Renault Clio, Typ B

Renault Clio, Typ B

Licht und Schatten

Der Renault Clio überzeugt mit vielen positiven Eigenschaften, gibt aber auch Anlass zu Kritik.

15. Januar 2012

Was für VW der Golf, ist für Renault der Clio. Der kleine Franzose ist vor allem als wendiger Stadtflitzer bei den Damen der Republik beliebt. Allerdings dürfen die Ansprüche an Optik und Fahrverhalten nicht übermäßig groß sein.

Hartplastik-Orgie

So sympathisch der Gallier von außen wirkt, so ernüchternd ist die Hartplastik-Orgie im Innenraum. Die Sitze sind viel zu weich und geben wenig Seitenhalt. Die Bedienung gibt keine allzugroßen Rätsel auf. Die etwas zu klein geratenen Schalter für die Heizung und Lüftung sitzen viel zu tief und sind für Menschen mit kurzen Armen nur schwer zu erreichen. Dafür ist der Clio ist übersichtlich. Das hilft beim Einkaufsbummel in der Stadt. Mit einem Volumen von 270 Litern bietet der Kofferraum nur Klassendurchschnitt.

Renault Clio im Video

 

Ausreichend motorisiert

Ausreichend Motorisiert ist man mit dem 75-PS-Benzin-Motor. Er beschleunigt den Clio bis auf 170 km/h schnell und begnügt sich mit 6,2 Liter/100 km.

Leichtgängige Lenkung

Mit dem Gasgeben sollte man nicht übertreiben. ESP ist selbst in der getesteten Privilège-Ausstattung nicht an Bord. Doch das fällt bei dem untersteuernd-gutmütigen Frontriebler auch nicht auf. Nur wer durch abruptes Gaswegnehmen in Kurven mit Gewalt Lastwechselreaktionen hervorruft, bekommt es mit einem tänzelnden Heck zu tun, das sich aber schnell wieder einfangen lässt. Die Lenkung ist einigermaßen präzise und erfordert beim Rangieren wenig Kraftaufwand. Das ist gut, denn aufgrund des relativ großen Wendekreises von 11,3 Metern muss man öfters ins Volant greifen. Das Fahrwerk ist ausgewogen und steckt grobe Schläge gut weg.

Fazit: Der Renault Clio spielt seine Stärken im Stadtverkehr aus. Auch bei der Serienausstattung geizen die Franzosen nicht: Klima und beheizbare Außenspiegel sowie vier Airbags sind ab Werk verbaut. Allerdings nur in der gehobenen Ausstattungslinie, die mit 13.950 Euro kein Schnäppchen mehr ist. Wer es nicht ganz so opulent mag, ist mit rund 10.000 Euro dabei.

Text: Press-Inform / Hans-Jürgen Peters