VW Crafter

VW Crafter

Kraftakt mit vielen Talenten

Der Crafter ist nicht nur der hässliche Zwillingsbruder des Mercedes Sprinter, er ist auch ein echtes Multitalent. Damit knüpft er nahtlos an die Eigenschaften des LT an - leider auch beim Preis.

17. März 2012

Der sieht wirklich nach Arbeit aus. Die bullige Schnauze, die senkrecht übereinander stehenden Scheinwerfer - ein markanter Auftritt ist dem Crafter auf jedem Speditionshof sicher. VWs Großer ist dennoch in weiten Teilen identisch mit dem Mercedes Sprinter. Die Vorteile des Crafter neben dem dichten VW Nutzfahrzeuge-Händlernetz sind seine enorme Vielseitigkeit sowie die kräftigen Motoren. Für viele gewerbliche Kunden bleibt der Wagen begehrenswerter als Fiat und Co., aber leider auch teuer.

Tausendsassa

Zur Auswahl stehen die drei Grundmodelle Crafter 30 (3 Tonnen Gesamtgewicht), Crafter 35 (3,5 Tonnen) sowie Crafter 50 (5-Tonner). Außerdem gibt es Pritschenwagen, Kastenwagen, Fahrgestell, Kombi und drei verschiedene Radstände (3250mm, 3665mm und 4325mm) sowie eine Variante mit verlängertem Überhang. Bei den Kastenwagen wird neben Normal- und Hochdach erstmals ein "Superhochdach" mit einer Stehhöhe von 2,14 Metern im Laderaum angeboten. Der Kastenwagen hat eine 1300 mm breite Schiebetür, Euro-Paletten passen also quer hinein. Das Cockpit präsentiert sich aufgeräumt und robust, Platz und praktische Ablagen gibt es reichlich. Weniger schön: Die lange Schnauze macht den Wagen unübersichtlicher als den Vorgänger LT.

VW Crafter im Video

 

136 PS sollten es für die Autobahn schon sein

Der Crafter hat einen 2,5-Liter Dieselmotor mit 89, 109, 136 oder 164 PS an Bord. Wieviel Leistung man braucht, richtet sich natürlich nach den betrieblichen Erfordernissen. Für Langstreckenverkehr sollten es mindestens die 136 PS sein, für andere Bedürfnisse wie etwa Rettungsdienste und Feuerwehr eher die 164 PS. Das serienmäßige Sechsganggetriebe kann überzeugen, für den harten Alltag - mit vielen verschiedenen Fahrern hinterm Steuer verschleißen auch Kupplungen schneller - lohnt sich durchaus das automatisierte Schaltgetriebe. Der Verbrauch des VW Crafter schwankt je nach gewählter Motor- und Karosserievariante sowie je nach Hinterachsübersetzung.

Kein PKW, aber unproblematisch

Der Crafter ist ein Nutzfahrzeug: Hoher Schwerpunkt, robustes Fahrwerk und breite Abmessungen lassen keinesfalls das PKW-Gefühl eines VW Multivan aufkommen. Trotzdem fährt sich der Crafter angenehm leicht, lässt sich in Kurven gut beherrschen und ist recht kommod gefedert.

Teuer wird es in jeder Version

Der Crafter ist ein teures, aber extrem vielseitiges Nutztier. Preislich startet der nackte Crafter bei 21.235 Euro (Crafter 30 Fahrgestell mit Einzelkabine und kurzem Radstand), den Kastenwagen gibt es ab 24.345 Euro.

Stärken

 
  • viel Platz im Cockpit
  • angenehmes Fahrverhalten
  • extrem vielseitig
  • durchzugsstarke Dieselmotoren (ab 136 PS)

Schwächen

 
  • nach Vorne unübersichtlich
  • durchweg hohes Preisniveau
Text: Press-Inform / Sebastian Viehmann