VW Scirocco, Typ 13

VW Scirocco, Typ 13

Sturmfront

Scirocco - das klingt nach wummernden Bässen auf Disko-Parkplätzen, nach heißen Überholduellen auf der Landstraße und nach Volkswagen ohne Mief. Die neue Version überzeugt auf dem Asphalt, erweist sich aber auch als ziemlich unpraktisch.

17. März 2012

Retro ist eigentlich nicht Volkswagens Sache, doch bei der Neuauflage des Scirocco weht ein Hauch 70er Jahre durch Wolfsburg. Das beweist schon eine Lackierung wie der grelle Farbton "Viperngrün-Metallic", den es bereits in den 70ies gab. Und genau wie damals ist der Scirocco zunächst einmal nur der schickere Golf und daher eine Alternative für Leute, die solide Technik mögen, aber nicht das Design des Allerweltsautos.

Baukasten-Flair

Im Scirocco findet man trotz der schicken Coupé-Optik eine Menge Golf. Abgesehen von Details wie bei den dreieckigen Türgriffen scheint überall das Baukastensystem durch. Gelungen sind die schalenförmigen Sportsitze. Der Fahrer freut sich über die tiefe Sitzposition und das unten abgeflachte Sportlenkrad. Im Fond ist das Platzangebot noch akzeptabel. Der Kofferraum ärgert mit seiner hohen Ladekante und lässt sich nur von innen oder per Schlüssel entriegeln. Es stehen 292 Liter Stauraum zur Verfügung, doch das enge Abteil lässt sich schlecht beladen. Ganz mies ist beim Scirocco die Übersicht nach hinten.

VW Scirocco im Video

 

200 PS machen am meisten Spaß

Das Motorenangebot reicht von 122 bis 200 PS. Der aus dem Golf GTI bekannte 2.0 TSI mit 200 PS zeigt schon durch den kraftvollen, mitunter leicht bollernden Sound, dass mit ihm richtig die Post abgeht. Mit Traktionsproblemen hat der Fronttriebler trotz seiner PS-Leistung so gut wie nie zu kämpfen. Das optionale 6-Gang-DSG mit Schaltwippen am Lenkrad sorgt für kurze Schaltübergänge. Die Beschleunigung von 0 auf 100 km/h reduziert sich auf 7,1 Sekunden, der Top Speed ist bei 233 km/h erreicht - so flott wie ein Golf GTI.

Ausgezeichnetes Fahrwerk

Auf der Straße kann der Scirocco halten, was die schnittige Optik verspricht. Die extrabreite Spur trägt zur satten und ruhigen Straßenlage bei. Seine 1,3 Tonnen Leergewicht merkt man dem Coupé kaum an. Gegen Aufpreis gibt es die adaptive Fahrwerksregelung DCC mit den Programmen Normal, Sport und Comfort. DCC passt die Dämpfercharakteristik der Fahrbahn und Fahrsituation an. So wirkt der Wagen im Sportmodus spürbar härter.

Der Preis ist hoch

Der Scirocco ist schnell, agil und macht einfach verdammt viel Spaß beim Fahren. Erkaufen muss man sich das allerdings mit hohen Preisen, einem nicht optimal nutzbaren Laderaum und einer lausigen Übersicht nach hinten. Das sportliche Volksvergnügen beginnt bei 21.750 Euro (1.4 TSI, 122 PS), der 2.0 TSI (200 PS) kostet 25.550 Euro.

Stärken

 
  • sportliche Fahrleistungen
  • knackiges Straßenlage
  • solide Golf-Technik
  • sehr gute Sitze
  • direkte Lenkung

Schwächen

 
  • hoher Preis
  • schlechte Übersicht nach hinten
  • enge und hohe Ladekante
Text: Press-Inform / Sebastian Viehmann