Seat Ibiza Cupra SC, Typ 6J Modellpflege

Seat Ibiza Cupra SC, Typ 6J Modellpflege

Spanische Rennsemmel

Der Seat Ibiza Cupra ist die spanische Antwort auf den Polo GTI. Wie schlägt sich der Iberer?

31. Januar 2013

Marketing-Daten gelten bei Automobil-Strategen als einer der wichtigsten Ratgeber, wenn es um die Ausrichtung eines Produktes geht. Beim Seat Ibiza Cupra sind die Aussagen eindeutig: 42 Prozent der Fahrer des sportlichen Top-Modells der VW-Tochter sind unter 29 Jahre alt, kinderlos und legen auf Sportlichkeit wert.

Extrovertierter Auftritt

Diese Extrovertiertheit strahlt der Ibiza Cupra aus: Der große trapezförmige Lufteinlass vorne, die schwarzen Außenspiegelschalen und der markante mittige Endschalldämpfer der Auspuffanlage sind nichts für Menschen mit schwachem Ego.

Diese Zielgruppe stört es auch nicht, dass man vorne sehr viel Platz hat, es aber im Fond sehr eng wird. Der Kofferraum ist mit 250 Litern Fassungsvermögen auch nicht Spitzenklasse bei Kleinwagen.

Seat Ibiza im Video

 

Sportsitze serienmäßig

Die serienmäßigen Sportsitze tragen zum bequemen Fahren bei. Sie bieten genug Seitenhalt, der im Schulterbereich allerdings etwas höher sein könnte. Das Cockpit mit den Rundinstrumenten gibt kaum Rätsel auf. Dennoch fällt auf, dass die Konzernbrüder Polo und A1 in manchen Bereichen eine höhere Wertigkeit ausstrahlen: Blinkerhebel, Griffmulden sowie die Einfassung des Radios sind aus Hartplastik.

Interessant ist das neue "Seat Portable System". Auf dem Fünf-Zoll-Bildschirm lassen sich allerlei Informationen, wie Kühlwasser-Temperatur, Navigation oder auch die Drehzahl abrufen. Wer will, kann den Mini-Tablet-PC abnehmen und einige Funktionen wie den elektronischen Notizzettel außerhalb des Autos nutzen.

Martialischer Auftritt

Um die dem martialischen Auftritt, entsprechende Fahrdynamik zu erreichen setzt Seat beim Ibiza Cupra auf das bekannte elektronische Sperrdifferential XDS und ein strafferes Fahrwerk. "Wir legen auf ein agiles Einlenkverhalten wert", erklärt der technische Projektleiter Michael Hinz. Da hilft das XDS, das die Agilität mit gezielten Bremseingriffen steigert.

Gutmütig und kurvengierig

Der aus anderen Modellen des VW-Konzerns bekannte 1,4-TSI-Direkteinspritzer vervollständigt das Paket: Der Kompressor übernimmt den Löwenanteil der Arbeit bis 3.500 U/min, und dann erst greift der Turbolader ein. So liegt das maximale Drehmoment von 250 Newtonmeter schon bei 2.000 U/min an.

Damit lässt es sich entspannt cruisen. Aber das 180-PS-Aggregat kann auch anders und dreht leichtfüßig bis 7.000 U/min hoch. Den Sprint von null auf hundert schafft der Ibiza Cupra in 6,9 Sekunden und die Höchstgeschwindigkeit beträgt 228 km/h. Allerdings braucht der Flotte Spanier dann rund zwei Liter mehr als die angegebenen 5,9 Liter/100 km.

Etwas teurer als der Polo

Der Seat Ibiza Cupra ist in Deutschland ab dem14. März erhältlich und bietet für 23.590 Euro unter anderem serienmäßig Bi-Xenon-Scheinwerfer, 17-Zoll-Aluräder, ein Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe und eine Klimaautomatik.

Damit ist der Spanier 665 Euro teurer als der Polo GTI, aber der Wolfsburger bietet weder eine Klimaautomatik noch Bi-Xenon-Scheinwerfer serienmäßig.

Stärken 

  • fairer Preis
  • agiles Handling
  • umfangreiche Serienausstattung

Schwächen 

  • wenig Platz im Fond
  • Materialanmutung
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll