Renault Clio Grandtour, Typ X98

Renault Clio Grandtour, Typ X98

Schick und nützlich

Mit dem Clio Grandtour will Renault den Kleinwagen-Kombis von Seat und Skoda den Rang ablaufen. Gelingt das Vorhaben?

22. Februar 2013

Das Wichtigste zuerst: Der Renault Clio Grandtour schaut gut aus und ist auch noch nützlich. Das wird die auf Praktikabilität fokussierte Klientel gerne hören. Das Fassungsvermögen des Kofferraums beträgt 443 Liter, bei umgelegter Rückbank werden sogar 1.380 Liter daraus. Legt man die Rückenlehne des Beifahrersitzes um, ist mit einer Ladelänge von 2,48 Metern die vielgerühmte IKEA-Tauglichkeit erreicht. Ein weiteres Plus ist, dass das Ganze mit einer tiefen Ladekante versehen ist.

Der Fabia-Combi schluckt zwar 105 Liter mehr, sieht aber bei weitem nicht so gut aus. Der optisch einigermaßen ansprechende Seat Ibiza ST Kombi spielt beim Ladevermögen eine Klasse tiefer.

Schmeichelndes Äußeres

Das gute Aussehen des 4,27 Meter langen Franzosen kommt nicht von ungefähr. Der Vorderwagen ist identisch mit dem der Limousine und die dunkel lackierten B-, C und D-Säulen sowie die hinteren Türen mit versteckten Griffen und die abfallende Dachlinie schmeicheln dem Auge. Das gilt auch vor die kurzen Überhänge vorne und hinten.

Übersichtliches Cockpit

Vorne gibt es viel Platz, und das schmucke, übersichtliche Cockpit mit Klavierlackapplikationen trägt zur Wohlfühlatmosphäre bei.

Nur die Sitze fallen etwas ab. Zwar ist dank des serienmäßig höhen- und längsverstellbaren Lenkrads schnell eine gute Sitzposition gefunden, aber die kurze Beinauflage wirkt auf längeren Strecken ermüdend. Doch aus einem Kleinwagen mit großem Kofferraum zaubern auch die besten Designer keine Raumwunder.

Die Kniefreiheit ist im Fond nicht besonders ausgeprägt. Immerhin wird es erst ab einer Größe von etwa 1,90 Metern um den Kopf herum eng.

Virtuelle Motorenklänge

Positiv fällt auch das R-Link-System auf. Die Touchscreen-Apps reagieren schnell und die mit TomTom realisierte Navigation erfüllt ihren Zweck.

Für heitere Spielereien ist ebenfalls gesorgt: Der Trip-Report gibt mit allerlei Daten Auskunft über die Schwere des Gasfußes und gibt eine Punktewertung ab.

Wer will, kann sich aus dem Renault-App-Store die R-Sound-Anwendung runterladen, die dann den Klang verschiedener Motoren simuliert.

Quirliger Diesel

Der quirlige 90-PS-Diesel ergänzt den Grandtour hervorragend. Das Triebwerk ist leise und die Start-Stopp-Automatik springt schneller und sanfter wieder an, als bei so manchen Konkurrenten.

Das Drehmoment von 220 Newtonmetern und die Höchstgeschwindigkeit von 178 km/h reichen locker aus, um auf langen Touren mit dem Rest der automobilen Welt mitzuhalten. Und das Ganze bei einem Durchschnittsverbrauch von 3,6 l/100 km.

Da lässt sich auch die hakelige unpräzise zu schaltende Fünfgangschaltung verschmerzen. Zumal die 75-PS-Einstiegsversion ab dem 6. April für 13.800 Euro zu haben ist. Serienmäßig sind: ein Tempomat, Tagfahrlicht und ESP. Die Luxe-Version bietet für 20.200 Euro schon einiges: Start-Stopp-Funktion, 16-Zoll-Alufelgen, ein Navi-System und eine Klimaanlage.

Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll