VW Amarok

VW Amarok

Neue Welten

Pick Ups kommen gemeinhin aus Asien oder den USA. Volkswagen geht in dem rustikalen Segment auf Erkundungstour.

21. März 2012

Volkswagen will weltweit die Nummer eins werden - so schnell als möglich. Die Produktionsprobleme bei Toyota kommen den aufstrebenden Wolfsburgern dabei gerade recht. Der neue VW Touareg ist wichtig; doch noch interessanter ist der Amarok. Denn mit einem Pick Up kann VW auf Märkten angreifen, wo man bisher mit den Schultern zucken musste. Denn Pick Ups, in Deutschland mit jährlichen Neuzulassungen von weniger als 10.000 Fahrzeugen wenig beachtet, sind wahre Bestseller in regionen von Südamerika, Asien, Afrika und Nordamerika.

Konkurrenz im Blick

Als Schritt Nummer eins schaute sich die VW-Nutzfahrzeugabteilung die internationalen Platzhirsche genau an. "Natürlich haben wir als erstes Fahrzeuge von Mitsubishi, Nissan und Toyota genau angesehen", so Schreiber, "die haben schließlich weltweit die meiste Erfahrung. Schließlich muss man die wesentlichen Dinge richtig machen. Sonst geht das Ganze in die Hose." Das kann man sich auf den umkämpften Märkten kaum erlauben. Der Plan, Teile des Edel-SUV VW Touareg in einen Pick Up zu übertragen, wurden schnell verworfen - viel zu teuer. Schließlich sind die geländegängigen Lastesel nicht nur aufgrund ihrer vielfältigen Einsatzmöglichkeiten beliebt, sondern auch wegen ihrer günstigen Preise.

VW Amarok im Video

 

Nur ein Vierzylinder

Verglichen mit der starken asiatischen Konkurrenz setzt VW dabei auf ein Triebwerk mit ungewöhnlich wenig Hubraum. Ist die Konkurrenz mit Dieseln zwischen 2,5 und drei Litern Diesel unterwegs, muss der Amarok mit zwei Litern auskommen. Dafür wurde der aus dem Transporter T5 bekannte Commonrail-Diesel mit einer doppelten Turboaufladung aufgebrezelt. Macht unter dem Strich 120 KW / 163 PS und ein maximales Drehmoment von 400 Nm ab 1.500 Touren. Hinter dem Steuer kann der mindestens zwei Tonnen schwere Amarok eine spürbare Anfahrschwäche jedoch kaum übertönen und nicht nur mit Lasten auf der Ladefläche oder im täglichen Hängerbetrieb wünscht man sich ein oder zwei Brennkammern und ein paar Gläser Brennraum mehr.

Über Stock und Stein

Die Fahrleistungen sprechen eine andere Sprache. 0 auf 100 km/h in 11,4 Sekunden und eine Höchstgeschwindigkeit von 181 km/h sind in dieser Klasse eindrucksvolle Werte. Zudem soll der Lastesel mit der Aerodynamik eines Einfamilienhauses nur 7,8 Liter Diesel auf 100 Kilometern verbrauchen. Die Konkurrenz ist langsamer und verbraucht mindestens 1,5 Liter pro 100 Kilometer mehr. Unterwegs auf Straße, Wald und Flur zeigt sich der Amarok vielfältig einsetzbar. Jedoch könnten die Bremsen etwas kraftvoller packen und die Lenkung ist deutlich zu leichtgängig. Die meisten Kunden dürften sich jedoch vorrangig für Gelände- und Alltagseigenschaften sowie die Lademöglichkeiten interessieren. Auf der breiten Ladefläche kann der Amarok eine Euro-Palette und maximal 1.150 Kilogramm tragen. Die Anhängelast beträgt maximal 2,8 Tonnen. Produziert wird der VW Amarok, übersetzt "Wolf", in der Nähe von Buenos Aires.

Preise ab 28.000 Euro

Ein praktischer Pick Up von Volkswagen - wieso nicht? Der VW Amarok wird je nach Ausstattung in Deutschland zwischen knapp 28.000 und 35.000 Euro kosten. Von den 50.000 bis 100.000 Amaroks, die in Argentinien jährlich vom Band laufen sollen, kommen 10 bis 15 Prozent nach Europa.

Stärken

 
  • gutes Platzangebot
  • stark im Gelände
  • hoher Nutzlast
  • sehenswertes Design

Schwächen

 
  • Automatik erst 2012
  • wenig Platz im Fond
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff