Grober Bruder

CrossPolo 1,2 TSI

Grober Bruder

Der CrossPolo erfreut sich steigender Beliebtheit. Deswegen wird diese Klientel bei der Modellpflege auch sofort bedient.
19. April 2014 Ein Polo kommt selten allein. Das ist auch beim Facelift so. Zeitgleich mit der Steilheck-Limousine gibt es auch den CrossPolo. Also den Kleinwagen, der optisch auf SUV macht. Dass der grobe Bruder von den Verbesserungen der Steilheck profitiert, ist klar. Vor allem im Innenraum überzeugt die Verarbeitung und die Materialanmutung.

Um den Kopf herum wird es eng

Der CrossPolo kostet mindestens 18.425 Euro, also 2.450 Euro mehr als die identisch motorisierte Steilheck-Limousine. Dafür gibt es unter anderem 17- Zoll-Alus, Parksensoren vorne und hinten, eine Dachreling, Parksensoren vorne und hinten, elektrische Fensterheber an allen vier Türen und eine Klimaanlage. Zur Markteinführung gibt es in Deutschland zwei Benziner mit 90 und 110 PS und einen Diesel mit 90 PS.

Smartphone spielt wichtige Rolle

Für großgewachsene Menschen wird es um den Kopf herum dann schon enger. Das Gestühl ist bequem, auch wenn die Beinauflage etwas länger ausfallen könnte. Mit einem Volumen von 280 bis 962 Litern ist der Kofferraum identisch zu dem der Steilheck-Limousine. Genauso wie der engbemessene Platz im Fond. Jeder, der die 1,90-Meter-Grenze knackt macht unliebsame Bekanntschaft mit dem Dachhimmel. Auch die Kniefreiheit ist nicht überragend.

Gutmütige Untersteuerneigung

Technisch feiert auch beim Scheinbar-SUV der Modulare Infotainment Baukasten (MIB) der zweiten Generation seine Premiere, der das Smartphone des Fahrers einbindet und die Apps per \"Mirrorlink\" auf das Display spiegelt. Dazu gibt es natürlich auch die - teils aufpreispflichtigen - Assistenzsysteme, wie einen Tempomaten, die Müdigkeitserkennung oder die Rückfahrkamera.
Obwohl der CrossPolo rund 1,5 Zentimeter höher liegt, als die \"normale\" Version, bietet er Komfort, ohne jedoch diese Rückenfreundlichkeit mit einer zu allzugroßen Wankneigung zu erkaufen. Bei schnellen Autobahnetappen ist alles im grünen Bereich, aber wenn die Radien geringer werden, ist eine leichte Rollneigung spürbar. Aber auch die fällt nicht übermäßig irritierend aus. Allerdings reagiert der 3,99 Meter lange und 1,49 Meter hohe CrossPolo bei Seitenwind schon etwas genervter. Allradantrieb ist selbst gegen Aufpreis nicht zu haben, da in einem kostensensitiven Segment nur wenige Kunden den Aufpreis bezahlen würden. Deswegen meldet der SUV-Polo den Grenzbereich mit einer gutmütigen Untersteuerneigung an.

Gemäßigter Durst

Das Lenkrad liegt gut in der Hand und der Motor gut am Gas. Die elektromechanische Lenkung hilft beim präziseren Zirkeln, ist aber auch noch nicht ganz der Weisheit letzter Schluss, da etwas indifferent und - vor allem um die Mittellage - zu leichtgängig. Die Sitzposition ist, wie im \"normalen\" Polo, hoch.
Der neue 1,2-Liter-Benziner hat 90 PS und erreicht, wie alle anderem Polo- Aggregate, die Euro-6-Norm. Das maximale Drehmoment von 160 Newtonmetern steht bereits ab 1.400 U/min zur Verfügung, was das Agieren im Verkehr durchaus entspannt. Aus dem Stand vergehen 11,4 Sekunden, bis die 100km/h-Marke erreicht ist. Das sind 0,6 Sekunden mehr als bei der Limousine. Die Höchstgeschwindigkeit ist mit 177 km/h um sieben km/h geringer. Den Durschnittsverbrauch gibt VW mit 4,9 l/100 km an, das ist nur unwesentlich mehr als bei der Limousine. Um genau zu sein 0,2 l/100 km.

Stärken

  • Durchzugsstarker Motor
  • vernünftige Verarbeitung
  • verbesserte Materialien

Schwächen

  • Nicht ganz billig
  • anfällig bei Seitenwind
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll