Mittelklasse mit Klasse

Fahrbericht VW Passat 2.0 TDI

Der Aufsteiger

40 Jahre - sieben Generationen. Auch die neueste Baureihe des VW Passat zeigt der europäischen Mittelklasse, wo es langgeht. Er steigert sich dabei so sehr, dass neue Konkurrenz erreicht: Der neue VW Passat klettert eine Klasse nach oben, ohne dabei zu wachsen.

6. Oktober 2014

Ob es letztlich ein 240 PS starker Powerdiesel mit Allradantrieb und Doppelkupplungs-Getriebe wird, muss jeder für sich entscheiden. Doch auch die leistungsschwächeren Passat-Versionen dürfen der Konkurrenz viel Kopfzerbrechen bereiten. Einer Konkurrenz, die längst nicht mehr Ford Mondeo, Peugeot 508 oder Opel Insignia heißt.

Denn der achten – nagelneuen – Passat-Generation ist anzusehen, dass sie ihre Widersacher unter Mercedes E-Klasse, BMW 5er und auch Audi A6 sucht. Der Ausstattungskatalog des VW Passat lässt dabei kaum noch Wünsche offen.

Da strahlen nicht nur die Dienstwagenfahrer, die sich zumindest für Optionen wie das Fahrerassistenzpaket oder eines der Navigationssysteme mit WLAN-Funktionen und MirrorLink entscheiden dürften.

 

 
 

 

Professioneller Kilometerfresser

Vier oder gar fünf Personen finden in Limousine und ebenso dem Kombi Variant mit Leichtigkeit Platz. Die Sitze sind nicht nur bequem; sie lassen sich vielfältig verstellen, beheizen oder kühlen. Dank der (optional) eingebauten Massagefunktion sind auch Langstreckenfahrten leicht zu ertragen.

Vorne wie hinten gibt es dank acht Zentimetern mehr Radstand nicht nur im Variant üppigste Platzverhältnisse. Der Laderaum der Limousine schluckt mit 586 Litern den Zwei-Wochen-Urlaub problemlos.

Wer noch mehr Platz und Variabilität sucht, greift sowieso zum Passat Variant, der 650 bis 1.780 Litern schluckt. Nach unserem Urteil das einzige Manko im Kombi: die elektrische Heckklappe kostet 925 Euro extra. Wie viele andere nette Details leider auch.

Adaptive Dämpfer

Man sitzt also gut im VW Passat, genießt das geringe Geräuschniveau, umfangreiche Komfortfunktionen und ein nur optional beeindruckendes Sicherheitspaket mit allen wichtigen Assistenzsystemen.

Die Instrumente sind auf Wunsch animiert, das ehemalige Langweilermodell strahlt aus schicken LED-Scheinwerfern, und wer Eindruck schinden will, ordert nicht nur den Allradantrieb und ein Head-Up-Display, sondern den kraftstrotzenden 240-PS-Diesel, der mit Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und 4Motion-Antrieb gerade einmal 5,4 Liter Diesel (nach EU-Norm) verbraucht.

Das Volumenmodell 2.0 TDI Variant wird ebenfalls von einem zwei Liter großen Turbodiesel angetrieben. 110 kW / 150 PS und 340 Nm maximales Drehmoment sorgen für soliden Vortrieb. 218 km/h Höchstgeschwindigkeit steht ein Normverbrauch von 4,1 Litern Diesel gegenüber. Der Selbstzünder ist zwar nicht wirklich leise, bringt aber den 1,5 Tonnen schweren Lademeister völlig mühelos auf Touren.

Preis ab 30.000 Euro

Der VW Passat bietet einen Reisekomfort, dass der Premiumkonkurrenz eine Klasse darüber Angst und Bange werden muss. Die Lenkung ist präzise und etwas zu leichtgängig. Die verschiedenen ansteuerbaren Fahrmodi könnten ebenso wie beim Golf breiter gefächert sein.

Es bleibt abzuwarten, wie viele Kunden sich für das adaptive Fahrwerk entscheiden werden, das nur in der Topausstattung Highline serienmäßig verbaut ist.

Der Volumendiesel des VW Passat 2.0 TDI Variant mit 110 kW / 150 PS kostet in der sinnvollen mittleren Ausstattungsvariante Comfortline als Handschalter mindestens 33.575 Euro. Der ebenso starke Basisbenziner mit 1,4 Liter großem Turbodirekteinspritzer startet 2.200 Euro darunter.

Weitere Details zum VW Passat 2.0 TDI in der Bildergalerie

 

Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff