Toyota Auris, E180

Toyota Auris, E180

Auf dem richtigen Weg

Toyota hat aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt und hat den Auris mächtig aufgepeppt. Zwar kann der Japaner dem Golf den Rang noch nicht streitig machen, ist aber auf einem guten Weg.

5. Dezember 2012

Der Auftritt des neuen Auris überzeugt. Vom barocken Charme des Vorgängers ist nichts mehr geblieben. Die Front mit dem schmalen Kühlergrill, der trapezförmigen unteren Schürze und dem größeren Toyota-Logo in der Mitte ist deutlich ansprechender als das bisher gezeigte. Dass das Heck ein wenig dem koreanischen Konkurrenten Hyundai i30 gleicht, ist ein verschmerzbarer Misston in der harmonischen Symphonie.

Solide Verarbeitung

Auch beim Innenraum haben die Japaner aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Die Materialien sind wertig und die Verarbeitung durch und durch solide. Das Lederlenkrad ist dick genug und liegt gut in der Hand.

Im Detail gibt es beim Auris noch kleine Schwächen, denn ein paar Plastikapplikationen sind nicht über jeden Wertigkeitszweifel erhaben.

Bequeme Sitze

Im neuen Auris lässt es sich komfortabel reisen. Die Sitze sind bequem, und man findet problemlos eine gute Position hinter dem Lenkrad. Ähnliches gilt auch für die Fond-Passagiere. Auch in der zweiten Reihe haben Erwachsene Platz.

Der Kofferraum hat jetzt ein Volumen von 360 Litern. Legt man die Rücklehnen der zweiten Reihe um, bleibt eine Kante, die man aber durch einen höhenvariablen Ladeboden bequem ausgleichen kann. Stört nur noch die etwas zu hohe Ladekante.

Überarbeitetes Fahrwerk

Einmal in Bewegung flitzt der Auris agil um die Kurven und zeigt deutlich weniger Wankneigung als der Vorgänger. Die Lenkung ist zwar etwas präziser, erreicht noch nicht BMW-Niveau. Das liegt auch an der geringen Rückmeldung.

Am wenigsten überzeugt der lethargisch wirkende 132-PS-Benziner. Trotz 160 Newtonmetern Drehmoment muss man bei Bergauffahrten im sechsten Ganz zurückschalten. Hauptgrund für die neugewonnene Sportlichkeit, ist eine um bis 85 Kilogramm leichtere Karosserie und ein komplett überarbeitetes Fahrwerk.

Überschaubare Preise

Trotz des getriebenen Aufwands bleiben die Preise überschaubar: Das Einstiegsmodell mit 99 PS, sieben Airbags und elektrischen Außenspiegeln kostet 15.990 Euro - rund tausend Euro weniger als der billigste Golf. Der hat aber schon eine Klimaanlage an Bord.

Für 22.500 Euro gibt es dann schon einen wirklich gut ausgestatteten Auris mit Einpark-Assistent, Tempomaten und einer Zweizonen-Klimaautomatik.

Der Hybrid hat 136 PS, verbraucht 3,8 l/100 km, emittiert 87 g CO2/km und kostet mindestens 22.950 Euro. Damit ist das elektrifizierte Variante 200 Euro billiger als der Zwei-Liter-Diesel.

Ab 19. Januar steht der neue Auris beim Händler. Knapp ein Drittel der für nächstes Jahr geplanten 15.000 Verkäufe sollen Hybrid-Modelle sein. Doch das ist nicht das Einzige, worauf sich die Auris-Fans freuen können. Der neue kompakte Japaner ist ein gutes Auto.

Stärken 

  • frisches Design
  • Platz
  • wertiger Innenraum
  • Komfort

Schwächen 

  • müder Motor
  • gefühllose Lenkung
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll