Smart fortwo electric drive, Baureihe 451

Smart fortwo electric drive, Baureihe 451

Zurück auf null

Zum Herbst diesen Jahres bekommt der Smart den Antrieb, der zu ihm passt. Es wurde auch Zeit.

14. Juni 2012

Noch bevor die nächste Smart-Generation aus den zusammen mit Renault-Nissan gelegten Eiern schlüpft, könnte der Smart Fortwo eletric drive eine erste Trendwende sein. Denn ernsthaft betrachtet bietet er das, was Ideengeber Johann Tomforde Anfang der 80er Jahre ausbaldowerte. Die dritte Generation ist Smart Fortwo ed unterscheidet sich optisch nur marginal von seinem Vorgänger.

Auch die Leistungsdaten reißen einen nicht in den Begeisterungsstrudel Richtung Elektromobilität. "Elektrisches Fahren ist für den Smart eine riesengroße Chance", so Smart-Chefin Annette Winkler. Wenn ein Elektromotor in ein Auto passt, dann in den Smart. Der hat mit mäßigen Fahrleistungen, wenig Platz und keinerlei Langstreckenkomfort auf Autobahnen sowieso nichts verloren.

Entschuldigungen ohne Ende

Seit 1998 wird der Smart als Mobilitätsprojekt angepriesen - immer und immer wieder. Glaubhafter wurden die Aussagen dadurch nicht, und auch der Kunde strafte das kleinste Modell in der Daimler-Familie zumeist mit eindrucksvoller Missachtung. Immer wieder fiel der ausweichende Satz, dass der Smart seiner Zeit einfach voraus und schlicht zu früh am Markt war.

125 km/h reichen

Da fällt es auch kaum negativ ins Gewicht, dass die Elektroversion statt der sonst üblichen 145 km/h gerade einmal 125 km/h Spitze läuft und auch sonst keinen Micro-GTI zu mimen versucht. Doch der Elektromotor im Heck und der 17,6 kWh großen Akkupack sorgen dafür, dass man nicht mehr pro forma als bewegliches Verkehrshindernis durch die Städte surrt. "Andere haben Benzin im Blut", so Dr. Annette Winkler, "unser Smart hat das elektrische Fahren in den Genen."

Übergewicht

35 Kilowatt Dauerleistung und ein kurzeitiger Zugriff von 55 kW sind allemal ausreichend, um den knapp eine Tonne schweren Heckriebler in der Stadt flott zu bewegen. Das Mehrgewicht von rund 150 Kilogramm im Vergleich zu den Verbrennermodellen ist gigantisch und durch den Lithium-Ionen-Akku im doppelten Boden zu erklären.

Die Kick-Down-Funktion mit vollem Leistungsabruf ist ein echter Gewinn für den Fahrer, der sich nach wie vor über das wenig kommode Fahrwerk des Citywinzlings ärgert.

Endlose Ladezeit

Die Reichweite von bis zu 145 Kilometern ist nicht viel, aber für einen Cityflitzer ausreichend. Deutlich schwerer fallen der hohe Preis und die endlos lange Ladezeit von sieben Stunden ins Gewicht. Mit der Schnellladung sind es immer noch sechs Stunden. Nur wer sich für eine mehr als 3.500 Euro teure Power-Ladestation in der Garage entscheidet, kommt mit einer Stunde aus, um einen müden Akku wieder zu erstarken.

Zudem will Daimler seinen E-Smart am liebsten nur als Kauf-Miet-Modell an den Kunden bringen. Heißt, das Auto wird für 18.910 (Coupé) bzw. 22.000 Euro (Cabrio) erworben und der Akku für 65 Euro monatlich gemietet - zehn Jahre lang. In dieser Dekade bezahlt der Kunde also für Wartung und Garantie 7.800 Euro zuzüglich der jährlichen Servicekosten bei einer maximalen Laufleistung von 20.000 Kilometern.

Stärken

 
  • ordentliche City-Fahrleistungen
  • kraftvoller Ampelstpurt

Schwächen

 
  • teurer Preis
  • zehn Jahre laufende Kosten
  • mäßiges Fahrwerk
  • lange Ladezeit
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff