Porsche 911 Carrera 4, 991

Porsche 911 Carrera 4, 991

Verbesserungen im Detail

Ein Jahr nach dem neuen Porsche 911 ist jetzt auch die allradgetriebene Variante erhältlich. Wie schlägt sich der neue Carrera 4 auf der Straße?

22. Oktober 2012

Wer sich einen Carrera 4 zulegt, steht auf ein Traktionsplus. Das ist auch beim neuen 911er nicht anders. Immerhin haben sich seit 1989 41 Prozent der Käufer für die Allrad-Variante entschieden. Aus gutem Grund: Schnelle und mittelschnelle Kurven durcheilt der 4,49 Meter lange Zuffenhausener wie auf Schienen. Bei engen Kehren lenkt das Heck spürbar mit.

Das ist durchaus gewollt. Zwar stammt beim neuesten 911er die Technik mit der elektronisch angesteuerten Lamellenkupplung vom Turbomodell des Vorgängers, wurde aber deutlich heckbetonter abgestimmt.

Segeln möglich

Damit verbessert sich auch das Einlenkverhalten, sondern auch die Untersteuer-Neigung reduziert sich spürbar. Die Kraft ist nach wie vor von null bis 100 voll variabel zwischen Vorder- und Hinterachse verteilbar. Die Elektronik passt sich in weniger als 100 Millisekunden auf die neuen Gegebenheiten an.

Das hilft auch beim Spritsparen: Geht man vom Gas und "segelt", öffnet sich die Lamellenkupplung, und der Carrera 4 verwandelt sich zum reinen Hecktriebler.

Porsche 911 im Video

 

Breiteres Heck

Wie sein Vorgänger hat auch der Carrera 4 ein breiteres Heck als die "normale" Version: 4,4 Zentimeter stehen die beiden Kotflügel weiter nach außen, und die Reifen sind ebenfalls um einen Zentimeter breiter.

Dazu kommt noch das charakteristische LED-Band, das die beiden Heckleuchten miteinander verbindet. Die billig wirkenden schwarzen Plastik-Sockel der Außenspiegel stören die gelungene Optik etwas.

Genug Kraft

Kraft ist dank des 350-PS-Boxer-Motors genug vorhanden. Obwohl der Allradantrieb 50 Kilogramm mehr auf die Waage bringt, hat man mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe den Sprint von null auf 100 in 4,7 Sekunden absolviert. Erst bei 283 km/h ist Schluss.

Der Verbrauch beträgt 8,6 l/100 km, das sind 1,5 Liter weniger als beim Vorgänger. Dabei ist das 3,4-Liter-Triebwerk ziemlich drehfreudig und zeigt sein Temperament erst ab 4.000 Umdrehungen.

Teurer Preis

Mit einem Preis von 97.557 Euro ist der Carrera 4 rund 11.500 Euro teurer als der Hecktriebler. Dafür gibt es eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik und gute Sportsitze.

Das bei diesem Preis der Heck-Parpiepser 583,10 Euro Aufpreis kostet, ist allerdings nur schwer zu verstehen. Neben guten Stahlbremsen gibt es auch einen Tempomaten mit Notbremsunterstützung. Allerdings sind dafür 2.320,50 Euro fällig.

Stärken 

  • Verarbeitung
  • Optik
  • Fahrverhalten

Schwächen 

  • Ausstattung
  • Preis
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll