VW Golf VII

VW Golf VII

Europas Einigkeit

Die Kompaktklasse hat ein neues Aushängeschild. Der VW Golf, längst mehr als nur der Liebling der Deutschen, geht in seine siebte Generation. Und so fährt er sich:

2. Oktober 2012

Jeder kennt den VW Golf, und die meisten sind in ihrem Leben schon mindestens einmal gefahren. Er ist einer der wenigen Klassiker auf dem europäischen Automarkt - und das eigentlich schon seit 38 Jahren.

Die siebte Generation zeigt der erstarkten Konkurrenz aus dem In- und Ausland, wo der Hammer hängt, und wie man sich breit aufstellt, um die Kunden zu verzücken - welche Wünsche sie auch immer haben mögen.

Auf Nummer sicher

Rund sechs Zentimeter länger und drei Zentimeter flacher als bisher will sich der VW Golf der Generation VII dynamischer und emotionaler als bisher präsentieren. Das Platzangebot passt, und wo die Konkurrenz mit fehlenden Antriebsvarianten schmerzhafte Lücken lässt, schlägt Volkswagen in gewohnter Härte zu.

Turbotriebwerke, moderne Diesel, Doppelkupplungs-Getriebe, Allrad- und Sportmodelle - beim Golf der Generation sieben gibt es fast nichts, was es nicht gibt. Er bietet unter anderem Abstandstempomat, Spurhalte- und Notbremsassistent, Verkehrszeichenerkennung und Müdigkeitserkennung.

Die Rundinstrumente lassen sich perfekt ablesen, und die zum Fahrer hin geneigte Mittelkonsole ist exzellent. Über den großen TFT-Bildschirm des Navigationssystems (ab 1.375 Euro) lassen sich zudem Radio, Einstellungen, Soundsystem und Telefon gut bedienen. Sitzen und Verkleidungen merkt man das ein oder andere Gramm weniger Gewicht jedoch an. Der Laderaum schluckt 380 bis 1.270 Liter.

VW Golf VII im Video

 

Vier Motoren zum Start

Zum Marktstart gibt es den VW Golf mit zwei Dieseln und zwei Benzinern. Wer kraftvoll und sparsam unterwegs sein will, dem dürfte schnell der Golf 2.0 TDI in den Sinn kommen. Auf 110 kW / 150 PS und 320 Nm Drehmoment erstarkt, präsentiert sich der Fronttriebler kraftvoller denn je.

0 auf Tempo 100 in 8,6 Sekunden und 216 km/h Höchstgeschwindigkeit lassen einen kurz von einer sparsamen Sportversion träumen. Denn der Normverbrauch von 4,1 Litern kann sich abgesichts der Dynamik sehen und fahren lassen.

Der zwei Liter große Selbstzünder hängt straff am Gas, ist akustisch im exzellent gedämpften Golf VII jedoch kein Leisetreter. In Sachen Drehfreude könnte er etwas mehr bieten.

DCC muss nicht sein

Im Fahrbetrieb macht sich nicht nur die gelungene Fahrwerksabstimmung, sondern auch die Gewichtsersparnis bemerkbar. Je nach Modellvariante hat der Golf um bis zu 100 Kilogramm abgespeckt. So bringt der VW Golf 2.0 TDI knapp 1,4 Tonnen auf die Waage. Dr. Ulrich Hackenberg: "Bis zu 100 Kilogramm einzusparen - ohne teure Materialien wie Magnesium oder Aluminium einzusetzen - das ist ein technischer Meilenstein."

Bei der elektronischen Dämpferabstimmung DCC (Aufpreis 990 Euro) ist der Unterschied zwischen den einzelnen Fahrmodi Comfort, Normal und Sport zu gering und im Realbetrieb kaum herauszufahren. Wenn schon abgestuft, sollte die Komfortstellung noch komfortabler und die Sportmodus noch straffer sein.

Das Gleiche gilt für die Lenkung, die beim Golf etwas direkter sein könnte.

Der VW Golf bleibt auch in seiner siebten Generation das Maß der Kompaktklasse. Das bekommen nicht nur die Volumenmodelle, sondern auch BMW 1er, Mercedes A-Klasse und Audi A3 zu spüren.

Das nacke Basismodell VW Golf 1.2 TSI Trendline mit 85 PS und Fünfgang-Handschaltung startet bei 16.975 Euro. Der VW Golf 2.0 TDI Comfortline startet bei 25.275 Euro. Kein günstiges Vergnügen.

Stärken 

  • sparsamer Verbrauch
  • wertiger Innenraum
  • gutes Platzangebot
  • breites Spektrum

Schwächen 

  • mäßige Serienausstattung
  • Assistenzsysteme nur gegen Aufpreis
  • Fünfgang-Getriebe für Basisversionen
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff