Fahrbericht Opel Astra 1.6 CDTI

Mehr Auto brauchen Sie nicht!

Das Spar-Genie

Er ist unscheinbar, für vielseitige Nutzung geeignet und dabei verblüffend sparsam. Eine Ausfahrt mit dem Opel Astra 1.6 CDTI zeigt, wie unspektakulär ein Sparmodell sein kann – und dabei vor allem durch seine Bescheidenheit glänzt.

17. Februar 2015

Eine Fahrmaschine ist der Opel Astra beim besten Willen nicht - und schon gar nicht als 110 PS starker Spardiesel. Doch wer glaubt, dass der in Aussicht gestellte Normverbrauch eine allumfassende Enthaltsamkeitserklärung wäre, irrt.

Die meisten Kunden dürften sich mit dem Opel Astra 1.6 CDTI ebenso wohl wie ausreichend motorisiert fühlen. Zur Bestbesetzung taugt der 1,6 Liter große Vierzylinder zwar aufgrund ein paar fehlender Pferdestärken und dem fehlenden Durchzug nicht, doch allemal als automobiler Freund für alle Tage. 
 

 
 

Diesel hält sich im Hintergrund

Die Lenkung ist für den normalen Fahrbetrieb präzise und leichtgängig genug. Wer will, kann sich in die Fahrcharakteristik per drei verschiedener Fahrmodi einwählen. Comfort, Normal und Sport - muss bei einem Auto dieser Liga und mit 110-Diesel-PS jedoch beim besten Willen nicht sein. Ausgewogen und komfortabel ist die Abstimmung des Opel Astra allemal.

Der 1,6 Liter große Commonrail-Diesel säuselt im Fahrbetrieb wie im Stand leise vor sich hin. Klar als Selbstzünder mit kerniger Verbrennung zu erkennen, doch allemal zurückhaltend genug, dass es nicht nervt.

Insbesondere bei der Dämmung des Spardiesels haben die Opel-Ingenieure ganz eindeutig einen guten Job gemacht, denn wer die Motorhaube öffnet merkt, dass der Vierzylinder an sich alles andere als ein Leisetreter ist. Davon bekommen die Insassen, die sich über das unverändert gute Platzangebot im Opel Astra freuen, jedoch fast nichts mit.

Opel Astra J im Video

 

Navi ist eindeutig zu teuer

Glänzen will der Opel Astra 1.6 CDTI insbesondere mit seinem in Aussicht gestellten Normverbrauch von 3,7 Litern Diesel auf 100 Kilometern. Doch erst einmal im gut konturierten Fahrersitz Platz genommen, mutet nach Enthaltsamkeit erst einmal wenig an.

Auf Wunsch verstellt sich das Gestühl elektrisch und die ausziehbare Oberschenkelauflage sollte sowieso in jedem Modell Serie sein. Die Instrumente bleiben nicht zuletzt durch die betagt in roter Radiowecker-Optik strahlende Multifunktionsanzeige allzu lieblos. Gleiches gilt für die schmucklosen Lenkstockhebel und die überfrachtete Mittelkonsole mit ihrem wirren Schaltersammelsurium.

Die Navigation ist immerhin verbessert und das Bedienkonzept IntelliLink hat den großen Rückstand zur Konkurrenz verkleinern können. Große Schritte sind jedoch erst im kommenden Jahr mit dem nächsten Astra zu erwarten. Die 2.390 Euro Aufpreis für das Navigationssystem sind jedoch völlig überzogen.

Beschleunigung könnte besser sein

Der Antrieb des Opel Astra 1.6 CDTI kann abgesehen vom hakeligen Sechsgang-Getriebe jedoch allemal überzeugen. 81 kW / 110 PS und 300 Nm maximales Drehmoment ab 1.750 U/min reichen für flotten Vortrieb in den meisten Lebenslagen. 0 auf Tempo 100 sind jedoch erst nach allzu trägen zwölf Sekunden absolviert.

Die 184 km/h Spitze reichen aus, auch wenn es bei höheren Geschwindigkeiten ähnlich zäh wie bei der Beschleunigung aus dem Stand wird. Ein Doppelkupplungs- oder Automatikgetriebe? Fehlanzeige. Für mehr Elan gibt es die stärkeren Varianten mit 136 und 165 PS.

Der 110 PS starke Diesel startet bei 20.640 Euro. Um das Basispaket an Fahrerassistenzsystemen kommt man ebenso nicht herum wie um die optionale Mindestausstattung mit Xenonlicht, Navigationssystem, Sitzheizung und Alufelgen.

Keine echten Schwächen

Wer Kraftstoff sparen will, ist mit dem Opel Astra 1.6 CDTI im Herbst seiner Laufzeit als alltagstauglicher Fünftürer jedenfalls gut bedient.

Der Spardiesel ist ausgewogen, ausreichend motorisiert und erlaubt sich keine echten Schwächen.

Das Spar-Genie Astra 1.6 CDTI in der Bildergalerie.

 

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Text: Press-Inform / Stefan Grundhoff