Nachschlag

Fahrbericht: Porsche Cayman GTS

Nachschlag

Mit dem GTS rückt Porsches Cayman wieder ein Stück näher an die Ikone 911 Carrera.
9. Mai 2014 Optisch hat Porsche den Cayman GTS nur leicht an Bug und Heck nachgeschärft. So sind die geschwärzten Bi-Xenon-Scheinwerfer serienmäßig mit dem Porsche Dynamik Light System ausgerüstet. Serienmäßig ist er auch mit dem adaptiven Dämpfersystem PASM ausgestattet und liegt etwas tiefer als der normale Cayman. Innen gibt es serienmäßig die bekannt griffigen Sportsitze aus Leder. Ansonsten: ordentlich Platz für zwei Personen, sauber verarbeitete Materialien. Mit zusammen 334 Litern reichen die beiden Kofferräume vorne und hinten allemal für zwei kleine Koffer.

Kraftvoll und ausgewogen

Vor der Hinterachse arbeitet der gleiche 3,4 Liter große 6-Zylinder-Boxer wie im Cayman S und im Porsche 911 Carrera. Allerdings haben die Ingenieure ihm etwas mehr Leistung gegönnt als im Cayman S. Beim GTS hat die Maschine 250 kW/340 PS - 25 PS mehr als im S - und nur noch 10 PS weniger als im 911 Carrera. An den reicht der Cayman GTS auch beim maximalen Drehmoment von 380 Nm nicht ganz heran. Irgendwie muss der Abstand zur Legende ja gewahrt bleiben. Bei den Fahrleistungen selbst sehen es die Stuttgarter dann wohl nicht ganz so eng: Der GTS mit Doppelkupplungsgetriebe, Launch Control und gedrückter Sport Plus-Taste schafft es in gerade mal 4,6 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 - der normale 911 Carrera braucht 4,8 Sekunden. Ähnlich bei Top Speed: Mit 283 km/h trennen den Cayman GTS nur noch sechs km/h vom 911er.

Gebremster Aufpreis

Den Spaß, den man im Porsche Cayman GTS haben kann, mindert das nicht. Der Motor hängt direkt am Gas. Und wenn man die Sport Plus-Taste drückt, merkt man das auch akustisch. Das Fahrverhalten ist so ausgewogen, wie es sich für einen Sportwagen mit Mittelmotor gehört. Um Kurven zirkelt er präzise, die Traktion ist bestens und die Verzögerung dank der griffigen Bremsen ähnlich radikal wie die Beschleunigung. Je nach Fahrwerkseinstellung agiert die Federung zwischen komfortabel und hart. Die Lenkung agiert präzise, das Doppelkupplungsgetriebe gefühlvoll. Beim Verbrauch hält sich der Cayman GTS vergleichsweise zurück: 8,2 Liter SuperPlus gibt Porsche auf 100 Kilometer an (9,0 Liter mit Handschaltung). Dazu ist der Motor auf die kommende Euro 6-Norm zertifiziert.
Kein Wunder: Porsche lässt sich das Kürzel GTS auch beim Cayman gut bezahlen. Der Basispreis liegt bei 73.757 Euro. Immerhin ist im Grundpreis schon viel mit drin, für das man beim normalen Cayman extra zur Kasse gebeten wird. Das Sport Chrono-Paket etwa - im GTS Serie - kostet normalerweise 1.595 Euro Aufpreis. Ausstattungsbereinigt ist der Cayman GTS damit noch nicht einmal so sehr viel teurer als ein Cayman S.

Stärken

  • Kräftiger und kultivierter Motor
  • rasante Beschleunigung
  • agiles und sehr sicheres Fahrverhalten
  • gute Traktion
  • präzise Lenkung
  • ausgezeichnetes Doppelkupplungsgetriebe
  • ordentlich Platz für zwei Personen
  • griffige Sitze
  • gute Serienausstattung

Schwächen

  • Hoher Anschaffungspreis
  • teuer im Unterhalt
  • eingeschränkte Übersicht vor allem bei geschlossenem Verdeck
  • nur wenig Assistenzsysteme im Angebot
Text: Press-Inform / Jürgen Wolff