Fahrbericht: Opel Karl 1.0 Ecotec

Viersitzer für weniger als 10.000 Euro

Was will man mehr?

Der Opel Karl startet mit 9.500 Euro ein Rennen auf Renault Twingo, Peugeot 108 oder Fiat Panda. Mit nur einem Motor und vorerst einem Getriebe im Angebot fällt die Wahl sehr leicht.

14. Juli 2015

Opels Karlchen ist ein Wadenbeißer: Er nimmt ohne lange Umschweife die Konkurrenz aufs Korn. Das sind etablierte Mini-Autos wie der VW Up, Hyundai i10 oder Kia Picanto. Kann der Karl denen das Wasser reichen? Das werden wir gleich sehen.

Mit einem Einstiegspreis von 9.500 Euro und nur einem Motor im Angebot fällt die Wahl für (oder eventuell auch gegen) den kleinen Viersitzer jedenfalls schon mal leicht. Natürlich werden sich nur die wenigsten Kunden einen ausstattungsbereinigten Basis-Karl vors Haus stellen. Doch sowohl der mittlere als auch ein voll und damit auch gut ausgestatteter Karl fällt mit einem Preis von 10.650 beziehungsweise 12.900 Euro nicht sonderlich negativ ins Gewicht.

Für den komplett ausgestatteten Neuling werden maximal 15.395 Euro fällig. Merken Sie es? Genau: Wir sprechen bis jetzt fast nur über Geld; das ist in dieser Klasse ganz normal. Wer in diesem Segment auf der Suche nach einem möglichst günstigen Cityflitzer ist, wird sich aber weder für das Schiebedach, noch die Sitzheizung oder eine der acht Sonderlackierungen für je 460 Euro entscheiden müssen. Die kostenlose Farbe Weiß, oder das 160 Euro teure „Mohn Rot“ lassen den Opel nicht minder schick aussehen.

 
 

Karl wiegt weniger als 1 Tonne

Überhaupt zeigt der 939 Kilogramm schwere Fünftürer, dass sich auch auf einer Länge von nur 3,68 Metern ausreichend Raum für fünf Personen und ein wenig Handgepäck schaffen lässt.

Er ist zwar einen knappen Zentimeter kürzer als sein damit großer Bruder Adam, doch hat sich das Karl-Designteam mit designverschuldeten Raumeinbußen zurückgehalten. Und wenn die drei Hinterbänkler nicht gerade Kugelstoßer oder Hochspringer sind, darf die Fahrt ruhig länger dauern.

Sollte die Rückbank mal nicht vollbesetzt sein, lässt sich der mit 206 Litern tatsächlich genau mit zwei Handgepäcks-Trolleys zu füllenden Kofferraum durch ein Umklappen der Rückbank auf 1.013 Liter erweitern.

Leichtere Lenkung auf Knopfdruck

Dass von einem sogenannten A-Segment-Modell keine Sprintzeiten oder sonstige Fahrdynamische Bestleistungen zu erwarten sein dürfen, ist klar. Mit seinen 15,5 Sekunden bis Tempo 100 liest sich der kleine Rüsselsheimer allerdings träger, als er es in der Stadt wirklich ist. Dank seiner per Knopfdruck noch leichtgängigeren Lenkung und des auf den Stadtverkehr abgestimmten Fünfgang-Getriebes sind die gewünschten und eigentlich auch nur erlaubten 50 Kilometer pro Stunde ruckzuck erreicht.

Tempo 170 ist maximal möglich. Auch Zwischenspurts macht Karlchen willig mit. Die Drehzahl sollte während der Fahrt nicht nennenswert und vor allem nicht oft über die 3.000er-Markierung getrieben werden, da ansonsten das Dreizylinderorgeln allzu schnell zu nerven beginnt.

Wird sich an der sehr eilig gen fünften Gang hochschnellenden Schaltwahlhilfe orientiert, wird dies eher selten passieren bis gar nicht. Ein automatisiertes Schaltgetriebe, wie es schon beim Adam oder auch Corsa erhältlich ist, dürfte opeltypisch in ein paar Monaten in der Aufpreisliste zu finden sein.

Ein Hauch Oberklasse

Wer einen anderen, als den 1,0 Liter großen und 75 PS starkenBenzinmotor bekommen möchte, kann das natürlich auch – allerdings nicht im Chassis eines Opel Karls. Der steht mit genau einem, sprich diesem Motor zur Wahl.

95 Newtonmeter und ein Normverbrauch von 4,3 Litern auf 100 Kilometern wirken dabei nicht nur auf dem Papier gering. In Kombination mit dem 32 Liter großen Treibstofftank lassen sich aber, auch mit vollbesetztem Wagen und dem einen oder anderen Gasstoß locker über 500 Kilometer am Stück realisieren.

Bei normalem Gebrauch würde dies rund zweieinhalb Tankfüllungen oder knapp 100 Euro pro Monat bedeuten.

Optional: Sitzheizung & Klimaautomatik

Für das Wohlbefinden im Innenraum sorgen gegen Aufpreis unter anderem eine Lenkrad- und Sitzheizung, Klimaautomatik, Parkhilfe und eine ansprechende, wenn auch plastiklastige, Materialverwendung. Auf den Punkt gebracht: Es spiegelt, klappert oder scheppert nichts. Alles ist dort, wo es hingehört.

Mit der Einführung des Komfortdienstes Opel OnStar findet sogar ein Hauch Oberklasse den Weg ins kleinste Segment. Fahrer und Passagiere können 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr den neuen Online- und Service-Assistenten erreichen. Gleichzeitig wird der Karl dank dieser Neueinführung zum mobilen 4G/LTE WLAN-Hotspot für bis zu sieben Endgeräte.

Opel Group-Chef Karl-Thomas Neumann drückt es druckreif aus: „Kurz, knackig, charaktervoll – der Name Karl spiegelt seine Stärken wider. Er ist das ideale Auto für preisbewusste Kunden, die Alltagstauglichkeit mit Komfort und modernen Technologien verbinden möchten.“

Weitere Informationen über Opels neuen Kleinen in der Bildergalerie.

Text: Press-Inform / Marcel Sommer