Seat Ibiza, Typ 6J

Seat Ibiza, Typ 6J

Spanischer Heilsbringer

Seat machte in letzter Zeit mehr durch seine negativen Geschäftszahlen als durch seine Automobile auf sich aufmerksam. Mit dem Ibiza soll sich das wieder ändern.

24. März 2012

Das Design des Ibiza stammt vom ehemaligen Lamborghini-Designer Luc Donckerwolke und verabschiedet sich von den rundlichen Formen des Vorgängers. Mit 4,05 Metern ist der Neue sieben Zentimeter länger als der Vorgänger. Davon spüren vor allem Fahrer und Beifahrer etwas. Im Fond ist zwar genug Beinfreiheit vorhanden, aber die Kopffreiheit wird durch die abfallende Dachlinie eingeschränkt. Der Kofferraum ist mit einem Fassungsvermögen von 292 bis 938 Liter ordentlich, allerdings stört eine hohe Ladekante.

Sportliches Cockpit

Das sportliche Cockpit erinnert mit seinen in tiefen Röhren liegenden Instrumenten an ein Motorrad. Die Bedienung ist eingängig und die Verarbeitung sehr gut. Da stört es die jungen Käufer kaum, dass die Materialien etwas einfacher als zum Beispiel beim Polo sind. Bei der Sicherheitsausstattung bietet der Spanier immerhin in der Kleinwagen-Klasse ESP serienmäßig, dazu noch Front-, Seiten- und Thorax-Kopf-Airbags, elektrische Fensterheber vorne und in der Variante "Style" ein MP3-fähiges CD-Radio mit sechs Lautsprechern sowie eine Klimaanlage.

Seat Ibiza im Video

 

Bekannter Motor

Der 105-PS-Pumpe-Düse-Diesel ist ein Relikt aus vergangenen Zeiten, was man an dem Mangel an Laufruhe und der akustischen Präsenz merkt. Dafür entschädigt der raue Geselle mit einem kräftigen Drehmoment von 240 Nm und einem geringen Verbrauch von 4,5 Litern pro 100 Kilometer. Der Sprint auf 100 km/h ist nach 10,5 Sekunden erledigt und bei 186 km/h ist der Vortrieb zu Ende.

Überarbeitetes Fahrwerk

Das Fahrwerk des Ibiza hat durch die Überarbeitung und die Verbreiterung der Spur um 33 Millimeter (hinten) bzw. 30 Millimeter (vorne) an Souveränität gewonnen. Seat bietet zwei Grundabstimmungen an: "Sport" und "Komfort". Wählt man letztere Variante, werden Unebenheiten besser geschluckt, aber in Kurven muss das ESP deutlich früher regulierend eingreifen als bei der "Sport"-Abstimmung. Diese macht unter dem Strich die bessere Figur und stellt einen guten Kompromiss zwischen Bequemlichkeit und Agilität dar.

Fazit: Mit dem Ibiza kann Seat der Befreiungsschlag gelingen. Für 17.890 Euro bekommt man ein gut ausgestattetes solides Auto.

Stärken

 
  • gute Sicherheitsausstattung
  • verbesserte Qualität
  • ausgewogenes Sport- Fahrwerk

Schwächen

 
  • rauer Motor
  • hohe Ladekante
Text: Press-Inform / Hans-Jürgen Peters