Opel Insignia Sports Tourer OPC

Opel Insignia Sports Tourer OPC

Flotter Blitz

Opel hat dem Insignia eine Modellpflege spendiert. Davon profitieren auch die OPC-Modelle, die noch schärfer gemacht wurden.

2. Januar 2014

Sobald man im Opel Insignia Sports Tourer OPC Platz genommen hat, fällt einem der veränderte Innenraum ins Auge. Der zentrale Tacho ist jetzt virtuell, während der Drehzahlmesser noch nach altem Prinzip funktioniert. Damit hören die Veränderungen nicht auf. Das neue Bedienkonzept ist vom Insignia übernommen. Statt Knöpfe- und Schaltervielfalt setzt Opel jetzt auf Apps und Minimalismus. Als Schaltzentrale fungiert die Mittelkonsole mit dem Acht-Zoll-Bildschirm.

Das funktioniert ganz gut, auch wenn die Eingängigkeit der Bedienung nicht BMW-Niveau erreicht. Auf dem Bildschirm lassen sich beim OPC Öldruck, Öltemperatur oder auch die Bremsleistung und die bei der Querbeschleunigung auftretenden G-Kräfte ablesen.

Die zerren dank der guten Sportsitze gefühlt nicht so sehr am Körper des Lenkers.

Der ganze Kombi-Spaß kostet mindestens 49.515 Euro.

Viele Runden auf der Nordschleife

Der fahrdynamische Spiritus Rector hinter dem Opel Insignia OPC ist Volker Strycek. Der Der Nordschleifen-Experte hat auch bei dem überarbeiteten Modell wieder einige Runden auf seiner Lieblingsstrecke gedreht, um dem Insignia OPC den letzten Schliff zu geben.

Der Test-Aufwand hat sich gelohnt. Der Insignia OPC macht noch mehr Spaß als der Vorgänger. Das liegt nicht zuletzt am Fahrwerk. Bei der Hinterachse setzten die Ingenieure an 60 Stellen die Hebel an und trieben ihr somit die Polterneigung aus, ohne die Fahrdynamik zu verschlechtern. Die bekannte HiPer-Strut-Mehrfachlenker- Vorderachse bekam Detailverbesserungen, die sich in einem verbesserten Einlenkverhalten zeigen.

Opel Insignia im Video

 

ESP komplett deaktivierbar

Damit kann man auch die Stabilitätsprogramme an der langen Leine lassen. Schaltet man den Schleuderverhinderer ganz aus, zeigt der schnelle Kombi mit dem Blitz sein wahres Agilitätsgesicht. Das kann sich sehen lassen. Der Insignia OPC giert nach schnellen Ecken. Schnee? Aber bitte! Heckschwenks? Unbedingt!

Ein Druck auf das Gaspedal führt nicht zu Schweißausbrüchen, sondern zu Dauergrinsen und Freudenjauchzern. Bei aller Agilität und Tanzfreude überrascht der Opel den Fahrer nicht mit zickigen Manövern.

Selbst mit aktiviertem ESP knallt der sportliche Kombi deutlich agiler um die Ecken als der zivilere Bruder Country Tourer.

Software lässt mehr Dynamik zu

Die Fäden dieser mechanischen Komponenten laufen bei der Software zusammen, die zum Teil neu programmiert wurde und jetzt mehr Drehung um die Hochachse zulässt, ehe das ESP eingreift. Dafür reagiert das Stabilitätsprogramm jetzt schneller, wenn ein Untersteuern droht. Das kommt der Agilität zugute.

Auch das FlexRide-Fahrwerk mit den variablen Dämpfern wurde neu abgestimmt. Wie bisher kann auf Knopfdruck zwischen verschiedenen Fahrprogrammen gewählt werden, aber das Dämpfer-Feder-System reagiert nun harmonischer auf Unebenheiten.

Ganz entscheidend für den Dynamikgewinn ist natürlich der Allradantrieb mit Haldexkupplung und elektronisch gesteuertem Hinterachsdifferential. Damit kann die Kraft stufenlos zwischen Vorder und Hinterachse sowie zwischen den beiden Heck-Rädern verteilt werden.

Akzeptabler Verbrauch

Die beste Ergänzung dazu ist die Handschaltung. Auch wenn die Sechsgang-Automatik spürloser und schneller schaltet als bisher, kann der Pilot mit dem Schaltknüppel noch etwas mehr Dynamik aus dem immerhin 1,9-Tonnen schweren Gefährt herauskitzeln.

Der 325-PS-Motor ist im Großen und Ganzen unverändert geblieben. Wenn man das Triebwerk mit Drehzahlen auf Zug hält, kommt richtig Freude auf. Schließlich sind 325 PS kein Pappenstil, reichen für einen von-null-auf-100 km/h-Sprint in 6,3 Sekunden und bei der "Unlimited Edition" für eine Höchstgeschwindigkeit von 260 km/h.

Der Verbrauch ist mit 10,6 l/100 km beziehungsweise 10,7 l/100 km bei der Automatik noch akzeptabel.

Stärken 

  • gutes Fahrwerk
  • agil
  • vereinfachte Bedienung

Schwächen 

  • Motor braucht Drehzahlen
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll | Bildmaterial: press-inform