Renault Zoe Z. E.

Renault Zoe Z. E.

Stromer mit Schönheitsfehler

Der Renault Zoe will Schwung in die stockenden Absatzzahlen der reinen E-Mobile bringen. Doch ein entscheidendes Ausstattungsmerkmal macht dem Franzosen dieses Unterfangen schwer.

20. März 2013

Wer ein Elektromobil sein eigen nennt, legt mehr Wert auf Effizienz als auf Design. Trotzdem kann es nicht schaden, wenn der Stromer ein ansehnliches Äußeres hat. Das ist beim Renault Zoe der Fall.

Auch Platz ist im 4,01-Meter-Auto genug. Zumindest vorne, denn im Fond geht es deutlich enger zur Sache. Allerdings ist die Sitzposition nicht optimal, da der Fahrer zu weit vom Lenkrad entfernt ist und das Gestühl wenig Seitenhalt bietet. Immerhin schützt eine optionale Teflonbeschichtung die Sitzbezüge vor Nässe.

Schlichtes Interieur

Das Interieur ist schlicht, strahlt aber eine zurückhaltende Modernität aus. Statt analoger Rundinstrumente sorgen digitale Displays für den Informationsfluss.

Manche Materialien können mit dieser Hightech nicht immer mithalten: Statt unterschäumter Kunststoffe fühlt die Hand genarbtes Hartplastik. Das gilt auch für die Kunststoff-Klinken an den hinteren Türen, die zudem etwas fummelig wirken.

Ressurcenschonendes Fahren

Einmal aktiviert, spielt der Zoe die ganze Klaviatur eines echten Stromers: Er fährt lautlos los und das Drehmoment von 220 Newtonmetern steht vom ersten Moment an zur Verfügung.

Besonders sparsamen Naturen sei der Eco-Knopf in der Mittelkonsole ans Herz gelegt. Drückt man diesen, ist man besonders ressourcenschonend unterwegs und die Höchstgeschwindigkeit auf 90 km/h limitiert. Auch die Leistung des E-Triebwerks wird auf 58 PS begrenzt. Bei einem Kickdown streift der Elektromotor diese Fesseln ab, setzt sofort seine ganzen 88 PS frei, beschleunigt bei Bedarf auf maximal 135 km/h und aktiviert danach selbständig wieder den Spar-Modus.

Damit der Fahrer das angestrebte Verbrauchsziel nicht aus den Augen verliert, gibt die Elektronik ständig Rückmeldung über den Fahrstil und schlägt gegebenenfalls Verbesserungen vor. Schimmert die Anzeige grün, ist alles paletti. Bei violett ist man zu ambitioniert unterwegs.

Das ist in der Regel nicht nötig, da der Zoe kein Sportler ist, obwohl das Fahrwerk ziemlich straff ist und Unebenheiten spürbar an die Insassen weitergibt.

Gute Figur im Alltag

Im Alltag gibt der Zoe eine gute Figur ab. Schließlich reichte eine Batterieladung bei den ersten Testfahrten rund 130 Kilometer. Das ist zwar weit unter dem in Datenblättern aufgeführten theoretischen Wert von 210 km, aber immer noch aller Ehren wert.

Um möglichst viel Kilometer aus der 22-kWh-Batterie zu pressen, haben die Franzosen zum Beispiel eine Wärmepumpe verbaut, die den Innenraum erwärmt, aber nur ein Drittel der Energie einer normalen Heizung verbraucht. Außerdem rekuperiert der Zoe, sobald man den Gasfuß lupft.

Wandgerät zum Laden nötig

Das Aufladen ist unausweichlich, aber nicht für jedermann möglich. Zum Füllen der Akkus braucht der Zoe mindestens ein Wand-Ladegerät, das aber mitgeliefert wird. An einer Haushaltssteckdose geht das laut Renault nicht. Das stellt viele Autofahrer, die über keine Garage mit modernen Stromleitungen verfügen, vor Probleme.

Stärken 

  • im Vergleich zu anderen E-Mobilen fairer Anschaffungspreis
  • Alltagstauglichkeit
  • annehmbare Reichweite

Schwächen 

  • Materialien nicht immer wertig
  • braucht zumindest das mitgelieferte Wand-Ladegerät zum Aufladen
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll