Test: Rolls-Royce Dawn

Geschlossen so schön wie offen

Ich bin zwei Autos

Der Rolls-Royce Dawn vielleicht das allererste Cabriolet, in dem vier Personen tatsächlich gleichberechtigt den gleichen (hohen) Komfort genießen. Der beste Platz an der Sonne muss dabei nicht zwangsläufig vorne sein.

 
 
  • Der Rolls-Royce Dawn ist ein Superlativ: So teuer, so kraftvoll und auch so schwer wie kein anderes Cabriolet
  • Auf 5,29 Meter Länge haben vier Personen Platz. In 22 Sekunden kann das Stoffverdeck geöffnet werden.
  • Dank Sitzheizung und separater Klimaanlage sitzen auch die hinteren Passagiere sehr komfortabel

Zwei Autos in einem

Der Dawn schafft etwas Unglaubliches: Er ist zwei Autos. Der 5,29 Meter lange Brite ist ersterdings tatsächlich ein Coupé, und zwar aus zwei Gründen: 1. sieht der geschlossene Rolls für sich perfekt aus, und 2. erinnert kein Rauschen beim Fahren daran, dass der Himmel auf Knopfdruck herbeigeholt werden kann.

Geschieht das aber – und zwar in lediglich 22 Sekunden – , ist das mindestens 329.630 Euro teure Luxusgefährt ein völlig anderes Auto. Ein Cabriolet, das gerade indunklen Farbtönen schöner nicht sein könnte und die winzige Konkurrenz aus Mercedes S-Klasse Cabriolet und Bentley Continental GTC nicht nur visuell vor scheinbar unlösbare Aufgaben stellt.

Am besten mit Chauffeur

Das Fahren im Dawn ist reine Nebensache. Der Fahrer kümmert sich ebenso wenig wie die anderen drei Insassen um Tempi, Beschleunigungen und die allgegenwärtige Reisezeit.

Jeder Kilometer für sich wird so stilvoll inszeniert, wie man es von einer automobilen Sonnenterasse dieser Königsklasse erwarten darf. Nachdem sich die 4,7 Quadratmeter schwere Stoffmütze erst in den Himmel erhoben und dann im Hinterwagen versenkt hat, geht es doch wohl ohnehin nur um die Landschaft.

Klar, ein 2,5 Tonnen schweres Monster-Cabriolet wie der Dawn sollte kraft Gebrauchsanweisung nur auf Traumstraßen gefahren werden. Und sowieso nur von einem Chauffeur, denn wir wollen schließlich die schöne Aussicht nach Backbord und Steuerbord genießen.

Wieselt nicht gern durch Kurven

Kein Stoß von unten mindert das Sofa-Erlebnis unterwegs: Die Luftfederung lässt den Koloss über alle nur erdenklichen Unwägbarkeiten der Fahrbahnoberfläche hinwegsegeln. Das gewohnt einen Hauch zu dünne und nach wie vor unbeheizte Lederlenkrad frei von tastbaren Nähten lässt einen zusammen mit den perfekten Ledersitzen nach wenigen Sekunden spüren, in einem Rolls-Royce zu sitzen.

Sicher eine der sportlichsten Ausgestaltungen des historischen Gedankenguts der Herren Rolls und Royce; doch alles andere als eine flotte Fahrmaschine. Mit der majestätisch schwebenden Wolke Drophead Coupé, dessen Produktion in Kürze ausläuft, kann der Dawn es nicht aufnehmen – schon aufgrund von Masse, Fahrzeugdimensionen und Luftfederfahrwerk verbietet es sich für ihn, flink durch enge Kurven wieseln zu wollen.

Geschlossen so leise wie ein Coupé

Der Rolls-Royce Dawn ist also ein Reisecoupé allererste Güte, und bei diesem Coupé lässt sich als Dreingabe ganz nebenbei auch noch das Dach öffnen. Das geringe Geräuschniveau bei geschlossenem Dach bleibt hinter einem Coupé kaum zurück. Fahrtwinde ziehen weitgehend unabhängig von der Geschwindigkeit Dank vielfach gefüttertem Dach und Doppelglas rundum an den Insassen vorbei.

Bei geöffnetem Dach wird es hinten natürlich trotzdem etwas stürmisch, die Physik lässt nunmal nichts anderes zu. Doch die Reisenden genießen die üppigen Platzverhältnisse und den Reisekomfort eben nicht nur vorne, sondern auch auf den beiden Einzelsitzen im Fond, wo separate Klimatisierungen und eine Sitzheizung den Aufenthaltswert steigern.

Was fehlt, sind ebenso wie vorne wohlig beheizte Paneele in den Türen oder den Mittelarmlehnen, die man bei anderen Modellen - auch aus dem BMW-Konzern - längst finden kann.

Panoramablick auf die Kühlerfigur

Rolls-Royce hat einiges getan, um dem Herrscherpaar auf den Rücksitzen die Stimmung aufzubessern: Extra für sie wurde die Flying Lady, die legendäre Kühlerfigur, exakt um 1 Inch höhergesetzt. Wie viel Sprit das wohl kostet?

Wer das Panorama auf die vorausfliegende Spirit of Ecstasy einmal testet, wird sich wundern: Der Blick über die endlose weiter der Motorhaube auf das glitzernde Flügelwerk des Flying Lady ist ehrlich bemerkenswert. Und eben einmalig. Wichtig bei einem Auto, das mindestens 329.000 Euro kostet. Illusionen gehören in dieser Liga mehr als irgendwo sonst dazu.

Schließlich gibt es auch andere Luxuscabriolets, die einem jedoch nicht derart hintergründig die Sinne rauben wie der Dawn – und dafür eben auch etwas „billiger“ sind. Dass das Windschott nur die vorderen Insassen schützt und dann wenig standesgemäß auch noch manuell installiert und bedient werden muss, führt es im Alltag wohl eher ad absurdum. Schließlich will man sich damit auch nicht den 260 bis 321 Liter großen Laderaum verbauen.

Bereits ab 1.500 Touren volle Kraft

Am Steuer fühlt sich der Dawn niemals leicht, aber immer gediegen an. Kaum merklich beschleunigt der 6,6 Liter große Zwölfzylinder-Turbo den Briten auf die gewünschte Geschwindigkeit – vorausgesetzt, die wird nicht höher als 250 km/h.

Da nämlich setzt die fürsorgliche Elektronik dem Vorwärtsdrang ein Ende. Das stattliche Drehmoment von 780 Nm steht weitgehend geräuschlos bereits kurz hinter der Leerlaufdrehzahl (ab 1.500 Umdrehungen pro Minute) zur freien Verfügung – 420 kW / 571 PS sei Dank. 

So sieht das fast perfekte Spielzeug für Oligarchen aus: Impessionen vom Rolls-Royce Dawn in der => Bildergalerie

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Rolls-Royce und Cabrio, der klingt fast wie ein Widerspruch – wer an die britische Luxusmarke denkt, hat schwere Limousinen für Lords und Ladies vor Augen. Doch Rols-Royce hat in den 110 Jahren seiner Geschichte auch immer wieder offene Autos gebaut.

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Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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