Seat Leon ST, 5F

Seat Leon ST, 5F

Mehr als ein Ergänzungsspieler

Mit dem Kombi Leon ST füllt Seat eine Lücke im Modellportfolio. Der spanische Bruder des Golf Variant mach seine Sache dank neuer Qualitäten und moderner Technik auch gleich sehr gut.

6. November 2013

Vorne links erkennt man beim Seat Leon ST keinen Unterschied zu den anderen Vertretern der Baureihe. Sobald man im Fahrersitz Platz nimmt, blickt man auf das typische Seat-Cockpit. Zwei Rundinstrumente mit Display dazwischen und rechts daneben die Mittelkonsole.

Die Knöpfe und Schalter sind übersichtlich angeordnet und die Bedienung macht kaum Probleme. Die Verarbeitung ist solide und der obere Teil des Armaturenbretts ist unterschäumt. Die Knöpfe für die Bedienung des Navigations- und Infotainment-Systems könnten etwas wertiger sein.

Interessant ist auch, dass die Klappe über der Ablage im unteren Teil der Mittelkonsole verschwunden ist. Die war Technik-Vorstand Matthias Rabe schon länger ein Dorn im Auge.

Bei aller Funktionalität und Übersichtlichkeit könnte das Cockpit etwas mehr Pepp vertragen. So wirkt das einfarbig schwarze Interieur etwas nüchtern. Alleine die Rundinstrumente in Röhren zu stecken, würde schon etwas helfen. Schließlich steht Seat für Sportlichkeit.

Viel Platz im Fond

Bis zur A-Säule ist das 4, 54 Meter lange Fahrzeug identisch mit den anderen Modellen der Leon-Familie. Dahinter wird es dann interessant. Im Fond ist wirklich jede Menge Platz - egal ob für die Beine oder das Haupt. Da merkt man die Verwandtschaft zum MQB-Bruder Golf Variant.

Diese fast schon opulente Räumlichkeit geht aber nicht zu Lasten des Kofferraums, der mit einem Volumen von 587 bis 1.470 Litern durchaus dem Begriff Kombi gerecht wird. Damit platziert sich der Spanier im vorderen Mittelfeld des Segments: beim Golf Variant beträgt die Kapazität 605 bis 1.620 Liter und beim Opel Astra Sports Tourer 500 bis 1.550 Liter.

Seat Leon im Video

 

Mehr Assistenzsysteme

Die Andersartigkeit des Iberers offenbart natürlich auch beim Beladen des Gepäckabteils: Mit einem Hebelgriff fallen die Rücklehnen der hinteren Sitzbank nach vorne und ergeben so zusammen mit dem doppelten Ladeboden eine ebene Fläche. Zwei finnenartige seitliche Begrenzungen, die man einfach in den Boden steckt, begrenzen die Kofferraum-Nischen links und rechts. Damit fällt das Beladen leichter und der Inhalt in den Zusatzräumen purzelt nicht im Ladeabteil herum.

Auf Wunsch gibt es ein für 890 Euro ein Panorama-Glasdach, das nicht nur schick aussieht, sondern zudem den Innenraum erhellt.

Auch bei den Assistenzsystemen haben die Spanier jetzt eine Schippe draufgelegt - wurde ja auch Zeit: Neben dem adaptiven Tempomaten mit Distanzregelung (ACC) gibt es jetzt auch die variablen Dämpfer (DCC).

Zackiges Einlenken

Auf dem Asphalt, ob im Kurvengeschlängel oder beim Feuern auf der Autobahn, zeigt der Leon ST ganz das Können der anderen Modellvarianten.

Der Leon ST lenkt freudig ein, zeigt eine leichte Tendenz zum Untersteuern und bleibt lange neutral. Es dauert relativ lange, bis das ESP eingreift.

Die adaptive Fahrwerksregelung DCC lässt den Lenker zwischen verschiedenen Fahrprogrammen wählen. Von sportlich bis Eco und Individual ist alles vorhanden. Da der Leon ST variable Dämpfer hat, wirkt sich die Einstellung nicht nur auf die Gaspedal-Kennlinie und das DSG, sondern auch auf die Fahrwerkseinstellung aus. Wer auf Spaßfahren steht, sollte "Sport" wählen. Dann pfeift der 1,372 Kilogramm schwere Kombi noch einen Schuss schneller um die Ecken und die Lenkung ist direkter, aber immer noch nicht ein Muster an Mitteilungsfreude. Die Abstimmung ist zwar merklich straffer, aber immer noch nicht bandscheibenmordend.

Der 1.8 TSI-Motor mit 180 PS harmoniert prächtig mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe. Kraft ist genug vorhanden und die Gangwechsel gehen, wie nicht anders zu erwarten, fließend von statten.

Auch wenn es mal schneller um die Ecken geht, offenbart der schmucke Iberer nur wenig Schwächen.

Vernünftiger Preis

Bleibt zum Schluss nur noch das Finanzielle zu regeln. Der Preis für den Leon ST beträgt mindestens 16.640 Euro. Bei der getesteten, gut ausgestatteten FR-Variante geht unter 27.720 Euro gar nichts. Zum Vergleich: Der Opel Astra Sports Tourer ist ab 16.990,00 Euro zu haben. Der SDI-Turbo mit 170 PS kostet 28.415,00 Euro.

Angesichts des Gebotenen durchaus in Ordnung.

Stärken 

  • ansehnliches Design
  • endlich weitere Assistenzsysteme
  • genug Platz

Schwächen 

  • Cockpit etwas eintönig
  • kein Schnäppchen mehr
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll