Mini Paceman John Cooper Works, R61

Mini Paceman John Cooper Works, R61

Mini-X6 mit gehörig Dampf

Jeder Mini, der den Zusatz "John Cooper Works" im Namen trägt, ist der stärkster seiner Baureihe. Mal sehen, was der Mini Paceman JCW so drauf hat.

27. Juli 2013

SUV-Optik. Höher gelegt. Allradantrieb. Aber eine abfallende Dachlinie und nur zwei Türen. Was BMW beim X6 Geld in die Kassen spülte, soll auch bei Mini gelingen. Das Resultat: Der Mini Paceman. Und wer richtig Spaß haben will, greift gleich zur 218 PS starken John-Cooper-Works-Version. Die erkennt man unter anderem an einer Plakette im Kühlergrill, auffälligeren Seitenschwellern und einem Dachspoiler. Außerdem feuert der Paceman JCW zehn Millimeter tiefer über den Asphalt.

Innen typisch Mini

Das Interieur ist typisch Mini: Angefangen vom unübersichtlichen pizzagroßen Tacho bis hin zu den fummeligen Knöpfen und der Haptik, die nicht immer über jeden Zweifel erhaben ist. Nicht angemessen. Immerhin sorgen Klavierlack-Applikationen für schickes Ambiente, aber die Anmutung ist immer noch nicht premium.

Zum Beispiel sind beim Übergang vom Hartplastikgehäuse des Tachos zum Armaturenbrett Spalte zu sehen.

Die grundsätzlich bequemen Sitze sind nur nicht optimal für lange Distanzen, da der Seitenhalt zu gering und vor allem die Beinauflage zu kurz ist. Dafür gibt es hinten genug Platz auch für größere Passagiere. Auch der Einstieg ist trotz der fehlenden hinteren Tür kein Problem.

Der Kofferraum ist mit einem Volumen von 330 bis 1.080 Litern nicht zwingend ein Anwärter auf den Titel des Lademeisters, ist aber für kleineres Gepäck groß genug. Immerhin gibt es einen doppelten Boden, um extra Krimskrams zu verstauen, und die Rückenlehne ist asymmetrisch umlegbar.

Sport-Modus bringt Fahrfreude

Aber zu einem John Cooper Works gehört ein starker Motor. Und da ist der Mini Paceman JCW mit 218 PS ganz gut dabei. Ein Mini will gefahren und um die Kurven geschmissen werden. Vor allem, wenn es sich um einen Paceman John Cooper Works handelt.

Am meisten Spaß macht das Mini-Coupé-SUV im Sportmodus. Dann ist die Steuerung direkter und schwergängiger. Auch Gaspedalbefehle werden schneller umgesetzt. Ein bollerndes Auspuffgeräusch bei Gasstößen gibt die perfekte akustische Untermalung, wenn der Mini-X6 per kleinem Knopf scharf gestellt ist.

Dass das ganze Spektakel durch einen potenten Motor unterstützt wird, rundet die Sache ab.

Starker Motor

Das 218-PS-Triebwerk hat genug Fett auf der Kette, um den rund 1,5 Tonnen Kilogramm schweren Paceman ordentlich nach vorne zu wuchten. Nach 6,9 Sekunden ist die 100-km/h-Marke erreicht und die Höchstgeschwindigkeit beträgt laut Tachoanzeige immerhin 240 km/h. Ganz ordentlich. Auch wenn es tatsächlich nur 226 km/h sind.

Das maximale Drehmoment von 280 Newtonmetern steht bereits ab 1.900 U/min an. Wem das nicht reicht, kann per Kickdown 300 Nm steigern. Gefühlt holt das aufgeladene Triebwerk etwas Luft, bevor es sich in die Riemen wirft: Erst ab 2.300 Umdrehungen geht es so richtig zur Sache.

Der Durschnittsverbrauch geht mit 10,8 l/100 km bei vielen schnell gefahrenen Autobahnetappen gerade noch in Ordnung. Allerdings sind das fast dreieinhalb Liter mehr als der angegebene Normverbrauch von 7,4 l/100 km.

Dass der Tank nur rund 47 Liter fasst, hilft nicht unbedingt bei der Reichweite.

Bis zu 100 Prozent der Antriebskraft an die Hinterräder

Auf kurvigen Straßen macht der Brachial-Paceman richtig Freude. Trotz des höheren Schwerpunkts kommt das bekannte Gokart-Feeling auf.

Als großes Plus erweist sich dabei der Allradantrieb, der für Traktion in schnellen Kurven sorgt und die Untersteuerungsneigung des sonst bei Mini üblichen Frontantriebs kaschiert. Im Normalfall ist die Antriebskraft auf beiden Achsen verteilt. Bei Bedarf wandern bis zu 100 Prozent an die Hinterräder.

Das straffe Fahrwerk hilft, auch dank der Tieferlegung des Fahrzeugs um zehn Millimeter, bei fahraktiven Manövern, ist aber auch für den entspannten Fahrbetrieb nicht zu unkommod.

Lässt man es entspannt angehen, hält sich auch das Triebwerk mit seinen volltönigen Freudenjauchzern zurück. Nur die Schaltung fällt ob ihrer etwas unpräzisen Führung ein wenig ab.

Der Spaß hat seinen Preis

Der ganze Spaß hat mit 35.950 Euro allerdings auch seinen Preis. Und der ist noch ohne Sonderausstattung. Mit ein paar Extras wie Leder (1.450 Euro), Xenon-Licht (690 Euro) und dem Chili-Paket mit Klimaautomatik für 2.250 Euro knackt man ruckzuck die 40.000-Euro-Grenze - und das ist verdammt viel Geld für einen Mini, auch wenn es ein JCW ist!

Stärken 

  • Spaßfaktor
  • mehr Platz für Passagiere als erwartet
  • Agilität
  • kräftiger Motor

Schwächen 

  • nicht gerade günstig
  • Verarbeitung nicht immer einwandfrei
Text: Press-Inform / Wolfgang Gomoll