Porsche Macan S Diesel, 95B

Porsche Macan S Diesel, 95B

Tigersprung

Mit dem Macan will Porsche den Markt der kompakten SUVs gehörig aufmischen. Der kleine Bruder des Cayenne hat auf alle Fälle das Zeug dazu.

11. Februar 2014

Die Namensgebung des Macan lässt tief blicken. Macan heißt im Indonesischen "Tiger". Und wenn ein solche Raubkatze zum Sprung ansetzt, hat die Beute wenig Chancen.

Es ist davon auszugehen, dass der Macan bei den Cayenne-Fans wildern wird. Porsche geht von zehn bis 20 Prozent aus. Doch der Hauptteil der Eroberungszug soll hauptsächlich bei den Konkurrenten aus München und auch aus Stuttgart-Untertürkheim stattfinden.

Vor allem jüngere Fahrer, verheiratete Paare aber auch Frauen haben die Porsche-Vertriebsspezialisten im Visier.

Tiefere Sitzposition

Bei allen Modellen gleich ist die Sitzposition. Der Fahrer sitzt 70 Millimeter tiefer als im Cayenne und fühlt sich als Teil des Fahrzeugs. Die Sitze sind bequem und das Lenkrad liegt gut in der Hand. Lediglich die wuchtige, leicht ansteigende Mittelkonsole beengt das Raumgefühl auf den Vordersitzen.

Hinten können Erwachsene trotz der abfallenden Dachlinie vernünftig sitzen.

Das Beladen des Kofferraums, der mit umgelegten Rückbanklehnen von 500 auf 1.500 Liter Volumen wächst, fällt aufgrund der hohen Ladekante schwer. Dafür gibt es unter dem Boden ein zweites Fach.

Das schnittige Design ist gelungen. Nur der billig wirkendes Plastik-Kühlergrill stört den schicken Gesamteindruck.

Großer Optimismus

Das ändert wenig am Optimismus, der die Zuffenhausener Manager durchströmt. "Der Macan wird dem Wachstum des Unternehmens einen Schub geben", gibt Porsche-Chef Matthias Müller dem Kompakt-SUV mit auf dem Weg.

Das ist eine ganz ordentliche Vorgabe. Immerhin sollen im ersten Jahr bereits 50.000 Modelle verkauft werden. "Wenn der Markt es erfordert, können wir auch 60.000 produzieren", macht SUV-Baureihenleiter Hans-Jürgen Wöhler klar.

Dass der "Tiger" ein Erfolg wird, scheint jetzt schon festzustehen. Vielerorts ist das neue Porsche-SUV für dieses Jahr schon ausverkauft. Die Markteinführung am 5. April ist dann nur noch symbolischer Natur.

Ambitionierter Preis

Eine solche Nachfrage führt bei den Zuffenhausenern offenbar zu einem gehörigen Maß an Selbstbewusstsein. Der Cayenne Diesel kostet mit 62.928 Euro nur 5.000 Euro mehr als der kleine Bruder. "Wir sind vom Erfolg des SUVs überzeugt. Der Macan ist das richtige Auto zur richtigen Zeit", erklärt Matthias Müller und verweist auf den weltweit wachsenden Markt der Kompakt-SUVs.

Großer Wurf

Für Porsche gibt es nur wenig Zweifel, für welches Modell sich die Käufer bei den kompakten SUVs entscheiden sollen. "Mit diesem Fahrzeug ist unseren Ingenieuren erneut ein großer Wurf gelungen", trommelt Matthias Müller.

Die erste Testfahrt gibt dem drahtigen Bayer recht. Der Macan ist genau das, was man sich von einem Porsche erwartet. Sportlich, agil und dynamisch.

Das liegt unter anderem am Allradantrieb mit der elektronisch geregelten Lamellenkupplung, der sich sich von Antriebskonzept des Konzernbruders Audi Q5, der mit einem Torsen-C-Mittendifferenzial für Traktion sorgt, unterscheidet.

"Wir haben auf der hervorragenden Audi-Plattform einen überragenden Porsche gebaut und dabei zwei Drittel der Teile verändert oder angepasst", sagt SUV-Baureihenleiter Hans-Jürgen Wöhler und grenzt sich damit per Lobeshymne deutlich von den Ingolstädtern ab. Das Konzept des Quattro made by Zuffenhausen lehnt sich an die Technik der 911er-Sportwagen an.

Hecklastig ausgelegt

Grundsätzlich ist das Porsche-SUV ein Heckantriebler, bei dem nur bei Bedarf die Vorderräder dazugeschalten werden. Wobei aber in der Regel 20 Prozent der Kraft nach vorne gehen.

Das Ergebnis ist eine Leichtfüßigkeit, die in diesem Segment ihresgleichen sucht. Da muss sich BMW mit dem kommenden X4 ganz schön anstrengen, um mitzuhalten.

Selbst der etwas kopflastigere Diesel lenkt unterstützt von einem prächtigen Heckschwung ambitioniert ein. Schaltet man den Macan mit dem optionalen PASM scharf, hängt der 258-PS-Diesel gierig am Gas, und mit der sehr feinfühligen und direkten Lenkung lässt sich das immerhin 1,9 Tonnen schwere und 4,68 Meter lange SUV wie an der Schnur um die Ecken zirkeln.

In nur 6,3 Sekunden knackt der kompakte Kraxler die 100 km/h-Marke und schafft es bis 230 km/h. Bei einem Durschnittsverbrauch von 6,3 l/100 km ist das aller Ehren wert.

Diese nackten Zahlen geben aber nur ungenügend wieder, wie viel Spaß der Macan macht. Wenn gewünscht, verwandelt sich das Porsche-SUV auch in einen recht komfortablen Gefährten mit zurückhaltendem Dieselmotor.

Stärken 

  • relativ komfortabel
  • schickes Design
  • agiler Motor hängt gut am Gas

Schwächen 

  • breite Mittelkonsole beengt etwas
  • ambitionierter Preis
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll | Bildmaterial: Hersteller