Porsche 911 GT3, 991

Porsche 911 GT3, 991

Knall auf Fall

Lust auf eine Runde auf der Nordschleife? Perfekter als in einem Porsche 911 GT3 kann man kaum unterwegs sein.

24. Juli 2013

Wer schnell ist, wer wirklich schnell ist, schafft die Nordschleife in atemberaubenden 7.25 Minuten. Walter Röhrl oder Timo Kluck, beides Testfahrer bei Porsche prügeln den auf 350 kW / 475 PS erstarkten Porsche 911 GT3 in dieser Zeit über den Ring.

"Der neue GT3 dreht bis 9.000 U/min", lächelt Andreas Breuninger, bei Porsche verantwortlich für die GT-Fahrzeuge, "das sind 500 U/min mehr als bisher. Eine deutliche Verbesserung, die einfach zu spüren ist."

Auf Rennstrecken und kurvigen Pisten hat der Porsche 911 GT3 neuester Bauart keinen echten Gegner. Der Preis: 137.303 Euro.

PDK statt Handschaltung

"Wir schalten gerne manuell, aber noch lieber schalten wir schnell", schmunzelt Andreas Breuninger, "unser PDK fährt sich wie ein sequentielles Getriebe. 100 Millisekunden dauert das Hochschalten, und dabei wiegt das Getriebe zwei Kilogramm weniger als das des Carrera."

Der Aufschrei der internationalen Fan-Gemeinde des 911 GT3 war groß, als Porsche verkündete, das neue Rundstrecken-Aushängeschild auf technischer Basis der Baureihe 991 würde unter anderem Doppelkupplungs-Getriebe, Hinterradlenkung und Direkteinspritzung bekommen.

Ein Beweis dafür, dass sich Rennsportpurismus irgendwann einmal überholt hat.

Porsche 911 im Video

 

Maximal: 9.000 U/min

Kaum weniger spektakulär verbeißen sich die 20-Zöller bei heißen Temperaturen in den welligen Asphalt. Die mitlenkende Hinterachse, von Plapper-Puristen ebenso verurteilt wie das grandiose PDK, vollbringt im Grenzbereich kleine Wunder und hält den Rennwagen mit Straßenzulassung stoisch in der Spur.

Das Tempo, mit denen man den Porsche 911 GT3 bewegen kann, ist weitab dessen, was im Straßenverkehr zugelassen ist. Hier kann man auf der Autobahn allenfalls die Höchstgeschwindigkeit von 315 km/h Spitze oder das Spurtpotenzial von 0 auf Tempo 100 in 3,5 Sekunden testen. Besonders spektakulär, wie der GT3 seine 350 kW / 475 PS auf den Asphalt brennt.

Der Normverbrauch: fast genauso beeindruckende 12,4 Liter.

Das maximale Drehmoment von 440 Nm bei 6.250 U/min ruft dabei kaum mehr als Gähnen hervor. Leistungsstarke Diesel bieten längt 500, 600 oder gar mehr Drehmoment.

Wer meint, die Gänge mit 6.500 oder 7.000 U/min ausgedreht zu haben, nimmt dem 3,8 Liter großen Boxermotor, endlich mit Direkteinspritzung und Trockensumpfschmierung unterwegs, fast ein Drittel seiner Möglichkeiten.

Also einfach weiterdrehen und vor der engen Haarnadelkurve einmal von 6.500 U/min im dritten Gang per Schaltpaddel in den zweiten. Das Triebwerk brüllt, nein schreit und gelbe Zeiger schwingt irgendwo weit über die 8.000 Touren.

Ab auf die Piste

Der GT3 hat nur zwei Lebensräume, in denen es sich ziemt, den 1.430 Kilogramm schweren Renner zu bewegen: eine Rennstrecke oder eine Landstraße - bevorzugt kurvig und mit emotionalen Höhenunterschieden für Pilot und Gefährt. So etwas bietet das Voralpenland, die regenreiche Eifel oder die Schwäbische Alb, vielleicht noch das wenig stimmungsvolle Hochsauerland.

Andreas Breuninger hat es nicht anders gewollt: Auf der Landstraße werden die Gänge ausgedreht und der GT3-Renner auf Basis der Porsche-Generation 991 fräst sich mit atemberaubenden Geschwindigkeiten Kehren, Windungen und Kurvenpassagen hinauf und wieder hinab.

Wer die exzellente Handschaltung des Vorgängers betrauert, kann kaum viel Ahnung vom sportlichen Autofahren haben. Wie weit man den Grenzbereich auch nach außen verlegt, den 911 GT3 durch Hochgeschwindigkeitspassagen presst oder vor Spitzkehren bis fast zum Stillstand herunterbremst - die beiden Hände bleiben am griffigen Lenkrad und schalten über die Paddel rauf und wieder herunter, herunter und wieder rauf und wie herauf und wieder herunter. Noch spektakulärer mit gedrückter PDK-Sporttaste.

Stärken 

  • phantastisches Fahrwerk
  • exzellente Performance
  • drehfreudiges Triebwerk

Schwächen 

  • mäßige Serienausstattung
  • hoher Preis
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff