VW Phaeton, GP3

VW Phaeton, GP3

Überbrückungsmusik

Neben A8, 7er und S-Klasse gibt es nach wie vor den VW Phaeton. Gewohnt unspektakulär ist der große Volkswagen nach wie vor eine der besten Luxuslimousinen auf dem Markt.

21. März 2012

Auf sein Flaggschiff lässt VW-Chef Martin Winterkorn nichts kommen: "Die Krönung der Kunst des Automobilbaus" sei der Phaeton, maßgefertigt wie ein guter Anzug. Optisch darf der überarbeitete Luxuskreuzer stärker auf den Putz hauen, baut im Rückspiegel eine imposante Kulisse auf. Normalerweise sieht die neue VW-Designsprache eine schwarze Grillabdeckung vor, die die Scheinwerfer verbindet. "Dieses Element haben wir beim Phaeton invertiert", sagt Designer Andreas Mindt. Das heißt hell statt dunkel - der Phaeton darf eine mächtige Chromfront zum Besten geben. Die Rückansicht ist dagegen fast schon langweilig. Streng horizontale Linien und dicke C-Säulen lassen ohnehin keinen Spielraum für Extravaganz. Der Phaeton ist ein Auto, das in sich selbst ruht.

Schmales Spektrum

Die Motorenpalette umfasst nach wie vor einen V6-Diesel mit 240 PS, einen V6-Benziner mit 280 PS, den 335 PS starken V8 und als Top-Modell den Zwölfzylinder mit 450 PS. Gerade für den deutschen Markt, wo fast alle Phaetons mit Dieselmotor geordert werden, wäre Audis Achtzylinder-TDI mit 350 PS interessant - er passt aber nicht unter die Haube. Neue Antriebsstränge darf man erst vom Nachfolger mit neuer Plattform erwarten.

VW Phaeton im Video

 

Basisbenziner

Standesgemäßen Vortrieb bietet der Phaeton allemal. Abgesehen von einer gewissen Trägheit der Automatik beim Kickdown sorgt bereits der 206 kW / 280 PS starke V6-Benziner für reichlich Schub und packt die Insassen dabei in Watte: Kein Lärm und keine Vibrationen stören die Reise. Der serienmäßige Allradantrieb bringt die Kraft souverän auf die Straße. Den Durchschnittsverbrauch gibt VW mit 11,4 Litern pro 100 Kilometer an. Sparsamer ist man mit dem V6-Diesel unterwegs (Durchschnittsverbrauch 8,5 Liter). Konkurrenten wie der BMW 730d oder Audi können diesen Wert aber deutlich unterbieten.

Eine echte Sänfte

Die betont komfortable Lenkung des Phaeton lädt weniger zum schnellen Kurvenfahren als zum gemütlich Cruisen ein. Das ist ohnehin die größte Stärke des Autos - vollendeter Fahrkomfort bei jedem Tempo. Die Luftfederung hebt den Wagen über jedes Unbill auf dem Asphalt hinweg. Auch für die Fond-Passagiere wird der Wagen zur Sänfte. Die je nach Radstand bis zu 5,2 Meter lange Limousine gewährt eine üppige Beinfreiheit, wahlweise kann man es sich auch hinten auf Einzelsitzen bequem machen.

Kunden wollen nur Diesel

Die Preise des Phaeton beginnen bei 66.500 Euro (V6 TDI). Zum Vergleich: Ein BMW 730d (245 PS) kostet 73.300 Euro, ein Mercedes S 350 CDI (235 PS) mit Allradantrieb 77.528 Euro und ein Audi A8 3.0 TDI quattro (250 PS) 72.200 Euro. Mit V6-Benziner an Bord ist der Phaeton ab 71.200 Euro zu haben, der Zwölfzylinder steht mit 115.000 Euro in der Liste (jeweils 5-Sitzer).

Stärken

 
  • exzellenter Fahrkomfort
  • großzügiges Platzangebot
  • Allradantrieb serienmäßig
  • minimaler Geräuschpegel
  • vergleichsweise günstiger Preis

Schwächen

 
  • teils träge Automatik
  • keine neuen Motoren
  • leichtgängige Lenkung
Text: Press-Inform / Sebastian Viehmann