Skoda Rapid Spaceback, Typ NH

Skoda Rapid Spaceback 1.6 TDI

So fährt der Billig-Golf

Mit dem Rapid Spaceback betritt Skoda erstmals die umkämpfte Kompaktklasse. Peugeot 308, Kia Ceed, Renault Megane und auch der VW Golf werden sich wundern.

25. September 2013

Wer einen Rapid Spaceback fährt, will ein solides Auto für alle Tage. Nicht mehr und nicht weniger.

Gegen den neuen Golf-Gegner kann man kaum etwas sagen. Er sieht unspektakulär aus und glänzt bevorzugt mit seinen inneren Werten. Endlich einer, der nicht versucht, sich mit Paillettenkleid und extra Rouge grundlos ins Premiumsegment zu tanzen: 4,30 Meter lang, ordentlich Platz für vier Personen und ihr entsprechendes Gepäck in dem 415 bis 1.380 Liter großen Laderaum. Kaum eine Familie mit ein bis zwei Kindern braucht wirklich mehr.

"Der Rapid Spaceback ist für Skoda ein Meilenstein", erklärt Skoda-Chef Winfried Vahland, "er bedeutet unseren Einstieg in das strategisch wichtige Segment kompakter Kurzheck-Modelle." Heißt: der Spaceback darf künftig im Golf-Revier auf Kundenfang gehen. Die Zeit der Schonfrist für den Dreh- und Angelpunkt im Volkswagen-Konzern ist damit endgültig vorbei.

75 bis 122 PS

Bei den Motorisierungen gibt es ein engmaschiges Angebot zwischen dünnen 55 kW / 75 PS und allemal ausreichenden 90 kW / 122 PS. Gut bedient ist man mit den beiden 105-PS-Varianten als Diesel oder Benziner.

Der 1,6 Liter große Commonrail-Diesel des Rapid Spaceback 1.6 TDI erlaubt flottes Fortkommen im Alltag. 190 km/h Spitze gepaart mit einem Normverbrauch von 4,4 Litern dürfte die meisten Interessenten allemal zufriedenstellen.

Der solide Diesel könnte allerdings leiser laufen, und sein fehlender sechster Gang nervt insbesondere auf längeren Autobahnpassagen.

Die 270 Nm maximales Drehmoment zwischen 1.500 und 2.500 U/min erlauben, wenn gewünscht, auch schaltfaules Fahren.

Komfortables Fahrwerk

Alles andere als schwammig geht es mit dem komfortabel abgestimmten Viertürer durch kurvige Landstraßenpassagen, die City oder über die Autobahn.

Die Lenkung dürfte gerne etwas direkter sein; aber wer verlangt das in dieser Fahrzeugklasse schon? Da gefallen vielen die geringen Lenkkräfte des knapp 1,3 Tonnen schweren Golf-Gegners, die das Einparken in dem übersichtlichen Fronttriebler zum Kinderspiel werden lassen.

Im Grenzbereich könnte das Heck des Rapid Spaceback etwas stabiler sein, doch die Regelsysteme greifen sicher zu und halten ihn bei Bedarf in der Spur.

Viel Platz im Innern

Der Radstand von 2,60 Meter sorgt für angenehme Platzverhältnisse vorne und hinten.

Kein Hauch von Premium, sondern ordentliche Materialien, denen man oft erst auf den zweiten Blick anmerkt, dass man in einem preiswerten Einstiegsmodell der Kompaktklasse unterwegs ist. Hier und da könnten die Verkleidungen schicker und die Applikationen wertiger sein. Doch in der 15.000-Euro-Liga wachsen die Bäume nicht in den Himmel, und die nervige Verstellung der Sitzlehne kann man ebenso ertragen wie das Navigationssystem, dessen Bedienung und Darstellung in einem Auto des Modelljahres 2014 für zu teure 990 Euro nicht überzeugen kann.

Dafür gefallen praktische Ablagen in den Türtafeln, im Laderaum, unter dem Sitz oder in der hinteren Mittelarmlehne. Die Bedienung ist tadellos.

"Unsere Entwickler und Produktdesigner haben sich pfiffige Lösungen einfallen lassen, um dem Kunden das Leben mit dem Auto so einfach wie möglich zu machen", unterstreicht Entwicklungsvorstand Dr. Frank Welsch.

Das alles gibt es zu Preisen ab 14.990 Euro für das schlecht ausgestattete Basismodell Skoda Spaceback 1.2 TSI Active. Der bessere Rapid Spaceback 1.6 TDI Ambition startet bei 20.650 Euro. Dafür gibt es unter anderem Nebelscheinwerfer, Klimaanlage, elektrische Fensterheber hinten, Parksensoren und Tempomat.

Falsch machen kann man dem Skoda Rapid Spaceback wirklich nichts.

Stärken 

  • gutes Platzangebot
  • großer Laderaum
  • praktische Details
  • geringer Verbrauch

Schwächen 

  • schwache Serienausstattung
  • schlechtes Navigationssystem
  • maximal 122 PS
  • keine Start-Stopp-Automatik
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff