Test: Peugeot 308 GTI (2. Generation)

Dem Original-GTI dicht auf den Fersen

Du kleines, wildes Ding

Der neue Peugeot 308 GTi hat bärenstarke 272 PS, die voll auf die Vorderachse gehen. Schon Ende Oktober kommt er auf den Markt. Als besonderen Blickfang auf Wunsch auch mit frecher Zweifarb-Lackierung

 
 
13. Oktober 2015

Jaaa, französisches Temperament – genau das wollen wir. Und deshalb finden wir das Kürzel „GTi“ am Heck eines Peugeot auch mindestens so angebracht wie am breiten Hintern des (angeblichen) Originals, des Wolfsburger Wolfs. Nun, der Schakal aus dem Westen beißt auch ganz schön spitz zu...

Das fängt an mit 272 PS und 250 Kilometer pro Stunde Spitze. Denn der 308 GTi kleckert nicht mit Daten, er klotzt mit Tatsachen. Und das Schöne an dem kompakten Franzosen (neben seiner auf Wunsch erhältlichen zweifarbigen Lackierung, die wir wirklich frech finden!): Er schafft es tatsächlich, die Kraft aus nur 1,6 Litern Hubraum über die Vorderräder einigermaßen gesittet auf die Straße zu bringen.

So schnell der Sechs-Sekunden-Sprint bis Tempo 100 vorüber ist, so schnell wird schon mal die Literzahl des Vierzylinder-Triebwerks überlesen: 1,6 Liter. Wie lange solch ein kleines Aggregat so eine Leistungsausbeutung mitmacht, wird sich natürlich erst noch zeigen. Doch bis dahin steht erst einmal fest, dass die Franzosen sowohl die Leistung, als auch die 330 Newtonmeter Drehmoment ohne Murren und Zucken auf den Asphalt drücken.

Eins sein mit dem Fahrzeug

Das kleine, aber kräftige Aggregat entstammt der gleichen Motorenfamilie wie schon das des RCZ R. Nicht gerade überraschend ist daher, dass es bei nasser Fahrbahn eher etwas gemütlicher vorwärts geht. Der Frontantrieb hat eben auch seine bekannten Nachteile.

Allerdings macht er diese Eigenschaft dank des Torsen Differenzials in rasant gefahrenen Kurven locker wieder wett. Durch die Verlagerung des Drehmoments an das Rad mit dem besten Grip, darf der rechte Fuß viel früher das Gaspedal gen Bodenblech pressen, als zuvor.

Das kompakte Raubtierchen lehnt sich richtig auf dem kurvenäußeren Rad ab, was gleichzeitig den Fahrspaß um ein Vielfaches erhöht. Das Gefühl, eins zu sein mit dem Fahrzeug, wird auf diese Art deutlich verstärkt.

Per Knopfdruck ist das ESP aus

Zu Gute kommt dem 4,25 Meter langen und 1,2 Tonnen leichten Sportler sein manuelles Sechsgang-Getriebe. Hier hakelt wirklich nichts, und sämtliche Gänge lassen sich bis knapp 6.000 Umdrehungen voll ausfahren. Im Zusammenspiel mit der sehr direkten Lenkung und dem auf Wunsch knackig sportlichen Fahrwerk ist stets klar, dass hier ein um elf Millimeter tiefer gelegter Sportler am Werke ist, der gefordert werden möchte.

Einziger Kritikpunkt: Ist schon der GTi ein rauer Geselle, so erlebt man das Fahrwerk fürwahr als harten Hund; viele Rinnen und Fugen gibt es mit Genuss an die oberen Etagen weiter, was immer wieder zu energischen Schlägen ins Rückgrat führt. Selbst im Komfort-Modus.

Der auf 19 Zoll großen Räder rasende Peugeot 308 GTi kann aber auch anders. Zumindest verrät dies der mit sechs Litern auf 100 Kilometern angegebene Normverbrauch (der in Realität bei knapp acht Litern liegen dürfte). Abgesehen von der Handvoll Fahrer, die tatsächlich nach dem Kauf eines sportlichen Kompakten auf solche Dinge wie Spritverbrauch Wert legen, gilt für den Rest nur eines: Drück den Sportknopf und gib Gas. Zudem ist auch das ESP komplett deaktivierbar.

Renngefühle auf Knopfdruck

Der Sportknopf ist bereits aus dem 208 GTi bekannt und sorgt im Nu im Innenraum für Renngefühle. Der Motorsound wird nachweislich (also nicht nur gefühlt) präsenter, und die Armaturen färben sich in wildem Angriffs-Rot. Dass beides nur von elektronischen Helferlein umgesetzt wird, hat uns dabei nicht sonderlich gestört – die Suggestionswirkung könnte stärker kaum sein.

Nein, auch in der falschen Welt der digitalen Imitate kann es echte Emotionen geben: Solange der Klang des kleinen Vierzylinders da vorn unter der schwarzen Motorhaube sich trotz der Tatsache,dass er über die Lautsprecher in den Innenraum transferiert und ein wenig nachgebessert wird, so gut anhört, sei es gerade nochmal verziehen.

Für die Außenbeschallung sorgen zwei Endrohre – natürlich hinten; und natürlich mit echtem Krawall. Neben diesen beiden triumphalen Tröten ist der Neuling im Straßenverkehr an den (angriffs-)roten Bremssätteln mit Peugeot-Signatur und einer neuen Front sowie einem neuen Heck zu erkennen.

Ledersitze mit rote Ziernähten

Die Inneneinrichtung des 308 GTi entpuppt sich als Gruß aus der Küche: Peugeot mobilisiert ein Interieur, das für einen Sportler wirklich edel geraten ist. Erst Recht, wenn man bedenkt, dass der freche Franzose in der Basis lediglich 34.950 Euro kostet.

Man lese und lache: Der Fahrer und sein Beifahrer nehmen in Schalensitzen in Leder und Alcantara Platz, die mit roten Ziernähten versehen sind. Das kleine, sehr kompakte Lenkrad bietet Kart-Feeling vom ersten Anfassen an.

Hervorzuheben ist beim Peugeot 308 GTi außerdem, dass trotz der zwanghaften Verwendung von Chromteilen rein gar nichts davon in der Windschutzscheibe spiegelt. Davon kann so manch italienischer Supersportlerfahrer (der fünfmal mehr für seine Kiste hinblättert) nur träumen.

Weitere Informationen über den neuen Peugeot 308 GTI (2. Generation) in der Bildergalerie.
 

Jetzt Peugeot 308 GTI suchen

Der sportlichste Kompakte von Peugeot ist bereits in 2. Generation auf dem Markt. Bereits die 1. Serie macht ganz schön was her.

Peugeot 308 GTI bei mobile.de

Text: Press-Inform / Marcel Sommer