Opel Insignia Country Tourer, Modellpflege

Opel Insignia Country Tourer, Modellpflege

Fast vollendet

Der Opel Insignia Country Tourer erweist sich als querdynamischer Vertreter der Crossover-Offroad-Zunft.

13. Dezember 2013

Die ersten Meter im Insignia Country Tourer durch die Winterlandschaft begeistern: der Crossover-Kombi ist hecklastig ausgelegt ist und legt nacht vehementen Gasstößen auch herrliche Schwenks des ansehnlichen Hinterteils hin. Die 250 PS des Turbomotors schieben kräftig an, und in schnellen Kurvenkombinationen flitzt die Kraft auch schnell zwischen den Achsen hin und her. So muss es sein

Regelsysteme greifen etwas zu früh ein

Danach geht es auf das blanke Eis. Also ESP und Traktionskontrolle aus. Jetzt liegt der Unterschied zwischen einer peinlichen Pirouette mit anschließendem Abflug in den Tiefschnee und einer schönen eleganten Ballettschrittkombination nur am Können und Reaktionsvermögen des Fahrers. So die Annahme.

In der Realität wacht das ESP immer über das Wohl und Wehe des 1.843 Kilogramm schweren und 4,92 Meter langen Kombis. Meldet der Gierratensensor eine zu schnelle Drehung um die Hochachse, greift der Schleuderverhinderer sofort ein und unterbindet die Querbeschleunigung rigoros.

Opel Insignia im Video

 

Wer driften will, braucht den OPC

Damit setzt die Elektronik des Country Tourers allzu gewagten Drifts ein Ende. Damit diese durchgeführt werden könnten, müsste die Hecklastigkeit noch etwas ausgeprägter sein und der Schlupf an den Hinterrädern etwas größer. Die vorsichtigere Eingriffsstrategie ist durchaus gewollt und soll dem anvisierten Klientel entgegen kommen.

Dass Opel auch anders kann, zeigt der Insignia OPC. Wer sich ohne ESP Eingriff in ein spiegelglattes Kurvenstakato stürzen will, greift zum Top-Sportler, der ebenso wie der Country Tourer ab dem 25. Januar nächsten Jahres erhältlich ist.

Verbesserte Allradantrieb

Damit wir uns richtig verstehen: Der Insignia Country Tourer ist ein ziemlich dynamisches Auto. Ob die Rüsselsheimer 4x4-Lösung gleich "der technische Höhepunkt der über einhundertjährigen Geschichte des Allradantriebs im Automobilbau ist", wie der 4x4-Chassis-Ingenieur Andreas Holl freudestrahlend verkündet, sei mal dahingestellt.

Der grundlegende Aufbau der Technik ist bekannt: Verteilergetriebe an der Vorderachse und eine Allrad-Lamellenkupplung mit elektronischem Differential an der Hinterachse. In der Regel spielt die Vorderachse die erste Geige. Aber bei Bedarf wird innerhalb von einer Zehntelsekunde die Antriebskraft nach hinten gefeuert und kann da noch einmal zwischen den Rädern hin und her geschoben werden.

Ein kleiner Wermutstropfen ist das Gewicht des Vierradantriebs von 110 Kilogramm.

Viele Vorbestellungen

Außerdem treffen die Rüsselsheimer mit dem verbesserten Allradantrieb den Nerv der Zeit: 30.000 Deutsche haben den modellgepflegten Insignia bereits vorbestellt. Rund neun Prozent haben sich für den schicken Country Tourer entschieden. Der Anteil an neu georderten Allrad-Insignias beträgt 22 Prozent. Allerdings kostet der Country Tourer als Allradler zusammen mit dem Top-Benziner mindestens 38.415 Euro. Wer sich für den 163-PS-Diesel entscheidet, bekommt die Vierrad-Technik für 1.425 Euro weniger.

Stärken 

  • bleibt immer beherrschbar
  • Allradantrieb hecklastig

Schwächen 

  • Regelsysteme greifen etwas zu früh ein
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll