Test: Opel Astra Sports Tourer

Elegante Kombi-Version des neuen Astra

Opel kann auch schön

Opel ist wieder da und bleibt auch: Die Kombi-Version des neuen Astra zeigt, auf welch hohem Niveau die GM-Tochter neuerdings produziert. Als Antrieb gibt es einen agilen Diesel mit Doppelturbo – auch der ist neu.

 
 
  • Der Opel Astra Sports Tourer ist kaum länger als sein Kombi-Vorgänger, aber fast 200 Kilogramm leichter
  • Zum Start gibt es auch einen neuen Motor: ein sparsamer Zwei-Liter-Diesel mit innovativem Doppelturbo
  • Clou beim neuen Astra-Kombi ist eine elektrische Heckklappe, die mit einem angetäuschten Fußtritt geöffnet wird

Deutlich mehr Stauraum im Heck

Opel Astra Sports Tourer. Der Name ist lang, das Auto ist es auch. Nach wie vor rund 14 Zentimeter länger als andere kompakte Kombis. Aber der erste Anblick ist stimmig. 4,70 Meter streckt die Kombiversion des neuen Astra der Baureihe K, 33 Zentimeter mehr als der Kompakte mit Fließheck.

Und das sind nur 4 Millimeter mehr als sein Kombi-Vorgänger. Ein Fortschritt, wenn man bedenkt, dass derzeit viele Automodelle mit jedem Modellwechsel in alle Richtungen grotesk anschwellen.

Der Astra Sports Tourer tut dies nicht, und bietet trotzdem mehr als das alte Modell: 40-80 Liter mehr Platz im Kofferraum (je nachdem, ob man die Rückbank umlegt oder nicht), bis zu 190 Kilogramm weniger Leergewicht (was den Verbrauch je nach Motor um bis zu 1 Liter auf 100 km senkt) und eine elektrische Heckklappe.

Doppel-Kick beim Kofferraum

Die öffnet sich brav nach einem – angedeuteten – Kick unter die Heckschürze. Das kennen wir schon, ganz nett. Aber wirklich neu ist, dass ein zweiter Spannstoß bei schon geöffneter Klappe den Kofferraumdeckel dazu bringt, sich ebenso brav wieder zu schließen.

Das hilft enorm, wenn man beim Entladen die Hände voll hat. Allerdings ist auch zu erwähnen, dass die Fuß-Gymnastik erst ab der zweitbesten Ausstattungsvariante Dynamic erhältlich ist und dann immer noch 750 bis 885 Euro Aufpreis kostet.

Der Kofferraum kann sich mit einem Fassungsvermögen von 540 bis 1.630 Liter vielfältig nutzen lassen. Zum Vergleich: Das Gepäckabteil des Golf Variant schluckt 605 bis 1.620 Liter, und der Lademeister in diesem Segment, der Skoda Octavia Kombi sogar 605 bis 1.655 Liter.

Extra-Fach fürs Rollo

Die Rückbank lässt sich auch vom Kofferraum aus per Seilzug mit einer Hand umklappen – tatsächlich dauert das nur Sekunden, kostet aber 250 Euro Aufpreis.

Allerdings muss man die Kopfstützen zuvor herausnehmen, um einen flachen Ladeboden zu erhalten.

Das Abdeck-Rollo passt genau in das Unterboden-Fach, das gibt einen weiteren Pluspunkt. Und auch das Schienen-Leisten-System, mit dem Gegenstände auf der Ladefläche fixiert werden können, erweist sich als ausgesprochen durchdacht.

Ein Bügel als Smartphone-Halterung

Im Interieur dominiert das schon gewohnte Astra-Ambiente. Sehenswerte Klarlack-Applikationen und ein griffiges Lenkrad werden leider durch weniger charmante Plastikteile, wie etwa auf dem Mitteltunnel und den dazugehörigen Zigarettenanzünder konterkariert.

Dafür gibt es als Dreingabe interessante Ideen, die sogar zu etwas nutze sind: Der Bügel unterhalb des Navigationsbildschirms ist nicht, wie zunächst vermutet, ein Pseudo-Klappengriff, sondern eine Befestigungs-Möglichkeit für eine Smartphone-Halterung.

Die komfortablen und ergonomischen AGR-Sitze („Aktion Gesunder Rücken“, kein Witz) sind nach wie vor eine Investition wert. Sie kosten entweder 685 Euro separat oder sind im Leder-Paket für 1.850 Euro mit enthalten.

Bekanntes Astra-Cockpit

Neu ist auch der Antrieb: Ein Diesel mit 1,6 Liter Hubraum und Doppelturbo. Der leistet 160 PS und verbraucht unter Labor-Bedingungen (NEFZ-Fahrzyklus) 4,2 Liter auf 100 km. Selbst wenn es in Realität 20% mehr wären, ist das ein guter Wert. Serienmäßig gibt es ein Sechsgang-Handschaltgetriebe dazu.

Opel konnte diesem Selbstzünder zwar nicht alle Diesel-Krankheiten austreiben: Im kalten Zustand knurrt der Motor unwirsch. Nach einigen Kilometern zum Warmlaufen verschwindet diese akustische Belästigung jedoch und die Geräuschkulisse verkehrt sich ins Gegenteil: der 1.6 CDTI BiTurbo gehört zu den ruhigeren Vertretern seiner Zunft.

Angenehm sind auch die Drehfreude bis 5.000 Touren sowie die Elastizität beim Anfahren und beim Durchbeschleunigen im Geschwindigkeitsbereich um 100 km/h. Grund für diesen geschmeidigen Habitus ist die Register-Aufladung und die Tatsache, dass der Ladedruck des kleineren der beiden Turbos je nach Drehzahl automatisch verändert wird.

Kleines Heckfenster erschwert Rangieren

Das führt dazu, dass das maximale Drehmoment von 350 Newtonmetern schon ab 1.500 U/min bereitsteht. Nach 8,9 Sekunden erreicht der 1.435 Kilogramm schwere Kombi Landstraßentempo 100 km/h und der Vortrieb hört erst bei 220 km/h auf.

Da hilft es, dass die Top-Diesel-Version des Astra Sports Tourer knapp 150 Kilogramm leichter ist als der Vorgänger. Der Preis für die Motorisierung in der untersten Ausstattungsvariante (von sage und schreibe fünf!) „Selection“ beträgt ab 23.120 Euro. In der besten Ausstattungsklasse „Innovation“ kostet er rund 5.000 Euro mehr.

Der positive Eindruck wird allerdings durch die teigige Sechsgang-Handschaltung und das doch etwas stößige Fahrwerk getrübt. Beim Rangieren engen das kleine Rückfenster und die breiten hinteren Säulen den Blick nach hinten leider ziemlich ein. Erleichterung schafft die Rückfahrkamera.

Beim Biturbo hat Opel die Nase vorn

Der Basis-Preis des Opel Astra Sports Tourer beträgt ab 18.260 Euro. Dann wird der Kombi von einem 1,4 Liter großen Benziner mit 100 PS angetrieben. Nach NEFZ-Norm verbraucht dieser Einstiegsmotor 5,5 Liter auf 100 km (mit Handschaltgetriebe).

Aber das sind nur Basispreise. Wer den Sports Tourer mit dem neuen Biturbo-Diesel durch ein paar Extras, wie die bereits erwähnte Lederausstattung, das innovative Matrix-LED-Licht (1.250 Euro), Navigationssystem (790 Euro), Frontkamera (500 Euro) und ein Assistenz-Paket aufwerten möchte, steigert den Preis des Familienmobils auf 34.710 Euro.

Zum Vergleich: Ein Golf Variant Comfortline 2.0 TDI mit 110 kW / 150 PS kostet mindestens 28.750 Euro. Dann fehlt aber die Klimaautomatik (380 Euro) und es ist nur Xenon-Licht für 885 Euro erhältlich. Außerdem verzichtet man auf die in dieser Klasse neuartige Doppel-Aufladung des Biturbos. VW wird vermutlich bald nachziehen. Aber im moment hat Opel hier einmal die Nase vorn.

Mehr Eindrücke vom neuen Astra-Kombi in der => Bildergalerie

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Der Astra Sports Tourer ist beliebt: Schon von der vorigen Baureihe J (ab 2011) wurden mehr als die Hälfte der Modelle als Kombi ausgeliefert. Auch das aktuelle Angebot an gebrauchten Sports Tourern bei mobile.de bestätigt die Popularität des Kompaktautos: Mehr als 8.000 Exemplare sind derzeit zu haben.

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Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

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