich in der Lenkung nur bei sehr forscher Gangart leicht bemerkbar - auch das lässt sich korrigieren, wenn man die serienmäßige Fahrdynamik-Regelung "DNA" auf "D" für dynamisch stellt. Dann werden Lenkung, Gaspedal, Motorkennlinie und ESP weiter auf sportlich getrimmt und der Druck im Bremssystem wird erhöht. Im "Normal-Modus", in dem die Giulietta startet, lässt sich völlig unangestrengt fahren. Das Fahrwerk ist auch ohne Dynamik-Modus schon sportlich straff.

Knackiger Sound

Der aufgeladene und drehfreudige 1,4-Liter-Benziner sorgt mit seinen 125 kW/170 PS und einem Drehmoment von 230 Nm für jede Menge Fahrspaß. Offiziell braucht die Giulietta weniger als acht Sekunden von 0 auf 100 km/h und schafft eine Höchstgeschwindigkeit von 218 km/h. Der Motor ist vibrationsarm und kultiviert, sorgt sogar für einen knackigen Sound. Sein Verbrauch liegt offiziell bei 5,8 Litern Super. Im Test waren es eher knappe acht Liter. Das lag auch daran, dass das Start & Stopp-System nicht ein einziges Mal funktionierte.

Anderswo gibt es Hausmannskost

Mit einem Basispreis von 22.400 Euro ist die kleine Julia sicher kein Schnäppchen mehr. Ein entsprechend motorisierter VW Golf oder Opel Astra liegt ähnlich - bietet aber nur gute Hausmannskost. Und davon ist die Giulietta ungefähr so weit entfernt wie Rom von Wolfsburg.

Stärken

 
  • gutes Platzangebot
  • bequeme Sitze
  • hochwertige Materialien und Verarbeitung
  • agiles Handling
  • präzise Lenkung
  • sichere Fahreigenschaften

Schwächen

 
  • gewöhnungsbedürftige Bedienung
  • schlechte Übersicht
  • Start & Stopp kaum brauchbar
Text: Press-Inform / Jürgen Wolff