Opel Meriva B, Modellpflege

Opel Meriva B, Modellpflege

Nachwuchspflege

In der Klasse der Minivans ist der Opel Meriva seit Jahren eine feste Größe. Bei der Modellpflege hat sich jedoch überaus wenig getan.

23. Januar 2014

Wer für die kleine Familie einen praktischen Van sucht, kommt am Opel Meriva kaum vorbei. Mit der ersten Generation setzte Opel ein Ausrufezeichen und auch der 2010 eingeführte Nachfolger ist ein Erfolgsmodell.

Doch die ab Februar eingeführte Modellpflege ist dünn. Ein paar neue Rückleuchten und eine nur leicht geänderte Front dürften gerade denen kaum auffallen, für die es sonst wichtigeres als das eigene Auto gibt.

Doch die praktischen Vorteile bleiben: vier weit öffnende Türen garantieren einen einfachen Ein- und Ausstieg. Ohne die B-Säule ginge es noch einfacher.

Reisekomfort

Die dünn gepolsterten, aber mit genügend Seitenhalt und Oberschenkelauflage versehenen Sitze garantieren auch auf langen Strecken ermüdungsfreies Fahren. Opel verweist nicht ohne Stolz darauf, dass die Option Sitzheizung in Verbindung mit Lenkradheizung zuletzt die mit Abstand meistgewählte Sonderausstattung war - immerhin drei Viertel aller Merivas wurden 2013 damit ausgestattet.

Was dem Meriva fehlt, sind Innovationen. Fahrerassistenzsysteme wie sie zumindest zum Teil auch im größeren Zafira verfügbar sind, sucht man vergebens, und selbst Xenon- oder LED-Scheinwerfer bleiben außen vor, so dass allein ein Abbiege-/Kurvenlicht mit betagter Halogentechnik angeboten wird.

Praktische Sitze im Fond

Die Sitze in der zweiten Reihe lassen sich vielfältig verstellen und der Laderaum je nach Fondbestuhlung von 400 auf bis zu 1.500 Liter erweitern.

Die Materialien im Innenraum sind jedoch auch nach der Modellpflege wenig hochwertig. Unterschiedliche Farbgebungen und Narbungen stören das verwöhnte Auge. Der neue Navigationsbildschirm mit einfacher Integration von Smartphones gefällt; kann jedoch ohne die sinnvolle Nutzung intelligenter Apps nur ein erster Zwischenschritt sein.

31 alltagstaugliche Ablagen lassen eine Getränkeflaschen ebenso locker im Innenraum untergebracht werden wie Kaffeebecher, Tablet-PC oder Gummibärchentüte für den nächsten Kurztrip zu Oma oder Tante.

Guter Topdiesel

Die beste Wahl ist der aus dem Zafira übernommene Commonrail-Diesel mit 100 kW / 136 PS. Der hat nicht nur genügend Leistung, wenn man einmal zu viert oder mit entsprechendem Gepäck unterwegs ist. Insbesondere kann der 1,6 Liter große Vierzylinder mit einer großen Laufruhe und einem überraschend geringem Geräuschniveau punkten. Der Selbstzünder lässt sich auch im unteren oder oberen Drehzahlbereich nicht zu Lärm verleiten und verrichtet im Vorderwagen betont zurückhaltend seinen Dienst.

Das kann man auch vom Verbrauch sagen. Denn im Normzyklus gibt sich der Familien-Opel mit 4,4 Litern Diesel zufrieden. Nicht schlecht für einen immerhin 1,5 Tonnen schweren Minivan, der 197 km/h Spitze läuft und den Spurt auf Tempo 100 in knapp zehn Sekunden absolviert.

Start bei 23.350 Euro

Preislich geht beim Opel Meriva 1.6 CDTI mit 100 kW / 136 PS bei 23.350 Euro in der schwach ausstaffierten Variante Edition los.

Eine bessere Wahl ist der 24.890 Euro teure Meriva Innovation, der unter anderem Kurven-/Abbiegelicht, Nebelschweinwerfer, Alufelgen, Tempomat und das mehr als sinnvolle Sieben-Zoll-Display sowie elektrische Außenspiegel bietet.

Stärken 

  • gute Fahrleistungen
  • niedriger Verbrauch
  • gutes Platzangebot

Schwächen 

  • kaum Assistenzsysteme
  • keine Xenon- / LED-Scheinwerfer
  • lieblose Haptik
Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff | Bildmaterial: press-inform / Opel