Fahrbericht: Subaru Forester 2.0 d

Neue Automatik bremst den Geländegänger

Waldarbeiter auf Valium

Subaru kombiniert bei seinem SUV Forester den Boxerdiesel mit der CVT-Lineartronic-Automatik. Die ist leider nicht sehr temperamentvoll.

5. Februar 2015

Subaru geht unbeirrt seinen eigenen Weg. Und das erfolgreich. Während manche kleine Autobauer nach wie vor um das Überleben kämpfen, schreiben die Japaner schwarze Zahlen. Konsequent statten die Japaner die meisten ihrer Modelle mit Allradantrieb aus und halten an den Boxer-Diesel-Motoren fest.

Diese Beharrlichkeit macht die Automobilsparte des Unternehmens Fuji Heavy Industries (FHI), an der auch Toyota beteiligt ist, irgendwie sympathisch und erinnert ein wenig an die Gallier aus den Asterix-Comics, die sich der römischen Übermacht nicht beugen wollen, weiter Wildschweine essen, Hinkelsteine schlagen und Mistelzweige schneiden.

 
 

Im Verkehr mitschwimmen ist kein Problem

Jetzt peppt Subaru den Forester etwas auf und kombiniert den 147-PS-Boxerdiesel mit der Lineartronic-Automatik. Wieder einer dieser Marotten der Asiaten, mag man denken – allerdings nicht zwingend eine der uneingeschränkt positiven.

Das CVT-Getriebe nämlich raubt aufgrund seiner Gummiband-Charakteristik dem Selbstzünder fast jegliches Temperament. Es macht aus dem eigentlich dynamischen Forester sozusagen einen Waldarbeiter auf Valium.

Immerhin: Solange man ohne große Beschleunigungs-Ambitionen im Verkehr mitschwimmt, ist dieses Getriebe ein ebenso unauffälliger wie unaufgeregter Begleiter.

Unbedingt Handschaltung wählen

Soll es mal schneller vorangehen, meldet sich der Motor analog zum Durchtreten des Gaspedals lautstark zu Wort, allerdings folgt dem angestrengten Knurren kein wirklich wahrnehmbarer Vortrieb. Da hilft auch das maximale Drehmoment von 350 Newtonmetern nicht viel, das ab 1.600 U/min bereitsteht. Das mit 9,9 Sekunden von null auf 100 km/h zurückhaltende Sprintvermögen passt zum Forester mit dem man eventuell Bäume transportieren, aber keine ausreißen kann.

Mit einem Durchschnittsverbrauch von 6.3 Liter pro 100 km reiht sich der Subaru-Geländewagen im Klassen-Mittelfeld ein. Mit genug Anlauf schafft die Kombination aus Diesel, CVT-Getriebe und 1.636 Kilogramm schweren SUV eine Höchstgeschwindigkeit von 188 km/h.

Damit jagt man nicht unbedingt Sportwagen Angst ein, muss aber auch nicht vor jedem Smart die Spur räumen. Wer allerdings etwas mehr Temperament will, sollte zur manuellen Sechsgangschaltung greifen.

Laderaumgröße nur durchschnittlich

Anders als der etwas straffer gefederte Crossover-Bruder Outback spielt der SUV die Komfort-Karte. Der Forester schluckt Unebenheiten gelassener, wankt dafür etwas mehr in den Kurven, erweist sich dafür abseits asphaltierter Straßen als souveräner. Ist bei dem Namen „Forester“ (Waldarbeiter) schließlich auch kein Wunder.

Aktiviert man per Knopfdruck den X-Mode, sind Off-Road-Strecken kein großes Problem für den Nippon-Kraxler. Allerdings ist das Fassungsvermögen des Kofferraums mit 505 Litern bis maximal 1.573 Litern maximal Klassendurchschnitt.

Warum Subaru bisher so scheinbar mühelos besteht, liegt natürlich nicht nur an den liebenswerten Schrullen und dem Allradantrieb: Die Produkte der Marke sind für ihre hervorragende Langzeitqualität bekannt, was HU-Statistiken stets untermauern.

Der Forester ist ein Nutzfahrzeug

Da fallen dann auch die indirekte Lenkung und die Sitze mit wenig Seitenhalt nicht so sehr ins Gewicht. Mit dem Subaru Forester will man entspannt gleiten oder eben von seinen guten Eigenschaften als Nutzfahrzeug im Gelände oder im Wald profitieren.

Dazu passt die hohe Sitzposition ebenso wie die archaisch anmutenden Instrumente mit schwarzweißer Pixelgrafik zwischen den beidem Rundinstrumenten.

Diese Besinnung auf das Wesentliche hat auch ihre Vorteile: Die Bedienung stellt die Insassen auch ohne ausgedehntes Studium der Bedienungsanleitung nicht vor allzugroße Probleme.

Neue Grafik fürs Navi

Neben der neuen Kombination aus Automatik und dem Diesel bietet der aufgefrischte Geländewagen noch ein paar technische Verbesserungen. Das Navigationssystem weißt nun endlich mit einer zeitgemäßen Grafik den Weg, bei der die Richtungspfeile auch zwischen den Rundinstrumenten angezeigt werden.

Leichter von der Hand geht auch die Steuerung externer Smartphones, die per Bluetooth mit dem Infotainment-System verbunden sind.

Ab 28. März ist der Subaru Forester 2.0D mit der Lineartronic für mindestens 32.200 Euro zu haben. Die gefahrene Top-Variante „Sport“, die unter anderem 18-Zoll-Felgen. Ledersitze und ein Harman/Kardon-Soundsystem beinhaltet, kostet 40.700 Euro.

Mehr vom überarbeiteten Forester in der Bildergalerie.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll