VW Golf R, Golf VII

VW Golf R, Golf VII

Scharfer Alleskönner

Der neue Golf R hat eine zurückhaltende Optik, aber eine überzeugende Fahrdynamik - und bleibt dabei alltagstauglich.

21. Januar 2014

Die BMW M GmbH lässt grüßen: Der Golf R macht optisch einen auf dicke Hose und protzt im Heck, wie die Münchener Sportler, mit vier Endrohren. Trotz der auffälligen Auspuffanlage macht der Golf R keinen auf Krawallsportler. Das würde die Klientel, die in der Regel über 35 Jahre alt ist, auch nicht goutieren.

Im Vergleich zum normalen Golf liegt der R 20 Millimeter tiefer, im Vergleich zum GTI sind es noch fünf. Daher steht die R-Version satter auf der Straße und wirkt harmonischer als der etwas stelzige Normalo-Golf.

Konservatives Interieur

Das Interieur befindet sich ebenfalls eher auf der konservativen Seite. Die serienmäßigen Sportsitze sorgen für sehr guten Seitenhalt. Die Innenraumbeleuchtung, die illuminierten Einstiegsleuchten und die blauen Zeiger weisen auf den R hin.

Auf Wunsch gibt es noch verschiedene Fahrprofile von Eco bis sportlich, variable Dämpfer oder ein noch sportlicheres Fahrwerk. Wer sich den Dynamik-Golf gönnen will, muss aber mindestens 38.350 Euro auf den Tisch legen. Damit ist der R knapp 600 Euro billiger als der Konzernbruder Audi S3.

VW Golf VII im Video

 

Gewichtsreduktion

Beim aktuellen R geht es um Agilität und Gewichtsreduktion. Deswegen ist der neue Golf R mit 1.476 Kilogramm 45 kg leichter als sein Vorgänger. Das entspricht 4,92 kg pro PS. Das bedeutet: In 5,1 Sekunden erreicht der Kraftbolzen aus Wolfsburg die 100-km/h-Marke.

Dynamisch und kontrollierbar

Stärke ist eine Sache. Agilität eine andere. Beim Golf R setzt VW auf einen Haldex-5-Allradantrieb, der im Extremfall in Sekundenbruchteilen annähernd bis zu 100 Prozent der Kraft auf eine Achse feuert.

Auch die Software ist weiterentwickelt. Geht es um die Ecke, bremst das XDS+ die kurveninneren Räder früher und nicht mehr ganz so abrupt ab, wie bisher. Außerdem greift dieses elektronische Torque Verctoring auch ohne Bremseeingriffe ein. Das macht den schnellsten aller Golf dynamischer und kontrollierbarer.

Bissig am Gas

Der Fahreindruck bestätigt das Datenblatt: Der aufgeladene Vierzylinder hängt bissig am Gas und untermalt seine Leistungsbereitschaft mit einem voluminösen Grollen.

Das echte Erlebnis ist aber das Zusammenspiel aus Allradantrieb, 300 PS und einem maximalen Drehmoment von 380 Newtonmetern, das schon ab 1.800 U/min bereitsteht.

Grundsätzlich ist auch der Golf R ein Frontriebler, nur bei Bedarf, also wenn Schlupf auftritt, wird die Hinterachse dazugeholt. Das reduziert den Verbrauch. Die Kombination aus neuem Motor, verbesserter Aerodynamik, Gewichtsreduzierung und verschiedenen technischen Kniffen ergibt einen Verbrauch von 7,1 l/100 km. Beim Vorgänger waren es 1,4 Liter mehr.

Potenter Alltagssportler

Selbst bei deaktiviertem ESP bleibt der Über-Golf leicht beherrschbar. Das Heck reagiert sofort auf Gasstöße, kündigt aber frühzeitig an, wenn aus dem Drift ein unfreiwilliger Kreisel zu werden droht. Je mehr man einlenkt, umso mehr Kraft gibt der Allradantrieb auf die Hinterachse.

Selbst auf zugefrorenen schwedischen Seen mit extrem wenig Grip lässt sich der Golf R mit einer Kombination aus Gasstößen und Lenkbewegungen souverän um jedes Hindernis zirkeln. Dass diese Dynamik nicht mit einem übertrieben harten Fahrwerk erkauft wird, macht aus dem Golf R auch einen potenten Alltagssportler.

Stärken 

  • deutlich reduzierter Verbrauch
  • leicht beherrschbar
  • guter Motor

Schwächen 

  • einige sportliche Extras aufpreispflichtig
  • nicht ganz billig
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll | Bildmaterial: Hersteller