Fahrbericht: Skoda Rapid Spaceback

Mehr Komfort im kompakten Rapid

Jenseits von Monte Carlo

Skoda frischt einen Rapid Spaceback mit neuen Assistenzsystemen auf. Damit vergrößert der Rivale von Dacia Sandero und anderen Billig-Autos den Abstand zur Konkurrenz deutlich

31. August 2015

Nachdem sich in den vergangenen Monaten alles um den neuen Superb drehte, schaut Skoda wieder auf seine kleinen Modelle. Eine beinahe unsichtbare Modellpflege des Rapid Spaceback soll das noch frische Engagement in der Kompaktklasse intensivieren.

Seit seiner Markteinführung vor zwei Jahren haben sich weltweit über zwei Millionen Autofahrer für den preiswerten Golf-Konkurrenten entschieden.

Damit die Verkaufszahlen nicht weniger werden, haben die Tschechen jetzt zum neuen Modelljahr den Fließheck-Rapid mit ein paar Extras aufgepeppt: Assistenzsysteme und neuen Ausstattungsdetails machen das Kompaktauto attraktiver.

 
 

Einige Extras geschenkt

Um diese Modell-Auffrischung entsprechend zu lancieren, legen die Tschechen auch beim hauseigenen Kompaktklassemodelle die „Monte-Carlo“-Edition auf: Wer sich für diese spezielle Ausführung des Rapid Spaceback entscheidet, bekommt noch einige Extras geschenkt, die bei den Serienmodellen aufpreispflichtig wären.

Dazu gehören schwarz lackierte Karosserie-Applikationen, 16-Zoll-Felgen, Panorama-Glasdach, Xenonscheinwerfer und getönte Heckscheiben. Im Cockpit erkennt man den Rapid Spaceback Monte Carlo an den Sportsitzen mit dreifarbigen Bezügen.

Allerdings ist bei diesem Gestühl die Sitzposition etwas hoch, worüber sich Fans einer guten Rundumsicht freuen werden. Dazu gibt es ein abgeflachtes Lenkrad mit roten Ziernähten. Los geht der Monte-Carlo-Spaß bei 20.340 Euro für den 1.2 TSI mit 66 kW / 90 PS und einem manuellen Fünfgang-Getriebe.

MP3-Schnittstelle in Serie

Wie bei allen zukünftigen Rapid Spaceback gibt es auch bei diesem Sonder-Modell einiges an neuer Technik. Das zeigt sich vor allem an dem 6,5-Zoll-Zoll-Farb-Bildschirm. Konnektivität wird groß geschrieben: per Apple CarPlay oder Android Auto beziehungsweise MirrorLink kann man sein Smartphone mit dem Auto verknüpfen.

Serienmäßig ist eine Schnittstelle für SD-Karten, sodass man seine Lieblings-Musik auf MP3 ohne großen Aufwand oder Anschluss eines externen Players abspielen kann. Wer dennoch auf seinen iPod nicht verzichten will, verbindet den über einen Apple-kompatiblen USB-Anschluss mit der Fahrzeugelektronik.

Was beim Rapid Spaceback unverändert bleibt, ist die Praktikabilität. Der Kofferraum hat ein Volumen von 415 Litern. Legt man die Rückbanklehnen um, werden 1.381 Liter daraus. Dieses hohe Ladekapazität geht aber nicht zulasten der Passagiere. Auch groß gewachsene Menschen können es sich im Fond so richtig gemütlich machen.

Auch Spaßfahren ist möglich

Die Technik-Offensive geht bei den Assistenzsystemen des Rapid weiter: Im Kühlergrill ist jetzt ein Radar-Sensor verbaut. Die Konsequenz sind einige neue Helfer, wie die bereits im VW-Fuhrpark eingeführte Multi-Kollisionsbremse, eine Müdigkeitserkennung und ein Abstandswarner inklusive City Notbremssystem.

Der Abstandswarner arbeitet in drei Stufen: erst optisch, dann akustisch. Reagiert der Fahrer immer noch nicht, erinnert ihn das System mit einem deutlichen Ruck an den drohenden Einschlag. Sobald das Pedal getretenwird, erhöht die Technik den Bremsdruck.

Ein adaptiver Tempomat ist noch nicht verfügbar. Auch einen Toten-Winkel-Warner sucht man beim Rapid Spacebacks vergebens. Wer 290 Euro extra hinlegt, bekommt auch vorne Parksensoren, für 130 Euro extra freut man sich über LED-Tagfahrleuchten inklusive Abbiegelicht, die an sich serienmäßig sein sollten.

Leichtgängige Lenkung

Die Motorenpalette bleibt unverändert: Drei Benziner und zwei Diesel stehen zur Auswahl. Das Leistungsspektrum reicht von 66 kW / 90 PS bis hin zu 92 kW / 125 PS. Alle Triebwerke erfüllen jetzt die Euro-6-Abgasnorm. Der 1.2-TSI-Benziner mit 81 kW / 110 PS passt gut zum Skoda Rapid Spaceback. Er schafft damit den Sprint von 0 auf 100 km/h in 9,7 Sekunden. Die Höchstgeschwindigkeit von 198 km/h geht in Ordnung.

Der Vierzylinder-Benziner hat mit einem Durchschnittsverbrauch nach Norm von 4,9 Litern pro 100 Kilometer einen gemäßigten Durst (der in Realität bei rund 6 Liter liegen dürfte), kommt aber mit dem gut 1,2-Tonnen schweren Rapid Spaceback gut zurecht. Damit aus dem entspannten Rollen auch Fahrfreude wird, muss aber viel geschaltet werden, um den Motor bei Drehzahl-Laune zu halten.

Dass der Skoda alles andere als ein Sportwagen ist, merkt man an der leichtgängigen Lenkung. Trotzdem macht es richtig Spaß, mit dem 4,30 Meter langen Rapid um die Ecken zu pfeffern. Sobald der Fahrer zu übermütig wird, signalisiert der Rapid Spaceback mit einem gutmütigen Scharren der Vorderräder, dass man sich dem Grenzbereich der Physik nähert, lupft man das Gaspedal etwas, ist der Spuk schnell vorbei. Hilft das alles nichts, ist das fein regelnde ESP zur Stelle.

Mehr vom überarbeiteten Skoda Rapid Spaceback in der Bildergalerie.

Stärken

 
  • Viel Platz
  • gute Verarbeitung
  • fairer Preis
  • besseres Infotainment

Schwächen

 
  • Lenkung leichtgängig
  • ein paar Assistenzsysteme fehlen
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll